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Bildrechte: BR / Daniela Olivares

In Eichstätt bietet die Schwimmschule Kurse in einem mobilen Schwimmbecken an.

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    Eichstätter Kinder lernen Schwimmen auf dem Schulhof

    Während der Corona-Pandemie sind Schwimmkurse nahezu unmöglich. In Eichstätt können Kinder jetzt auf einem Schulhof schwimmen lernen: Eine Schwimmschule hat dort ein mobiles Becken aufgebaut – und damit eine Idee aus Vor-Corona-Zeiten aufgegriffen.

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    Von
    • Daniela Olivares

    Schwimmkurse in Freibädern abzuhalten ist trotz sinkender Corona-Infektionszahlen und vieler Lockerungen noch immer schwierig. Bäder, die öffnen dürfen, müssen Besucher-Obergrenzen und Hygienevorschriften einhalten. Die Schwimmschule in Eichstätt wollte nicht warten, bis all diese Hürden fallen. Sie überbrückt die Zeit mit einem mobilen kleinen "Schwimmbad" auf dem Hof einer Eichstätter Schule.

    Neue Verwendung für eine alte Idee

    Die mobile Schwimmschule ist ein sechs mal vier Meter großes auf- und abbaubares Becken. Es steht geschützt unter einem Zelt und ist groß genug, dass hier bis zu fünf Kinder gleichzeitig das Schwimmen lernen können. Gerade steigen die Kurskinder vorsichtig über die Leiter in das Becken und halten sich an ihren Schwimmnudeln fest.

    Die Idee zur mobilen Schwimmschule hatte Schwimmschulbetreiber Michael Knöferl – und zwar schon 2009. Damals war das Eichstätter Freibad wegen einer Sanierung geschlossen. Auch damals half das mobile Becken, die Zeit zu überbrücken. „Wir hoffen, dass wir hier vier bis sechs Wochen stehen können, um so zumindest einigen Kindern Kurse anbieten zu können“, so Knöferl.

    Corona verschärft ein altes Problem

    Das Problem, dass Schwimmkurse Mangelware sind, gibt es schon länger als Corona. Auch in Eichstätt. Eine Mutter von drei Töchtern hatte es nach einiger Zeit schließlich aufgegeben, einen Platz für eine ihrer Töchter zu finden: „Wir hoffen, dass sie es jetzt einfach über den Sommer mit uns lernt“, erzählt sie. Die Wasserwacht Eichstätt schätzt, dass derzeit rund 300 Kinder auf einen Kurs warten.

    Zu wenige Bäder

    Eine Ursache für die zu geringe Zahl an Schwimmkursen ist, dass es zu wenige Wasserflächen dafür gibt. Also immer weniger Bäder, in denen man einen Schwimmkurs absolvieren könnte. „In den letzten Jahren sind immer mehr Bäder geschlossen worden. Dazu kommt, dass nur noch wenige Bäder gebaut werden und dann auch nicht unbedingt solche, in denen man einen Schwimmkurs machen kann“, schildert Knöfler seine Erfahrungen.

    Corona hat die Problematik zusätzlich verschärft. Laut DLRG legten im Jahr 2020 bundesweit rund 60 Prozent weniger Kinder das Seepferdchen ab als 2019. Die Wasserwacht wartet noch ab, ob und wann sie Kurse anbietet – wie viele andere Anbieter auch.

    Schwimmen kann lebenswichtig sein

    Dabei sei Schwimmen nicht nur ein Sport, sondern auch aus Sicherheitsgründen wichtig, meint Knöfler. „Wenn ein Kind ins Wasser fällt, hilft es schon sehr, wenn es schwimmen kann, deshalb sind gerade die Anfängerkurse so wichtig.“

    Vielen Eltern wird wohl nichts anderes übrigbleiben, als selbst zum Lehrer zu werden. Knöfler empfiehlt, möglichst häufig mit dem Kind ins Schwimmbad zu gehen. „Dann vielleicht erstmal ein paar Bahnen schwimmen üben und dann erst Rutschen gehen.“

    Die fünf Kinder steigen aus dem Wasser, ihr erster Kurstag ist vorbei. „Toll war es“, rufen sie. Bald geht es wieder ins mobile Becken.

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