Auszubildende Albina beim Löschen in der Brandsimulationsanlage
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Auszubildende Albina beim Löschen in der Brandsimulationsanlage

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    Die Feuerwehrklasse: Der erste Brand

    Die Feuerwehrklasse: Der erste Brand

    Leben retten als Beruf. Das Abenteuer geht weiter: Kontrovers begleitet drei Auszubildende bei der Berufsfeuerwehr in München. Für Albina, Max und Christoph steht nicht nur die Abschlussprüfung an, sie löschen auch zum ersten Mal einen Brand.

    Die Ausbildung hat begonnen: Jetzt wird es ernst. Die Anspannung bei den Feuerwehr-Anwärtern steigt.

    "Frage vorab: Sind alle fit? Wenn der Kreislauf nicht mitmacht, dann rechtzeitig sagen. Nicht, dass wir da drin dann einen haben, der nicht mehr bei Bewusstsein ist.", empfängt der Ausbilder die angehenden Feuerwehrleute. Ihr erster simulierter Brandeinsatz steht an. Kontrovers – Die Story hat Max und Albina - beide 23 Jahre alt - und den 36-jährigen Christoph dabei begleitet.

    Temperaturen bis zu 800 Grad Celsius

    Heute auf dem Programm: Übung in der Brandsimulationsanlage. Hier kommt die Klasse zum ersten Mal richtig mit Feuer in Berührung. Die Anlage ist aufgebaut wie eine echte Wohnung, bestehend aus vier Räumen: Werkstatt, Flur, Wohnzimmer und Schlafzimmer. Die verschiedenen Feuerstellen werden per Knopfdruck aus einer Zentrale gesteuert.

    Letzte Instruktionen vom Ausbilder: "Wirklich schauen gegenseitig, dass alles zu ist. Dass vorne oben am Hals, Nacken alles verschlossen ist und keine Haut raussteht." Denn unter der Decke hat es Temperaturen bis zu 800 Grad Celsius. Die extreme Hitze soll die Teilnehmer auf zukünftige Brandeinsätze vorbereiten.

    Video: Die Feuerwehrklasse Folge 2: Die große Prüfung

    Feuer löschen - das erste Mal

    Die erste Brandbekämpfung steht an. Dabei sollen die Feuerwehranwärter taktisch genauso vorgehen, wie sie es bereits im Unterricht gelernt haben.

    Hierfür werden sie in verschiedene Gruppen aufgeteilt. Die Challenge: Den Flashover Raum betreten und nach Personen absuchen. Flashover bedeutet: Die Brandphase, in der sich die angesammelten Rauchgase schlagartig entzünden und der ganze Raum brennt. Außerdem: Die Tür zur brennenden Werkstatt finden und den Brand löschen. Das alles unter Zeitdruck. Wie im echten Leben. Ihr Vorgehen wird von einem Ausbilder beurteilt.

    So sollen sie vorgehen: Rauchvorhang setzen, Tür öffnen, Lage bewerten, Raum absuchen, Personen in Sicherheit bringen, dann löschen. Besonders wichtig: Beim Absuchen des Raums gewissenhaft vorgehen, um im Ernstfall keine Person zu übersehen.

    Haben sie alles richtig gemacht? Kritik vom Ausbilder: "Die erste Tür habt ihr übersehen und seid praktisch am Feuer vorbeigegangen und das kann unter Umständen sehr gefährlich sein. Wenn man an einem Feuer vorbeigeht, kann es unter Umständen sein, wenn die Tür durchbrennt, dass ihr vom Feuer eingeschlossen werdet."

    In Zukunft muss im Einsatz alles reibungslos klappen. Deshalb heißt es jetzt üben, üben, üben, bis alles aus dem Effeff sitzt.

    Die Prüfungen stehen an

    Sechs Monate Grundlehrgang sind vorbei. Wird der Traum Berufsfeuerwehr für alle wahr?

    Dreimal 60 Minuten Theorieprüfung warten auf die Teilnehmer. Erstens: Einsatztechnik und Einsatztaktik; Zweitens: Vorbeugender Brand- und Gefahrenschutz, Naturwissenschaften; Drittens: Recht, Verwaltung, Allgemeine Grundlagen, Organisation und Dienstbetrieb, Brandsicherheitswachdienst.

    Jeder bekommt einen Sitzplatz zugelost. Max ist aufgeregt: "Die Theorie, wie ich schon gesagt hab mit dem Beamtenrecht und mit dem Zeug. Da steckt man nicht so drin wie in dem Feuerwehrtechnischem jetzt. Von dem her hab ich da am meisten Respekt davor." Auch Christoph hat Bammel vor der Prüfung: "Angespannt ein bisschen. Weil bei mir sind jetzt die Prüfungen doch schon eine Zeit lang her. Das ist eine Situation, die hab ich zuletzt wahrscheinlich schon vor zehn Jahren." Albina setzt auf ihr Kurzzeitgedächtnis.

    Wenn sie es schaffen, wartet schon bald ihr erster Einsatz auf der Wache.

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