Christmette im Regensburger Dom St. Peter
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Christmette im Regensburger Dom St. Peter

    Bischöfe erinnern an Friedensbotschaft der Heiligen Nacht

    „Die Wehrlosigkeit des Kindes in der Krippe ist entwaffnend“ - das sagte Bischof Rudolf Voderholzer während der Christmette im Dom St. Peter in Regensburg. Er erbat erneut den Frieden für die Ukraine, aber auch für die ganze Welt.

    Zu Beginn der nächtlichen Christmette im Regensburger Dom St. Peter hat Bischof Rudolf Voderholzer an Heiligabend seine Erleichterung darüber ausgedrückt, dass "fast ganz normal" der Gottesdienst gefeiert werden kann, "von ein paar Einschränkungen aus Vorsicht vor Corona" abgesehen. Und: "Wir haben es nicht nötig, in den Turbulenzen der Welt unterzugehen. Wir sollen vielmehr zur Humanisierung der Welt beitragen", so Voderholzer.

    Weihnachtsevangelium keine idyllische Erzählung

    In seiner Predigt sagte Bischof Voderholzer, dass das Weihnachtsevangelium nach dem Evangelisten Lukas durchaus keine idyllische Erzählung sei, sondern ein "geschichtliches Gemälde", das ein Gegensatzpaar gegenüberstelle: Auf der einen Seite Kaiser Augustus, den mächtigsten Mann seiner Zeit, der 45 Jahre lang über das Römische Reich herrschte. Zwar habe er den Bürgerkrieg überwunden, aber unter seinem "Frieden" seien die Völker unterdrückt und ausgebeutet worden. Allerdings habe er auch das umspannende römische Straßennetz eingerichtet, auf dem die Apostel, insbesondere Paulus, ihrer intensiven christlichen Missionstätigkeit nachgehen konnten; die bekanntlich über Soldaten und Kaufleute schon damals bis nach Regensburg wirkte, so Voderholzer.

    Wo Gott die Ehre gegeben wird, da kann auch Frieden werden

    Auf der anderen Seite aber steht dem im Evangelium die arme Familie gegenüber. Die Jungfrau Maria habe den Retter der Welt hervorgebracht, der die "Ermöglichungsbedingung" von Friede und Versöhnung der Völker in Fülle bedeute – und nicht allein die Abwesenheit von Krieg. "Wo Gott die Ehre gegeben wird und Religion nicht bloß politisch funktionalisiert wird, da kann auch auf Erden Frieden werden", sagte Bischof Voderholzer nicht zuletzt mit Blick auf Russland und auf die leidende Ukraine.

    Voderholzer bittet für Frieden in der Ukraine und der Welt

    Anfangs hatte er daran erinnert, dass manche schon von einer "Kriegsweihnacht 2022" sprechen, was insbesondere für die Menschen in der Ukraine zutrifft. Der Bischof erbat aufs Neue den Frieden gerade für die Ukraine, aber auch für die ganze "so oft unter Todesschatten liegende Welt“. Schließlich sei das Christuskind mit seinem Lächeln in Wehrlosigkeit buchstäblich "entwaffnend" der Welt entgegengekommen.

    Domspatzen sorgen für feierliches Ambiente

    Die Domspatzen sangen unter Domkapellmeister Christian Heiß, teils auch von der Balustrade des Hauptchores aus. Begleitet wurden sie von Organist Franz Josef Stoiber. Besonders ergreifend war in diesem Jahr erneut der musikalische Abschluss des Gottesdienstes, als die Domspatzen das traditionelle "Quem pastores laudavere" und das "Stille Nacht, heilige Nacht" in der weithin dunklen Kathedrale sangen.

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    Bischof Rudolf Voderholzer zelebriert die Christmette im Regensburger Dom St. Peter

    Bischof Oster: Weihnachten ist Grunderfahrung der Freude

    Der katholische Passauer Bischof Stefan Oster betonte in seinen Weihnachtsansprachen, dass der christliche Glaube eine wesentliche Ressource für die Grunderfahrung der Freude im Leben sein könne. Gerade die Geburt Jesu habe sich damals in schwierige Zeiten hinein ereignet - schwierig für einzelne Menschen und schwierig in den politischen Konstellationen, sagte er in der Christmette im Passauer Dom laut Predigtmanuskript.

    Christen lassen sich Freude an Weihnachten nicht nehmen

    Man könne die Feier dieses Ereignisses auch heute verstehen als hoffnungsvolle Öffnung des Himmels mitten in krisenhaften Zeiten. Und gerade deshalb hätten sich Christen aller Zeiten nie die Freude an Weihnachten nehmen lassen - gerade auch dann, wenn die Umstände besonders schwierig waren. "Wir brauchen die Hoffnung und Freude von Weihnachten mehr denn je", sagte der Passauer Bischof.

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    Christmette im Passauer Stephansdom mit Bischof Stefan Oster

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