Die Welterbe-Altstadt von Regensburg

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Ausschuss für Solaranlagen auf Regensburger Altstadt-Dächern

Ausschuss für Solaranlagen auf Regensburger Altstadt-Dächern

Auf Dächern der Regensburger Welterbe-Altstadt sollen künftig Solaranlagen möglich sein. Unter dem Eindruck von Energiekrise und Klimawandel hat der zuständige Ausschuss des Stadtrats das bisher geltende Verbot gestrichen.

Auch auf Dächern der Regensburger Welterbe-Altstadt soll künftig Strom erzeugt werden können: Der Planungsausschuss des Regensburger Stadtrates hat das Verbot von Solaranlagen aus der Altstadtschutzsatzung gestrichen. Damit werden Denkmalschutz und Erscheinungsbild nicht länger grundsätzlich höher gewertet.

Gemeinsamer Antrag der Rathauskoalition

Die Ausschuss-Mitglieder stimmten gestern Abend mehrheitlich einem Antrag der Rathauskoalition aus SPD, CSU, Freien Wählern, FDP und CSB zu. Er wurde unter anderem mit der Energiekrise und der nötigen Abkehr von fossilen Energien begründet.

Zudem hieß es in dem Antrag: Neue Möglichkeiten bei der farblichen Gestaltung von Photovoltaik-Modulen würden diese verträglicher machen mit den strengen Vorgaben, die im Unesco-Welterbe gelten. Die Streichung des Photovoltaik-Verbots ermöglicht es nun, Anträge auf solche Anlagen prüfen zu können.

Denkmalkonzept als Entscheidungsgrundlage

Die Grünen, nicht Teil der Rathauskoalition, unterstützten den Vorstoß. Sie betonten in einer Stellungnahme, Schritt zwei müsse ein "kommunales Denkmalkonzept" für Regensburg sein. Denn um Hausbesitzern im Einzelfall eine Anlage genehmigen zu können, brauche es eine Entscheidungsgrundlage.

Wer auf seinem Dach keine Anlage installieren kann, sollte sich nach Vorstellung der Grünen auf anderen Flächen an der Erzeugung erneuerbarer Energien beteiligen können, "zum Beispiel mittels einer Bürgeraktie".

Skepsis bei Heimatpflegern

Anfang August hatte die Staatsregierung eine Novelle für das Denkmalschutzgesetz beschlossen, welche die bisherige strenge Linie massiv aufweicht. Der Bayerische Landesverein für Heimatpflege reagierte dennoch skeptisch. Geschäftsführer Rudolf Neumaier und Bezirksheimatpfleger Tobias Appl sehen den Welterbe-Titel in Gefahr: "Regensburg setzt seinen Welterbe-Status aufs Spiel, wenn es die Dächer der Altstadt für die Produktion von Solarstrom freigibt", teilten sie mit.

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