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Die Grünten-Lifte stehen still

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Aus für Grünten-Projekt: Bittere Nachricht für Befürworter

Die "Grünten Bergwelt" im Allgäu ist Geschichte. Auch das Abspecken der Lift-Ausbaupläne half nichts. Für die Bürgerinitiative "Zukunft Grünten" eine große Enttäuschung. Die Oberallgäuer Grünen dagegen begrüßen den Stopp des Projekts.

Der heutige Tag sei für die Befürworter des Grünten-Ausbaus, die Bürgerinitiative "Zukunft Grünten", ein bitterer Tag, so Andreas Jörg, Mitglied im Sprecherrat der Bürgerinitiative.

Grüntenlifte stehen für immer still

Durch den von der Investorenfamilie verkündeten Stopp der Ausbaupläne sei klar, dass die Grüntenlifte nach über 65 Jahren nicht mehr laufen werden. Man sei enttäuscht, dass nicht doch noch eine gemeinsame Lösung gefunden werden konnte, mit der alle Seiten leben können. Der Bürgermeister von Rettenberg, Nikolaus Weißinger erklärte, die Gemeinde habe zuletzt versucht, das Projekt durch reduzierte Planungen zu retten. Er habe "unzählige Befriedungsgespräche" mit tangierten Grundeigentümern geführt, so Weißinger. Letztlich habe ein Teil der Eigentümer nicht für das Projekt gewonnen werden können. "Damit ist der Grüntenlift an unserem Hausberg Geschichte geworden und wird nicht mehr laufen", bedauerte der Bürgermeister das Ende des mehr als 60 Jahre dauernden Liftbetriebs.

Tourismuseinbruch im Winter befürchtet

Obwohl eine "kleine Minderheit eine regelrechte Schlammschlacht“ gegen das Projekt geführt habe, seien die Rettenberger aber nicht - wie so oft dargestellt – zerstritten, sagte Andreas Jörg. Vielmehr stünde die große Mehrheit der Einwohner hinter dem Projekt. Wie es nun am Grünten weitergehen könnte, sei völlig offen. Derzeit überwiege die Enttäuschung und er befürchte, dass viele Gäste, die zum Skifahren gekommen wären, nun in andere Gemeinden ausweichen werden.

Bund Naturschutz unterstützt sanften Tourismus

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Wegweiser mit der Aufschrift: "Grüntenlifte außer Betrieb"

Nicht nur der Rettenberger Bürgermeister Nikolaus Weißinger will nun mit allen Beteiligten "einvernehmliche" Entwicklungsmöglichkeiten für den Tourismus erarbeiten. Auch Bund Naturschutz-Chef Richard Mergner signalisierte bereits, dass sich sein Verband daran beteiligen werde. Es gehe darum, gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern, der Wirtschaft und den Umweltorganisationen "ein naturnahes Tourismuskonzept für den Grünten zu entwickeln, bei dem die Tier- und Pflanzenwelt nicht unter die Räder kommt". Der Freistaat sollte Fördermittel für Schneekanonen und Seilbahnen lieber in solche alternativen Angebote umlenken, forderte er.

Grüne begrüßen Aus für die "Grünten Bergwelt"

Die Oberallgäuer Grünen begrüßen den Stopp der Ausbaupläne am Grünten. In einer Pressemitteilung bedanken sie sich ausdrücklich bei der Initiative "Rettet den Grünten" für ihr Engagement. "Dies ist nun nach dem Riedberger Horn der zweite Erfolg einer breiten Bürgerinitiative, um massive Eingriffe in die Allgäuer Bergwelt zu verhindern", so Christina Mader, Kreistagsfraktionsvorsitzende von B‘90/DIE GRÜNEN. Das werde auch Auswirkungen auf Planungen im gesamten Bayrischen Alpenraum haben. Entscheidend sei am Grünten nun, die vielen Besucher zu lenken, damit die Natur mehr Ruhe findet. "Umso wichtiger ist es, dass der Landkreis das von den Grünen mitinitiierte Projekt Besucherlenkung 2.0 am Grünten intensiv entwickelt und vorantreibt“, so Mader. Wie sie erklärte, sei jetzt das Gebot der Stunde, sich im Allgäu Gedanken darüber zu machen, wie der Tourismus künftig aussehen könne.

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