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Für den Impfstoff von Astrazeneca hat Bayern die Priorisierung aufgehoben. Bereits vergangene Woche hatte es in einzelnen Landkreisen Sonderimpfungen gegeben. Für die anderen Impfstoffe gilt die Priorisierung weiterhin.

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Astrazeneca in Hausarztpraxen: Kein Impfstoff – große Nachfrage

Bayern hat den Impfstoff Astrazeneca für alle Altersgruppen freigegeben. Die Folge ist ein Ansturm auf die Arztpraxen im Freistaat. Doch die Ärzte haben viel zu wenig Impfstoff. Auch ein Hausarzt aus Heroldsberg wartet auf eine neue Lieferung.

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Von
  • Eleonore Birkenstock

Heute Vormittag in der Praxis von Dr. Tobias Finzel in Heroldsberg, im Landkreis Erlangen-Höchstadt. Das Telefon klingelt in einer Tour. Seine Mitarbeiterinnen haben die Anlage mittlerweile stumm gestellt. Gut vierzig Patienten und Patientinnen haben sich allein am Vormittag gemeldet, weil sie sich gleich mit Astrazeneca impfen lassen wollten. Es seien vor allem Jüngere dabei gewesen, sagt eine Arzthelferin.

Hausarzt aus Heroldsberg will Astrazeneca nicht Jüngeren empfehlen

Doch auch wenn er wollte: Tobias Finzel kann noch nicht mit Astrazeneca impfen. Denn weder diese Woche noch nächste Woche bekommt er eine Lieferung des Impfstoffs. Und auch wenn er Astrazeneca bekommen sollte – der Arzt will sich trotz der Astrazeneca-Freigabe in Bayern für alle Altersgruppen weiterhin an die Empfehlung der Ständigen Impfkommission halten und diesen Impfstoff hauptsächlich an über 60-jährige Patientinnen und Patienten verimpfen. Durch den Beschluss des Bayerischen Gesundheitsministeriums sieht er mehr Beratungszeit auf sich zukommen. "Es wird uns dadurch nicht einfacher gemacht", sagt Hausarzt Tobias Finzel.

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Der Bayerische Hausärzteverband sieht in der Freigabe des Astranzeneca-Impfstoffs für weite Teile der Bevölkerung in Bayern ein wichtiges Signal. Die Praxen hätten dadurch aber nicht mehr Impfstoff zur Verfügung, betont der Vorsitzende Markus Beier.

Bayerischer Hausärzteverband sieht Freigabe "grundsätzlich gut"

Der Vorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbandes, Dr. Markus Beier, begrüßt dagegen die Entscheidung, dass der Impfstoff von Astrazeneca in Bayern nun auch Personen unter 60 Jahren angeboten werden darf. "Grundsätzlich ist das eine richtige Entscheidung, den Menschen zu signalisieren: Wer möchte, der kann", sagte Beier im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk.

Astrazeneca in Hausarztpraxen noch gar nicht verfügbar

Die Ärzte werden jede Woche darüber informiert, welchen Impfstoff sie in der kommenden Woche erhalten können. Für nächste Woche wird den Hausärzten gar kein Astrazeneca-Impfstoff angeboten, sondern ein anderes Vakzin. Deshalb sei die Nachfrage der Patientinnen und Patienten derzeit nicht zielführend, weil es den Astrazeneca-Impfstoff kommende Woche noch gar nicht in den Hausarztpraxen geben wird. "Das heißt, es ist ein Thema der übernächsten Woche", so der Verbandsvorsitzende.

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Nach der Ankündigung von Gesunheitsminister Holetschek melden viele Hausärzte einen telefonischen Ansturm. Es gebe aber gar nicht genug Impfstoff von AstraZeneca. Wir treffen eine Münchnerin, die Glück hatte.

Wichtiges Signal des Gesundheitsministeriums

Beier hält die Entscheidung des Bayerischen Gesundheitsministers dennoch für ein wichtiges Signal: "Wenn die Menschen, die jetzt dran gewesen wären, in Teilen diesen Impfstoff, der sehr gut ist, nicht möchten, dass dann eben auch andere drankommen können." In seiner Praxis will Beier Astrazeneca trotzdem erst einmal nur den über 50-Jährigen Astrazeneca anbieten. Das werde jede Praxis anders handhaben, erklärte der Vorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbands.

Für die Patienten und Patientinnen bedeutet das, dass sie ihren Hausarzt fragen müssen, ob er auch Astrazeneca verimpft und wenn ja, welcher Altersgruppe. Und dann hängt die Impfmöglichkeit letztendlich davon ab, ob der Hausarzt überhaupt über Impfstoff verfügt.

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