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Was darf in die Biotonne Dieser Biomüll gehört in die Biotonne

Darf Asche in die Biotonne oder besser auf den Komposthaufen? Was ist mit Papiertaschentüchern? Wir haben eine Liste für Sie, was in den Biomüll darf.

Stand: 02.05.2019 | Archiv

Gemüsereste liegen auf einem Schneidebrett in einer Küche | Bild: muaritius images

30 bis 40 Prozent unseres Mülls sind Bioabfälle. Wer seine Biotonne nutzt, der hat länger Platz in seiner Restmülltonne. Alle Gemeinden in Deutschland sind seit 2015 gesetzlich verpflichtet, den Bioabfall aus den Privathaushalten getrennt zu entsorgen und wiederzuverwerten. Doch nicht alles darf tatsächlich in die Biotonne, mancher Abfall gehört immer noch in den Restmüll. Wer einen Garten hat, kann seinen eigenen Bioabfall einfach selbst kompostieren: Was darf in den Kompost.

Für die Frage, was in die Biotonne gehört, hat jede Gemeinde, jeder Kreis und jede Stadt ihre eigenen Vorschriften. Was in den Biomüll darf, legt das zuständige Entsorgungsunternehmen fest und das hängt davon ab, wie der Biomüll in der jeweiligen Gemeinde oder Stadt wiederverwertet wird. Am besten ist es, Sie lesen sich die Informationen Ihres örtlichen Abfallentsorgers genau durch oder wenden sich an zuständige Abfallwirtschaftsamt.

Das passiert mit dem Müll aus der Biotonne

Was passiert mit dem Bioabfall? In den Kommunen wird der Biomüll auf verschiedene Arten genutzt. Die Bioabfälle kommen entweder in eine Vergärungs- oder eine Kompostierungsanlage. Dabei sind Vergärungsanlagen die ökologisch beste Art, Bioabfälle zu verarbeiten. Ihr Vorteil besteht darin, dass in ihnen nicht nur Biogas und damit Energie gewonnen wird, sondern die Gärreste auch noch kompostiert und in Humus umgewandelt werden. Wo wir Gekochtes oder Knochen mit in die Biomülltonne werfen können, wird der Bioabfall in einer Vergärungsanlage zu Biogas umgewandelt.

Das gehört in die Biotonne

  • Gemüse- und Obstreste (auch Zitrusfrüchte)
  • Eierschalen
  • Speisereste, gekochte (Nur, wenn der betreffende Biomüll in einer Biogasanlage verwertet wird)
  • Wurst-, Fisch- und Fleischreste, Gräten und Knochen, altes Brot (gilt nur, wenn der Bioabfall in einer Biogasanlage weiterverarbeitet wird)
  • Schalen von Nüssen
  • Teebeutel (Klammer entfernen) und Kaffeesatz mit Filter, Kaffeepads
  • Gartenabfälle wie Rasen- und Baumschnitt, Laub, Unkraut (besonders solches, das wir loswerden wollen und das Samen trägt, denn das sollte nicht auf den Komposthaufen)
  • Äste und Pflanzen mit Krankheiten - die hohen Temperaturen in Kompostierungs- und Vergärungsanlagen sorgen dafür, dass zum Beispiel Pilze absterben.
  • Fallobst
  • verbrauchte Blumenerde
  • Topfpflanzen (ohne Topf)
  • Sägemehl von unbehandeltem Holz
  • Küchentücher, Papiertaschentücher
  • kleine Mengen Zeitungspapier oder Küchenpapier (zum Einwickeln feuchter Bioabfälle und zum Auslegen der Tonne)
  • Kleintierstreu von Pflanzenfressern (das vom Hersteller ausdrücklich als "biologisch abbaubar" gekennzeichnet ist)
  • Vogelsand (kleine Mengen)
  • Fette aus dem Haushalt
  • verdorbene Lebensmittel (ohne Verpackung)

Was darf nicht in die Biotonne

  • Kohle- und Holzasche (gehört in den Restmüll)
  • Ruß
  • Holz
  • Draht (zum Beispiel Blumenbindedraht)
  • Vom Buchsbaumzünsler befallene Buchsbäume oder Buchsbaumäste - diese müssen unbedingt in den Restmüll
  • Kaffeekapseln
  • Katzenstreu (gehört in den Restmüll)
  • Kehrreste von der Straße (Restmüll)
  • Staub und Staubsaugerbeutel (Restmüll)
  • Wattestäbchen (Restmüll)
  • Windeln (Restmüll)
  • Zigaretten (Restmüll)
  • Exkremente von Tieren (Hunde- oder Katzenkot zum Beispiel)
  • Blumentöpfe und Scherben
  • Steine
  • Keramik
  • Illustrierte
  • Plastik aller Art - auch kompostierbare Biomülltüten

Kein Plastik in den Biomüll

Plastik hat im Biomüll nichts zu suchen. Auch die Plastikbeutel, die laut Handel kompostierbar sind, sollten wir auf gar keinen Fall in die Biotonne werfen. Grund: Sie verrotten viel zu langsam und müssen daher in manchen Kompostierungsanlagen mühsam von Hand aussortiert werden.

Auch, wenn die Industrie und der Handel es behaupten: Tatsächlich verrotten die "biologisch abbaubaren Plastiktüten" wohl sehr, sehr langsam: Britische Meeresforscher der University of Plymouth vergruben für eine Studie "biologisch abbaubare" Plastiktüten verschiedener Hersteller im Boden und versenkten andere, mit einer Kette beschwert, im Meer. Dazu Imogen Napper, die die Studie durchgeführt hat: "Ich war sehr erstaunt darüber, dass alle Tüten nach drei Jahren noch Einkäufe tragen konnten. Vor allem, weil das alles biologisch abbaubare Tüten waren. Wenn etwas als 'biologisch abbaubar' bezeichnet wird, nimmt man automatisch an, dass es schneller verrottet als konventionelle Plastiktüten. Aber zumindest nach drei Jahren ist das nicht der Fall, wie unsere Studie zeigt."

Biomüll nicht verunreinigen

Es ist wichtig, dass wir unseren Biomüll sehr genau sortieren. Wer achtlos Stoffe in die Biotonne wirft, die nicht hineingehören, riskiert, dass die eigene Tonne ungeleert stehenbleibt. Manche Entsorgungsunternehmen leeren Biomülltonnen, die zum Beispiel Plastik oder andere störende Stoffe enthalten, nicht und hängen stattdessen eine Nachricht an die Tonne mit der Aufforderung, den falschen Müll aus der Biotonne auszusortieren.

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BAYERN 1

Biomülltüte aus ZeitungDenn die als biologisch abbaubar angepriesenen Plastikbeutel verrotten leider doch nicht, selbst nach 3 Jahren in Salzwasser nicht - das fanden Forscher der University of Plymouth jetzt raus. Dann doch lieber Zeitungs-Origami - einfach einwickeln geht natürlich auch 😉Gepostet von BAYERN 1 am Samstag, 4. Mai 2019