Bayern 1 - Experten-Tipps


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Kaffeekapseln im Umwelt-Test Wie umweltfreundlich sind Kaffee-Kapseln?

Die Deutschen sind leidenschaftliche Kaffeetrinker, immer häufiger werden einzelne Tassen statt ganzer Kannen gebrüht. Sehr beliebt sind Kaffee-Kapseln. Ob das umweltfreundlich ist und welche Alternativen es zu Kapseln aus Alu gibt, will der BAYERN 1-Umweltkommissar herausfinden.

Von: Alexander Dallmus

Stand: 13.01.2020

Kaffeekapseln und Kaffeebohnen | Bild: mauritius-images

Kaffeekonsum in Deutschland

  • Die Deutschen trinken leidenschaftlich gerne Kaffee. Pro Kopf – durchschnittlich – täglich gut 0,4 Liter. Mit 6,4 Kilo Kaffee pro Jahr, verbrauchen wir sogar mehr als der Durchschnittsitaliener (5,4 kg).  
  • Während früher der Kaffee ausschließlich aus der Kanne kam, werden vor allem in den Firmen aber auch in immer mehr Haushalten Einzelportionen beim Kaffeebrühen verwendet. Entweder in Zellstoff-Pads, Kunststoff- oder Aluminium-Kapseln. Dennoch lag der Marktanteil für 2016 in Deutschland nur bei insgesamt 14 Prozent (Dt. Kaffeeverband) für Kapseln und Pads zusammen.
  • Die Hersteller selbst geben an, dass pro Minute – weltweit – etwa 12.300 Tassen Alu-Kapsel-Kaffee getrunken – pro Minute wohlgemerkt. Und das Geschäft boomt. Auch wenn Kaffeekapseln nur 5,6 Prozent des Marktanteils ausmachen, beanspruchen sie dennoch rund 15 Prozent des Kaffee-Gesamtumsatzes in Deutschland (2016).
  • Auch der vergleichsweise hohe Preis schreckt die Kaffeetrinker nicht ab. Wer die Marken kauft – wie zum Beispiel "Nespresso" – zahlt zwischen 38 Cent und mehr für eine Alu-Kapsel ( je nach Sorte). Da in der Regel etwa 6 Gramm in einer Kapsel sind, kostet ein Kilo Kaffee auch mal schnell über 60 Euro. Selbst wenn man kostengünstigere Pads aus dem Discounter verwendet, kostet ein Kilo Kaffee gut 13 Euro, also weit über dem derzeitigen Marktpreis.

Sind Kapseln ein Wertstoff oder ein Müllproblem?

Ob Café-to-go-Becher, Plastikmüll oder Kaffeekapseln aus Aluminium, viele Verbraucher sind in den letzten Jahren sensibler geworden, was Müll angeht. Das macht auch den großen Playern wie Nespresso zu schaffen. Der Absatz stieg zuletzt nicht mehr ganz so heftig wie in den Jahren zuvor.

Marktführer Nespresso hat deshalb reagiert und 2017 eine großangelegte Studie vorgestellt, die in einem Ökobilanzvergleich die Umweltverträglichkeit des Kaffees vom Kaffeeanbau über die Zubereitung bis hin zum Abfall von Kapsel-, Filter- und Vollautomatenkaffee vergleichen soll. Das Forschungsinstitut Quantis (hat auch Ökobilanzen für BOSS oder die UEFA erstellt) kommt dabei – nicht ganz überraschend – zu dem Ergebnis, dass Kapselkaffee ökologisch mit den anderen Zubereitungsarten mithalten kann, wenn nicht sogar besser ist. Der TÜV Rheinland hat zumindest bestätigt, dass die aufgestellten Berechnungen richtig und ordnungsgemäß sind. Mehr aber auch nicht.

Ökobilanz von Kaffeekapseln

Alu-Kapseln verbrauchen in der Herstellung sehr viel Energie.

Ökobilanzen sind immer relativ und es kommt darauf an, welche Aspekte und Kriterien berücksichtigt wurden und welche – auch oft aus Kostengründen oder Problemen bei der Vergleichbarkeit – weggelassen wurden. Nespresso hat auch nicht die gesamte Studie veröffentlicht, sondern nur eine Zusammenfassung. Aus Wettbewerbsgründen, wie es heißt. Grundlage des Vergleichs ist, dass zweimal täglich jeweils drei Tassen Kaffee gebrüht werden. Neben dem Kaffeeanbau und dem Energieverbrauch der Maschinen, ist natürlich auch das Recycling positiv berücksichtigt. Achim Drewes, Sprecher von Nestlé: „Wir nehmen die aktuelle Diskussion mit Sorge zur Kenntnis, weil da auch ein großes Missverständnis dahintersteht. Aus unserer Sicht sind Kaffeekapseln nämlich kein Abfall, sondern sie sind ein Wertstoff.“

Das Problem: Auch Nestlé kann nicht wissen, wie viele ihrer verkauften Kapseln tatsächlich wieder in den Kreislauf zurückgeführt werden. Das ist aber ein ganz entscheidender Faktor. Die allgemeine Aussagekraft einer solchen Vergleichsstudie ist also begrenzt. Tatsächlich ist Aluminium gut recycelbar. Für Alt-Aluminium reduziert sich der Energieeinsatz bei der Produktion um 90 bis 95 Prozent. 5 bis 10 Prozent des ursprünglichen Energieeinsatzes bleiben also und würden so auch die Umweltbilanz von Kaffeekapseln verbessern. ABER: Wie hoch die Rückgabequote auch sein mag, die Produktion der Kaffee-Kapseln ist immer auch auf Neu-Aluminium angewiesen. Daraus sind nicht nur die Verschlussfolien, ein geringer Teil davon ist selbst für Alu-Recyclingprodukte nötig. Wirklich nachhaltig ist das natürlich nicht.

Und auch ohne Ökobilanz zeigt sich in puncto Verhältnismäßigkeit ein Problem: Die etwa sechs Gramm Kaffee, werden nämlich von etwa 4-5 Gramm Kapsel plus Umverpackung umhüllt.

Das Alu-Problem:

Die Herstellung von Aluminium ist alles andere als umweltfreundlich. So beansprucht die Gewinnung von etwa 1 Kilogramm  Aluminium aus Bauxit, ein enormes Maß an Energie. Der Stromverbrauch liegt bei gut 14 Kilowattstunden, allein dafür werden 8 Kilogramm Kohlendioxid frei.
Aus einem Kilogramm lassen sich wiederum etwa 1.000 Alukapseln formen. Klingt viel. Rechnet man aber aus, dass derzeit pro Jahr – geschätzt – etwa acht Milliarden  Kapseln verkauft werden, braucht es dafür mindestens 8 Millionen Kilo Aluminium. Kaffeetrinker verursachen also mit Kapselmaschinen jede Minute mehr als 15 Kilogramm Aluminium-Abfall. 
Dass bei der Aluminium-Produktion Bauxit abgebaut, Regenwald abgeholzt, Landschaften zerstört und giftiger Rotschlamm entsteht, ist dabei noch nicht einmal berücksichtigt.

Alternativen auf dem Markt

In Deutschland sind mehr als 30 Kaffee-Kapseln im Handel erhältlich, die teils auch in Nespresso-Maschinen passen. Kaffeeröstern wie Dallmayr, Darboven oder Jacobs sowie die Discounter Aldi und Lidl verkaufen diese Kapseln.  Es gibt mittlerweile sogar wiederbefüllbare Mehrwegkapseln.

Einer der größten Konkurrenten von Nespresso auf dem deutschen Kapselmarkt ist der Anbieter Tchibo. Tchibos Systemkapseln QBO sind aus Plastik, sagt Arndt Liedtke: "Diese Kapseln sind sehr klein. Sehr kompakt. Mit weniger Material. Sie bestehen ausschließlich aus recycelfähigem Prolypropylen-Kunststoff. Sie enthalten kein Aluminium und sind sortenrein über den Gelben Sack ins Recycling zu überführen." Hört sich gut an, aber auch hier ist die optimale Recyclingquote fragwürdig, findet Mirko Kaiser vom Magazin "Ökotest": "Allerdings ist immer wieder die Frage, landen diese Kapseln tatsächlich in der Gelben Tonne, d.h. werden sie dem Recycling zugeführt oder landen sie im Restmüll, dann werden sie sowieso verbrannt."

Kompostierbare Kaffeekapseln - sind sie besser?

Mittlerweile gibt es in Deutschland auch Anbieter, die gezielt damit werben, kompostierbare Kapseln anzubieten. Doch sind diese tatsächlich besser?

Vorreiter war vor vielen Jahren bereits der Schweizer Produzent "Ethical Coffee Company", die vom ehemaligen Nestlé-Manager Jean-Paul Gaillard gegründet worden ist. Vor allem in Frankreich und der Schweiz sind die Kapseln aus Zellulosefasern verkauft worden. Der Gründer ist mittlerweile nur noch Aktionär beim Nespresso-Konkurrenten und das Geschäft mit den alternativen Kapseln eher zu vernachlässigen. Auch ein deutsches Unternehmen, das mit biologisch abbaubaren Kaffeekapseln von Bremen aus den Markt erobern wollte, gibt es nicht mehr.

Schaut man sich die Produktbeschreibung der verschiedenen Anbieter genauer an, wird klar, dass oft doch nicht alles an der Kapsel tatsächlich kompostierbar ist. Der Deckel ist beispielsweise oft aus herkömmlichen Plastik. Für Thomas Fischer, Kreislaufexperte der DUH, macht es letztlich aber keinen Unterschied. Das Problem: Die etwa sechs Gramm Kaffee, werden von etwa 4-5 Gramm Kapsel plus Umverpackung umhüllt. "Am Ende des Tages ist es dann auch egal, ob das Kunststoff oder Bio-Kunststoff ist. Das Verhältnis des eingesetzten Materials zum Füllgut ist derart schlecht, dass in der Gesamtheit für ganz wenige Mengen Kaffee wahnsinnig große Müllberge anfallen." Greenwashing nennt das die Deutsche Umwelthilfe. Denn auch wenn die Kaffeekapsel aus Zellulose, Maisstärke oder anderen abbaubaren Stoffen geformt ist: Sie wird letztlich nur einmal kurz benutzt und wandert dann in den Müll.

Wann zerfällt Bio-Plastik in der Kompostieranlage?

Die Entsorger sehen Bioplastik und auch kompostierbaren Plastikersatz äußerst kritisch, vor allem in den Kompostieranlagen. Der Ablauf für Bioabfälle in einer herkömmlichen Trockenfermentationsanlage (TFA) verläuft nämlich ungefähr so: Die Bioabfälle kommen zunächst in den Fermenter und gären dort für fünf bis sechs Wochen. Spezielle Bakterienkulturen produzieren dabei Biogas. Eine Kompostierung (Rotte) des Materials findet dort nur zum (kleinen) Teil statt. Anschließend werden die Gärreste kompostiert, was etwa 6 Wochen dauert. Und dann wird ausgesiebt. Die Siebung erfolgt erst nach der Vergärung und nach der Kompostierung. Dabei wird zwischen Plastik und Bio-Kunststoffen nicht unterschieden. Bio-Kunststoffe haben sich bis dahin zwar zum Teil zersetzt, aber eben oft nicht vollständig.

Die gesetzlichen Anforderungen für biologisch abbaubare Kunststoffe sind klar umrissen. Gemäß der DIN-Norm EN 13432: Vollständige biologische Abbaubarkeit, Kompostierbarkeit und nach 3 Monaten darf nicht mehr als 10 % des Produktes übrigbleiben. Doch viele Bio-Kunststoffe zersetzen sich nur unter Laborbedingungen gemäß dieser DIN-Norm, moderne Kompostieranlagen aber arbeiten anders, bemängelt Günter Langer von den Abfallwirtschaftsbetrieben München (AWM). Weil die Prozesse dort schneller gehen, wird Bioplastik eben aussortiert. Damit würde aber die eigentlich abbaubare Bio-Plastikverpackung – wie herkömmlicher Plastikmüll auch – mehrheitlich verbrannt. Der positive Effekt der Kompostierbarkeit ginge somit flöten. Letztlich können auch die Mitarbeiter der Entsorger auf den ersten Blick nicht zwischen Bioplastik und herkömmlichem Plastik unterscheiden. Beim Vorsortieren, landet daher meist alles im Restmüll und wird verbrannt.

Gelbe Tonne oder Kapselpfand

Markenführer "Nespresso" preist die Vorteile des Materials Aluminium.  Aluminium ist geschmacksneutral und hält dem hohen Brühdruck, mit bis zu 19 bar, sicher stand. Nestlé hat seine Kapseln in Deutschland außerdem für das Duale System lizenzieren lassen, d.h. die gebrauchten Kapseln sollen in den gelben Sack oder die gelbe Tonne, um dann dem Recycling zugeführt zu werden. Um den Müll anständig zu trennen, müssten Verbraucher die Kapseln eigentlich (rest-)entleeren, um dem Material bessere Chancen zu geben, wiederverwertet zu werden. Dazu nutzen einige Kunden den "Outpresso", eine Art Zange, in die man die Kapsel legt und die beim Zusammenkneifen das Kaffeepulver herausdrückt. Doch in der Realität werden das nur die Wenigsten machen.  Und, wie bereits erwähnt, gibt es keine verlässlichen Zahlen, wie hoch die Recyclingquote von Aluminiumkapseln überhaupt ist.

Immer wieder wird auch eine Art Pfandsystem für Kaffeekapseln diskutiert, die allerdings von Nestlé, mit Verweis auf das Duale System, eher abgelehnt wird. Auch das Umweltbundesamt findet das keine praktikable Lösung. Eine Art Kapsel-Sonderabgabe lässt sich ebenfalls kaum durchsetzen.

Die beste Alternative: Wiederbefüllbare Kaffeekapseln

Mittlerweile gibt es mehrere Anbieter, die Mehrweg-Kapseln, also wieder auffüllbare Kaffeekapseln anbieten. Ist mittlerweile auch ganz einfach, meint Thomas Fischer von der Deutschen Umwelthilfe: "Jetzt glaubt der eine oder andere, das dauert ganz lange, da muss man da irgendwie reinstopfen und das ist nicht praktikabel. Aber ganz im Gegenteil. Jeder, der sich mit Mehrweg-Kaffeekapseln mal auseinandersetzt, wird merken, dass man so eine Kaffeekapsel in zehn bis 15 Sekunden befüllen kann. Also das geht viel schneller, als man denkt." Und günstiger ist die Tasse Kaffee dann ohnehin.

Was die Garantie der Kapselmaschinen angeht, sehen sich allerdings die Hersteller nicht mehr in der Pflicht, wenn ihre Maschinen durch fremde Kapseln Schaden nehmen. Das dürfte in der Regel nicht vorkommen, aber man sollte es wissen.

Entsorgungsvorteil bei Pads und Filter:

Kaffee mit gutem ökolischen Gewissen zu trinken, ist gar nicht so einfach.

Übrigens laut Deutschem Kaffeeverband brühen hierzulande immer noch 65 Prozent ihren Kaffee ganz klassisch mit dem Filter. Wenn Sie die Filtertüten entsorgen, schaden Sie der Umwelt nicht. Sie können zur Gänze in den Biomüll oder den Komposthaufen geworfen. Die Filter verrotten mit.

Die Verpackung des löslichen Kaffeepulvers kann recycelt werden: Sie sollten sie immer in die Gelbe Tonne werfen – dann produzieren Sie nur 0,2 Gramm Abfall pro Tasse Kaffee. Im Vergleich zu anderen Systemen landet die Filtertüte damit auf Platz eins!

Bei Kaffeepads ist die Umverpackung das größere Problem.

Pads schaden der Umwelt vor allem durch die Verpackung. Auch ein Kaffeepad darf in den Bio-Müll. Aber: Bei den Pads schlägt die Verpackung negativ zu Buche: 0,8 Gramm Müll verursacht jede Tasse Pad-Kaffee. Pads schaden damit der Umwelt im Vergleich mehr als die traditionellen Filtertüten.

Wasserverbauch beim Kaffeeanbau

Was den Kaffeegenuss in erster Linie ökologisch bedenklich macht, ist der Kaffeeanbau selbst. Kaffee hat allgemein eine schlechte Ökobilanz. Für den Anbau wird unter Umständen Urwald gerodet, Düngemittel und Pestizide kommen zum Einsatz. Sie belasten das Grundwasser und reduzieren die Artenvielfalt. Der Wasserverbrauch ist enorm! Die Herstellung von 1 Kilogramm Röstkaffee, erfordert in der Herstellung etwa 21.000 Liter Wasser. Pro Tasse sind das – Achtung!!! – mehr als 140 Liter. (Zum Vergleich: Ein Viertelliter Tee kommt in der Produktion mit 30 Litern Wasser aus). Rechnet man zusammen, was bei Anbau, Transportwege und Zubereitung anfällt, werden pro Tasse etwa 50 bis 100 Gramm CO2 produziert.

Die Zeiten des Filterkaffee aus der Maschine scheinen vorbei.

Kaffee aus nachhaltigem Anbau ist immer noch ein Nischenprodukt, doch nicht nur Bioläden, sondern auch Supermärkte haben ihn im Sortiment. Wollen Sie umweltverträglichen Kaffee trinken, kommen Sie um Biokaffee nicht herum. Und dann – so das Ergebnis einer Schweizer Studie von 2011 – schneiden der Kaffee aus der Espressokanne, löslicher Kaffee und der traditionelle Filterkaffee (vorausgesetzt, die Kanne wird leer getrunken) am besten ab. In puncto Ökobilanz sind sie die Gewinner. Bei den Einzelportionen führt der Kaffee im Zellstoff-Pad die Rangliste an ( Studie 2011 – Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt EMPA).

Fazit:

Eine bewusste Kaffeewahl ist auf jeden Fall das Beste für die Umwelt. Wer Kaffee mit Nachhaltigkeitslabeln kauft, trinkt jedenfalls den umweltfreundlicheren Kaffee. Das gilt auch für Kapselkaffee, obwohl dort Pulver aus nachhaltigem Anbau erst langsam im Kommen ist. 

Kaffeeanbau hat eine schlechte Ökobilanz.

Im schlechtesten Fall macht die Kaffeekultivierung rund 70 Prozent der Umweltbelastung einer Tasse Kaffee aus, im besten Fall aber gerade noch ein Prozent. Mit der richtigen Wahl des richtigen Kaffees fängt es also an.

Unterm Strich gilt nach wie vor, dass Filterkaffee die nachhaltigste Form des Kaffeegenusses ist, gefolgt von Vollautomaten und bei den Einzelportionen sind Pads immer noch besser als Kapseln. Wegen der unterschiedlichen Materialmengen der Kapseln und deren Verpackung gibt es auf dem Markt sehr große Unterschiede. Bei einem durchschnittlichen Kaffee macht die Kapsel rund einen Viertel der Umweltbelastung aus. Relativ schwere Kunststoffkapseln und solche, die zusätzlich noch einzeln verpackt sind, schneiden schlechter ab. Werden Aluminiumkapseln recycelt – und nur dann – sind sie ebenbürtig.

Bei über drei Milliarden verkauften Kaffeekapseln, rechnet Mirko Kaiser vom Magazin "Ökotest" kurz vor: "Allein die Kaffeekapseln, die in Deutschland produziert werden, reichen aneinandergereiht aus, um eineinhalb Mal die Erde zu umrunden. Und das ist auch ein sehr plastisches Beispiel, wo man mal sieht, wie viel dann  auch irgendwo im Müll landen."

Wer schon einen Kapselautomaten hat und den gerne auch behalten würde, sollte sich von den grünen Versprechungen der Anbieter nicht täuschen lassen. Jede Verpackung, jedes Produkt, das nur einmal verwendet wird, ist problematisch. Ob Plastik oder Bioplastik ist dabei nicht weiter wichtig. Mehrweg ist deshalb immer die bessere Alternative. "Diese Mehrweg-Kapsel-Alternativen, die sich ganz besonders schnell wiederverwenden lassen", sagt Thomas Fischer von der DUH, "gibt es noch gar nicht lange im Markt, und die sind ja auch noch gar nicht weit verbreitet. Erst Ende letzten Jahres kamen wirklich praktikable und schnell befüllbare Mehrwegkapseln." Geschmacklich muss jeder für sich testen, wie Kaffeepulver, Konsistenz und Menge miteinander am besten harmonieren.

Die Folgen unseres Umweltkommissars können Sie auch als BR Podcast hören!

Links:
https://orange.handelsblatt.com/artikel/65500
http://www.umweltdialog.de/de/unternehmen/oekologie/2017/Studie-zu-Kaffee-Oekobilanz-Kapselkaffee-taugt-nicht-als-Oeko-Buhmann.php
https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/kaffeekapseln-das-oeko-problem-von-nespresso-und-co-/19692808.html
https://www.zdf.de/nachrichten/heute/kapseln-aus-papier-revolution-fuer-die-kaffeemaschine-100.html
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/streit-um-die-kaffeekapsel-14979481.html
https://www.nespresso.com/de/de/thepositivecup/studien


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