Bayern 1

Was darf in den Kompost? Im Herbst anlegen: So kompostieren Sie richtig

Sie haben jede Menge Laub und Strauchschnitt im Garten? Dann legen Sie doch einen Kompost an. Wir haben eine Liste mit allem, was auf den Komposthaufen gehört. Und was nicht.

Stand: 07.10.2019

Frau wirft Gartenabfälle auf einen Komposthaufen | Bild: dpa/picture alliance

Ein Komposthaufen im Garten hat viele Vorteile: Wir produzieren mit wenig Aufwand Humus, unseren eigenen Dünger, mit dem wir den Boden in unserem Garten verbessern, oder ihn, gemischt mit Gartenerde und Sand, als Blumenerde benutzen können. Wir müssen dann keine kaufen, denn Blumenerde aus dem Gartencenter kann ökologisch bedenklich sein, denn sie enthält häufig Torf aus Mooren.

Außerdem sparen wir auch noch an anderem Ort: Wenn wir konsequent alle pflanzlichen Abfälle aus unserem Haushalt kompostieren, reduzieren wir unseren Hausmüll um bis zu ein Drittel, so eine Untersuchung der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Und wir handeln drittens ökologisch, indem wir wertvolle Pflanzenbestandteile wieder dem natürlichen Kreislauf zuführen. Kompostieren sei, so das Umweltbundesamt, "das älteste und einfachste Recyclingverfahren der Welt". Um einen guten, einwandfreien Humus zu bekommen, sollten wir unseren Komposthaufen nur mit unbedenklichem Material "füttern".

Was darf alles in den Kompost?

  • Rasenschnitt (am besten vorgetrocknet)
  • Baumschnitt, am besten zerkleinert
  • Laub
  • Reste von Beet- und Balkonpflanzen
  • verbrauchte Blumenerde
  • Obst- und Gemüsereste. Ausgenommen sind Zitrusfrüchte, deren Schale oft stark mit Chemikalien behandelt sind und Bananenschalen aus dem selben Grund.
  • Teeblätter und Kaffeesatz: nur in haushaltsüblichen Mengen, da sie erhöhte Zink- und Kupfergehalte aufweisen, so die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf.
  • Sägemehl (von unbehandeltem Holz)
  • Holzhäcksel (von unhandeltem Holz)

Was darf nicht in den Kompost?

  • Pflanzenreste mit Krankheiten, zum Beispiel Äste mit Pilzbefall (wie Kohlhernie oder Fruchtfäule) kommen in die Biotonne. Die hohen Temperaturen in Kompostierungs- und Vergärungsanlagen töten Pflanzenkrankheiten zuverlässig ab, so das Umweltbundesamt. Unbedenklich sind dagegen Pflanzen, die von Mehltau, Rost oder Sternrußtau befallen sind
  • Pflanzen, die vom Buchsbaumzünsler besiedelt sind. Diese in der Restmülltonne entsorgen.
  • Unkraut, das wir loswerden wollen und das Samen trägt - die Samen können die Kompostierung überleben und sich weiter verbreiten
  • Schnittblumen, besonders solche aus dem Supermarkt, sind oft mit Pestiziden belastet, eignen sich daher nur eingeschränkt
  • Eierschalen - sie locken Ratten an
  • Gekochte Essensreste, ebenso Brot, Fleisch, Wurst, Fisch, Gräten und Knochen - auch gefundenes Fressen für Nager. All das darf in die Biotonne, wenn der Biomüll in einer Biogasanlage weiterverarbeitet wird.
  • Holzasche (kann mit Schwermetallen belastet sein, gehört in den Restmüll)
  • Grillkohlereste
  • Staub aus dem Staubsauger oder Straßendreck
  • Kleintierstreu (Hamster, Mäuse) und Katzenstreu
  • Windeln
  • Papiertaschentücher
  • Pferdemist

Damit die Verrottung gut gelingt, sollten wir auf eine vielfältige Mischung achten, luftig schichten und für ausreichende, aber nicht zu viel Feuchtigkeit sorgen. Große Äste und Büsche sollten wir aus zwei Gründen zerkleinern: Auseinander geschnitten brauchen sie weniger Platz und die Schnittstellen machen es den Mikroorganismen leichter, das Holz zu zersetzen.

Als unterste Schicht, die am meisten verdichtet wird und dadurch oft zu wenig Sauerstoff bekommt, eignen sich "Rindenmulch, Gehölzhäcksel oder Stroh", so die Experten der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf.

Komposthaufen anlegen - in der Sonne oder im Schatten

Manche Gartenratgeber empfehlen, den Komposthaufen unter einem Baum im Schatten anzulegen, um zu verhindern, dass der Kompost zu nass wird. Bei Niederschlägen kann aber auch ein Deckel oder ein Vlies als Abdeckung dienen. Eine Abdeckung hilft auch gegen anfliegende Unkrautsamen. Auf die Verrottung hat der Standort keinen Einfluss:

"Wie Untersuchungen gezeigt haben, verläuft die Verrottung der Abfälle in vollsonniger wie auch in schattiger Lage gleichermaßen gut."

Leitfaden zur Kompostierung im Garten, Hochschule Weihenstephan-Triesdorf

Auf jeden Fall sollten wir wegen der Geruchsbildung und unter Umständen auftretenden Lästlinge wie Fliegen auf genügend großen Abstand zum Nachbargrundstück achten. Lästige Fliegen werden ferngehalten, wenn Gemüse und Obstreste mit Erde bedeckt werden.

Kompost stinkt - was tun

Den Inhalt unseres Komposthaufens sollten wir gut belüften und gut durchmischen. Je vielfältiger die Mischung ist, desto besser. Beherzigen wir diese Tipps, stinkt der Komposthaufen auch nicht. Wird der Kompost zu nass oder bekommt zu wenig Luft, beginnt er zu faulen:

"Wird der Komposthaufen nicht genug durchlüftet, fangen die Abfälle an zu faulen und es bilden sich unangenehme Gerüche. Denn unter anaeroben Bedingungen (Luftabschluss) bilden Bakterien die übelriechenden Gase Ammoniak und Schwefelwasserstoff, zudem entsteht das klimaschädliche Gas Methan."

Kompostfibel, Umweltbundesamt

Ein gut gepflegter und richtig geschichteter Komposthaufen rieche nach Waldboden, so das Umweltbundesamt.

Wie lange kompostieren

Experten raten, den Komposthaufen sechs Monate zu befüllen und ihn danach weitere sechs Monate ohne Zuführen von weiterem Material nachrotten zu lassen:

"Dann sind die meisten Bestandteile gut zersetzt – erkennbar ist dies daran, dass der frische Humus nach Waldboden riecht. Jetzt kann er im Garten verwendet werden. Pro Quadratmeter sollte man jährlich eine Schaufel flach einarbeiten."

Bayerisches Landesamt für Umwelt