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Tomaten vermehren So gewinnen Sie Tomaten-Samen selber

Vom Teller ins Blumenbeet: So gewinnen Sie Samen aus Tomaten, die Sie später ganz einfach aussäen können. Damit Sie auch im neuen Jahr frische Tomaten aus dem Garten genießen können.

Stand: 02.09.2019

Eine Frau erntet die Früchte der Tomatenpflanzen.  | Bild: mauritius-images

Samen sammelt man, wenn sie reif sind – die Früchte müssen dafür voll ausgefärbt sein. Die Tomate legt ihre Samen in die fleischig-rote Tomatenfrucht um Vögel anzulocken, die die Frucht samt Samen fressen, im Magen weitertragen und scheiden sie an anderer Stelle wieder aus. Die höchstens angedauten Samen fallen gut gedüngt zu Boden.

Wer seine Tomaten von Balkon oder Garten vermehren will, braucht also zunächst die Kerne der Tomate. Damit man keine feuchten Samen einträgt, die nachher schimmeln, wartet man ein paar Tage warmes und trockenes Wetter ab, so BAYERN 1 Pflanzenexpertin Karin Greiner.

Um die Samen verwenden zu können, muss sich die gallertartige Masse um die Kerne lösen. Dafür lösen Sie die Kerne mit einem Löffel aus der Tomate und geben Sie sie für mindestens zwei bis drei Tage in ein Glas Wasser. "Das soll ein bisschen anfangen zu gären", sagt BAYERN 1 Pflanzenexpertin Karin Greiner.

Wie lange müssen Tomatensamen trocknen?

Anschließend kippen Sie den gesamten Glasinhalt in ein Sieb und spülen das Ganze noch mal gut durch. "Dann breiten Sie die Samen auf einem Stück Küchenkrepp aus und lassen sie trocknen" sagt Karin Greiner. Das kann ein bis drei Wochen dauern. "Am besten ist zum Trocknen ein schattiger und trockener Ort", sagt Greiner.

Wenn die Samen komplett trocken sind, können Sie zur Aufbewahrung in eine Papiertüte gefüllt werden. Plastik eignet sich nicht so gut, da sie dann anfangen können zu schimmeln. Das Saatgut sollte wenn möglich bereits in der nächsten Saison gepflanzt oder für maximal ein Jahr aufbewahrt werden, empfiehlt Karin Greiner.

Welche Tomaten vermehren?

Prinzipiell lassen sich Samen aus allen Tomatensorten gewinnen. "Nur bei den samenfesten Sorten ist das Saatgut so stabil, dass bei den nachgezogenen Pflanzen dieselben Eigenschaften auftreten wie bei den Muttersorten", sagt Pflanzenexpertin Greiner. Viele der im Handel verkauften Pflanzen sind sogenannte F1-Hybride, also Kreuzungen in erster Generation. Ihre Samen können zwar verwendet werden, es entstehen daraus unter Umständen Pflanzen mit ganz anderen Eigenschaften.

Auch bei Tomaten, die aus südlichen Ländern mitgebracht werden, ist der Erfolg nicht sicher: "Es ist immer die Frage, ob die sich bei uns wohl fühlen - das sind natürlich Sorten, die an das Klima und die besonderen Verhältnisse dort angepasst sind", sagt Karin Greiner.

Warum Sie immer Ihre Tomaten ausgeizen sollten, lesen Sie hier.

Alte Sorten vermehren

Besonders empfehlenswert ist die Nachzucht laut Karin Greiner bei den sogenannten "Alten Sorten", die man nicht immer im Handel bekomme: "Wenn man die erhalten will, geht das nur über diesen Weg." Sie empfiehlt vor allem alte Ochsenherztomaten, Berner Rosen, Rote Murmel oder Goldene Königin.

Das Vermehren klappt übrigens bei Chilis und Paprika auf die gleiche Art - nur können Sie sich hier das Wässern sparen, da die Kerne nicht umhüllt sind.


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