Bayern 1


16

Tomaten vorziehen So einfach ziehen Sie Ihre eigenen Tomatenpflanzen auf der Fensterbank

Das neue Gartenjahr ist in Sicht. Endlich! Zum Ende des Monats dürfen wir schon mal die wärmeliebenden Südländer wie Tomaten, Paprika und Gurken ansäen. Natürlich gut geschützt im Haus auf unserer Fensterbank.

Stand: 04.03.2021

Tomaten vorziehen | Bild: mauritius-images

Die bei uns beliebten Fruchtgemüse wie Tomaten und Paprika (und auch Gurken) stammen ursprünglich aus wärmeren Regionen. Die Saison mit viel Wärme und viel Licht ist in unseren Breiten viel kürzer, daher brauchen diese "Südländer" unsere Starthilfe auf der heimischen Fensterbank: So können sie ab Mitte Mai bzw. Anfang Juni - je nach Witterung und Region, in jedem Fall aber nach den Eisheiligen - als kräftige Jungpflanze ins Freiland umziehen und liefern uns trotzdem bis Ende der Saison ordentlichen Ertrag.

Wann kann ich Tomaten vorziehen?

Wer zu früh sät, riskiert, dass die Keimlinge "vergeilen" - und leicht umknicken.

"Märzzeit ist Saatzeit", sagt eine alte Bauern- und Gärtnerregel. Zurecht, betont BAYERN 1 Gartenexpertin Karin Greiner: "Bis Mitte März ist das Verhältnis von Temperatur und Lichtstärke für die Sämlinge noch äußerst ungünstig. Die Saatkiste steht sehr warm, um die Keimung zu beschleunigen und die empfindlichen Sämlinge nicht zu gefährden. Die Sonne aber hat noch zu wenig Kraft, um das die durch Wärme rasch wachsenden Pflänzchen ausreichend mit Licht zu versorgen."

Die Folge ist, dass die Sämlinge lange dünne Stängel mit kleinen gelben Blättchen bilden - sie "vergeilen", wie der Gärtner sagt, knicken leicht um und sind sehr krankheitsanfällig. Besser, Sie warten bis Ende März mit der Aussaat. Und keine Angst, das ist nicht zu spät: Sind die Jungpflanzen schon zu groß und weit entwickelt, wenn es im Mai ins Freiland geht, entwickeln sie sich oft nicht so gut weiter wie ihre "jüngeren" Geschwister.

Tomaten vorziehen - Eierkarton

Ob in Eierkartons, Klopapierrollen oder Eierschalen - Tomaten keimen meist willig.

Tomaten keimen in der Regel sehr willig, sie können Sie daher gleich in einzelne Gefäße ansäen. Wenn Sie nicht ohnehin schon spezielle Töpfchen dafür auf Lager haben, sind leere Klopapierrollen, Eierkartons oder aus Zeitungspapier gerollte Töpfchen eine preiswerte und plastikfreie Alternative: Jedes Gefäß mit Anzuchterde füllen, leicht andrücken und jeweils drei Samenkörner darauf verteilen.

Wie tief muss man Tomatensamen pflanzen?

Die Tomatensamen mit etwa einem halben Zentimeter Erde bedecken und das Ganze vorsichtig angießen oder besprühen – und fortlaufend feucht halten.

Wichtig: Im Unterschied zu Pflanzgefäßen aus Plastik ziehen die Papiergefäße mehr Feuchtigkeit. Sie müssen daher umso sorgfältiger auf ausreichende Wasserzufuhr achten: Trocknen Samen einmal aus, werden sie nicht mehr keimen.

Tomaten keimen willig und sind daher gut geeignet für Garten-Einsteiger.

Optimal für Keimung ist eine Temperatur zwischen 20 und 25 Grad. Sobald die Keimlinge sichtbar werden, sollten Sie die Gefäße an einen kühleren Ort stellen, sonst wachsen die Pflänzchen zu schnell und zu instabil. Jetzt ist der Zeitpunkt, die beiden schwächeren Keime auszuzupfen; der stärkste bleibt stehen.

Tomaten pikieren

Tomaten beim Umtopfen tief setzen, und nach und nach mit Erde auffüllen - das zahlt sich bei der Ernte aus.

Sobald er die ersten richtigen Blätter zeigt, sollte der Setzling in einen größeren Topf mit zirka acht bis zehn Zentimeter Breite und normaler Pflanzerde umziehen. Zusätzliche Düngung ist nicht nötig. Wichtig ist das "Tiefer legen": Pflanzen Sie ihn jetzt und bei jedem weiteren "Umzug" immer etwas tiefer in den neuen Topf - dadurch bilden sich mehr Wurzeln und diese geben der Pflanze besseren Halt und sorgen gleichzeitig für eine bessere Nährstoffversorgung und damit auch mehr Ertrag.

Je nach Witterung können die Tomaten-Jungpflanzen nach einer Abhärtungsphase Mitte Mai bis Anfang Juni an einen von oben geschützten Ort im Freiland umziehen.

Was ist eine Aussaaterde?

Anzuchterde schimmelt

Damit Ihre Pflänzchen gesund starten: Sterilisieren Sie die Blumenerde. In einem alten Bräter für 30 Minuten bei 100 Grad in den Backofen packen, das tötet eventuell vorhandene Pilzsporen ab.

Aussaaterde oder Anzuchterde hat einen geringen Nährstoffgehalt als normale Pflanzerde. Das verhindert, dass die Keimlinge stark wachsen, dabei aber dünn und instabil werden – sogenanntes "vergeilen". Zudem bilden die Pflänzchen auf der Suche nach den Nährstoffen in der Erde mehr Wurzeln, was die Setzlinge vitaler und widerstandsfähiger macht.

Paprika vorziehen

Paprika- und Auberginensamen sind relativ klein und eher zickig beim Keimen – es lohnt sich daher, zwei bis drei von ihnen in ein Töpfchen oder eine Klorolle zu säen. Mit zirka einem halben Zentimeter Erde bedecken und feucht halten, dann erscheinen nach zirka ein bis drei Wochen die Keimlinge. Wie die Tomatenpflanzen sollten auch die Paprika-Setzlinge mit jedem Umtopfen "tiefer gelegt" werden, um die Wurzelbildung zu fördern. Sie können später zusammen mit den Tomaten ins Freiland umziehen.

Wie viel Licht muss sein?

Jungpflanzen brauchen Licht - ein heller Standplatz am Fenster ist wichtig.

Sämlinge brauchen genügend Licht zum Wachstum, sonst bilden sie lange, aber instabile Stängel und verlieren an Vitalität. Pralle Sonne auf der Südseite kann allerdings gefährlich werden: Die Keimlinge trocknen schnell aus, gerade wenn sie noch zusätzlich mit einer Folie abgedeckt sind. Auf der sichereren Seite sind Sie mit Ost- und Westfenstern; wobei die Pflanzen täglich um 180 Grad gedreht werden sollten, um die Stängel nicht dauerhaft in eine Richtung wachsen zu lassen. Wem das zu viel Arbeit ist, kann sich im Handel nach speziellen Pflanzenlampen umsehen, die auf LED-Basis für eine optimale Lichtversorgung Ihres Jungpflanzen-Kindergartens sorgt. 

So einfach und billig machen Sie sich Anzuchttöpfe

Facebook-Vorschau - es werden keine Daten von Facebook geladen.

BAYERN 1

Anzuchttöpfe selber machen: Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, die ersten Tomatenpflanzen und Co. vorzuziehen. Mit unseren selbst gemachten Anzuchttöpfen geht das umweltfreundlich und günstig.Gepostet von BAYERN 1 am Dienstag, 5. März 2019

Was Sie außerdem im Spätwinter erledigen können:

  • Bäume zurückschneiden im Spätwinter
  • Kompost sieben und ausbringen, sobald der Boden abgetrocknet ist
  • Keimproben von alten Samenpäckchen machen und gegebenenfalls neue Sämereien besorgen
  • Laub und abgestorbene Pflanzenteile aus den Beeten entfernen, damit Frühblüher wie Narzissen, Tulpen Raum zur Entfaltung haben

Mehr Garten-Tipps von Karin Greiner

Viele gute Ideen für Balkon & Garten, dazu Tipps für Zimmerpflanzen, und den Haus- und Ziergarten rund ums Jahr gibt unsere Garten-Expertin Karin Greiner jeden Samstag um 13.15 Uhr im Samstagmittag bei BAYERN 1.


16