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Tomaten selber ziehen Ab Ende März Tomaten, Gurken und Paprika vorziehen

Auch wenn es im März immer wieder noch mal Schnee, Eis und Nachtfröste gibt - das neue Gartenjahr ist in Sicht. Endlich! Zum Ende des Monats dürfen wir schon mal die wärmeliebenden Südländer wie Tomaten, Paprika und Gurken ansäen. Natürlich gut geschützt im Haus auf unserer Fensterbank.

Stand: 15.03.2019

Pflanzensetzlinge auf der Fensterbank | Bild: mauritius-images

Die bei uns beliebten Fruchtgemüse wie Tomaten, Paprika oder Gurken stammen ursprünglich aus wärmeren Regionen. Die Saison mit viel Wärme und viel Licht ist in unseren Breiten viel kürzer, daher brauchen diese „Südländer“ unsere Starthilfe auf der heimischen Fensterbank: So können sie ab Mitte Mai bzw. Anfang Juni – je nach Witterung und Region - als kräftige Jungpflanze ins Freiland umziehen und liefern uns trotzdem bis Ende der Saison ordentlichen Ertrag.

Tomaten aussäen

Tomaten keimen in der Regel sehr willig, sie können Sie daher gleich in einzelne Gefäße ansäen. Wenn Sie nicht ohnehin schon spezielle Töpfchen dafür auf Lager haben, sind leere Klopapierrollen, Eierkartons oder aus Zeitungspapier gerollte Töpfchen eine preiswerte und plastikfreie Alternative: Jedes Gefäß mit Anzuchterde füllen, leicht andrücken und jeweils drei Samenkörner darauf verteilen. Mit etwa einem halben Zentimeter Erde bedecken und das Ganze vorsichtig angießen oder besprühen – und fortlaufend feucht halten.

Warum Anzuchterde?

Anzuchterde hat einen geringen Nährstoffgehalt als normale Pflanzerde. Das verhindert, dass die Keimlinge stark wachsen, dabei aber dünn und instabil werden – sogenanntes "vergeilen". Zudem bilden die Pflänzchen auf der Suche nach den Nährstoffen in der Erde mehr Wurzeln, was die Setzlinge vitaler und widerstandsfähiger macht.

Wichtig: Im Unterschied zu Pflanzgefäßen aus Plastik ziehen die Papiergefäße mehr Feuchtigkeit. Sie müssen daher umso sorgfältiger auf ausreichende Wasserzufuhr achten: Trocknen Samen einmal aus, werden sie nicht mehr keimen.

Optimal für Keimung ist eine Temperatur zwischen 20 und 25 Grad. Sobald die Keimlinge sichtbar werden, sollten Sie die Gefäße an einen kühleren Ort stellen, sonst wachsen die Pflänzchen zu schnell und zu instabil. Jetzt ist der Zeitpunkt, die beiden schwächeren Keime auszuzupfen; der stärkste bleibt stehen.

Tomaten beim Umtopfen tief setzen, und nach und nach mit Erde auffüllen - das zahlt sich bei der Ernte aus.

Sobald er die ersten richtigen Blätter zeigt, sollte der Setzling in einen größeren Topf mit zirka acht bis zehn Zentimeter Breite und normaler Pflanzerde umziehen. Zusätzliche Düngung ist nicht nötig. Wichtig dabei: Pflanzen Sie ihn jetzt und bei jedem weiteren "Umzug" immer etwas tiefer in den neuen Topf – dadurch bilden sich mehr Wurzeln und diese geben der Pflanze besseren Halt und sorgen gleichzeitig für eine bessere Nährstoffversorgung und damit auch mehr Ertrag. Je nach Witterung können die Tomaten-Jungpflanzen nach einer Abhärtungsphase Mitte Mai bis Anfang Juni an einen von oben geschützten Ort im Freiland umziehen.

Gurken anbauen

Junge Gurkenpflanzen reagieren empfindlich, wenn ihr Wurzelballen beim Umtopfen verletzt wird.

Gurken reagieren sehr empfindlich beim Umtopfen, wenn ihr Wurzelballen zerfällt. Sie können sie daher wie bei den Tomaten beschrieben in Klorollen ansäen – allerdings nur mit einem Samenkorn pro Rolle, das mit ein bis zwei Zentimter Erde bedeckt wird. Je nach Sorte erscheinen nach ein bis zwei Wochen die Keimlinge, die sich problemlos herausschälen und in einen größeren Topf versetzen lassen, sobald sich die ersten richtigen Blätter zeigen.

Alternativ können Sie jedes Samenkorn in einen nur halb gefüllten Topf mit zirka zehn Zentimeter Durchmesser säen, und ihn parallel zum Wachstum des Keimlings mit Pflanzerde auffüllen. Dadurch bilden sich entlang des Stängels weitere Wurzeln, die für Standfestigkeit und höhere Nährstoffzufuhr für die Gurkenpflanze sorgen.

Paprika säen

Paprika- und Auberginensamen sind relativ klein und eher zickig beim Keimen – es lohnt sich daher, zwei bis drei von ihnen in ein Töpfchen oder eine Klorolle zu säen. Mit zirka einem halben Zentimeter Erde bedecken und feucht halten, dann erscheinen nach zirka ein bis drei Wochen die Keimlinge. Wie die Tomatenpflanzen sollten auch die Paprika-Setzlinge mit jedem Umtopfen "tiefer gelegt" werden, um die Wurzelbildung zu fördern. Sie können später zusammen mit den Tomaten ins Freiland umziehen.

Wie viel Licht muss sein?

Sämlinge brauchen genügend Licht zum Wachstum, sonst bilden sie lange, aber instabile Stängel und verlieren an Vitalität. Pralle Sonne auf der Südseite kann allerdings gefährlich werden: Die Keimlinge trocknen schnell aus, gerade wenn sie noch zusätzlich mit einer Folie abgedeckt sind. Auf der sichereren Seite sind Sie mit Ost- und Westfenstern; wobei die Pflanzen täglich um 180 Grad gedreht werden sollten, um die Stängel nicht dauerhaft in eine Richtung wachsen zu lassen. Wem das zu viel Arbeit ist, kann sich im Handel nach speziellen Pflanzenlampen umsehen, die auf LED-Basis für eine optimale Lichtversorgung Ihres Jungpflanzen-Kindergartens sorgt. 

Was Sie außerdem jetzt erledigen sollten:

  • Bäume zurückschneiden im Spätwinter
  • Kompost sieben und ausbringen, sobald der Boden abgetrocknet ist
  • Keimproben von alten Samenpäckchen machen und gegebenenfalls neue Sämereien besorgen
  • Laub und abgestorbene Pflanzenteile aus den Beeten entfernen, damit Frühblüher wie Narzissen, Tulpen Raum zur Entfaltung haben

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