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Tomaten ausgeizen Warum Sie Ihre Tomaten unbedingt ausgeizen sollten

Wer seine Tomatenpflanzen regelmäßig ausgeizt, kann größere Tomaten ernten. Wie Sie ausgeizen und bei welchen Pflanzen, wir haben die Tipps für eine reiche Tomatenernte.

Stand: 10.07.2019

Frau erntet Tomaten | Bild: mauritius-images

Welche Tomatensorten ausgeizen

Ausgeizen muss man nur Stabtomaten - das sind alle Tomatensorten, die für ihren Wuchs an einem Stab, einer Schnur oder mit einem Rankgitter gestützt werden müssen und nur einen bis zwei, nicht sehr stabile, Haupttriebe ausbilden. Stabtomaten werden bis zu 2,50 Meter hoch. Und müssen ausgegeizt werden, damit sie viele und große Früchte tragen, denn die Seitentriebe rauben der Pflanze Kraft. Viele Gärtner beschränken auch deswegen den Wuchs ihrer Stabtomaten auf fünf bis sechs Blütenstände. Beschränken wir die Zahl der Blütenstände, sinkt die Gefahr, dass die Pflanze unter dem Gewicht der Früchte bricht.

Ausgeizen - wie geht das

Ausgeizen bedeutet nichts anders als Seitentriebe, die sogenannten Geiztriebe, die sich an den Blattachseln bilden, vorsichtig abzubrechen, abzuknipsen oder abzuschneiden. Ausgeizen sollten wir unsere Tomatenpflanzen jede Woche, empfiehlt BAYERN 1 Gartenexpertin Karin Greiner. Wenn wir die Befestigung unserer Tomatenpflanzen kontrollieren und sie gegebenenfalls "nachleiten", wie das die Gärtner nennen, können wir uns gleich auch um den Wildwuchs der Geiztriebe kümmern. Spätestens, wenn die wilden Triebe zehn Zentimeter Länge erreichen, sollten wir sie entfernen.

Vorsichtig vor- und zurückdrücken und abbrechen: So geizt man Stabtomaten aus.

Wenn wir schon mal dabei sind, sollten wir kranke, vergilbte und vertrocknete Blätter von den Tomatenpflanzen pflücken und auch die unteren Blätter abknipsen, damit die Pflanze mehr Luft bekommt. Blätter, die den heranwachsenden Tomaten Schatten bereiten, bitte dranlassen. Direkte Sonne vertragen die Tomaten nicht gut. Die herausgebrochenen Triebe und entfernten Blätter müssen wir nicht auf den Kompost tragen, wir mulchen damit unsere Tomatenpflanzen, indem wir sie unter die Pflanze auf die Erde legen.

Geiztriebe als Stecklinge

Unsere BAYERN 1 Gartenexpertin Greiner hat noch einen besonderen Tipp: "Besonders kräftige Geiztriebe können Sie auch als Stecklinge verwenden. Einfach in lockere, sandige Erde stecken, feucht halten. Das gibt dann gleich zusätzliche Tomaten."

Strauchtomaten nicht ausgeizen

Busch- und Strauchtomaten sollten wir nicht ausgeizen, denn sie sind eigens so gezüchtet, dass sie mehrtriebig in die Breite wachsen. Geiztriebe in dem Sinne gibt es bei diesen Tomatensorten nicht, jeder Trieb kann Früchte tragen.

Tomaten gießen

Das gilt für alle Sorten: Tomatenpflanzen müssen regelmäßig und oft ausgiebig gegossen werden, allerdings nie von oben. Die Blätter sollten trocken bleiben und möglichst vor Regen geschützt sein. Sind die Blätter - auch durch Regen - ständig feucht, kann sich Braunfäule auf ihnen entwickeln. Diese Pilzerkrankung befällt erst die Blätter, die sich schwarz-braun verfärben und vernichtet anschließend die Tomatenernte an der betroffenen Pflanze: Die Tomaten werden hart, sind oben braunverfärbt und unten grün. Essen kann man sie dann nicht mehr, denn sie enthalten die für den Menschen giftigen Pilzabwehrstoffe, die die Pflanze bei Befall entwickelt.

Tomaten düngen

Um den Ertrag zu steigern, sollten wir unsere Tomaten ab Juni auch regelmäßig düngen. Das geht mit Brennnessel- oder anderer Kräuterjauche. Wie man eine nicht stinkende Alternative zur Jauche herstellt und andere Hausmittel im Garten einsetzt: Kaffeesatz als Dünger - So düngen Sie Ihre Pflanzen mit Hausmitteln.