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    Weltgrößte Passivhaussiedlung: Erste Bilanz verhalten positiv

    Passivhäuser gelten als Zukunftsmodell: Im besten Fall sollen sie Wärmeenergie so gut speichern und zurück gewinnen, dass man nicht heizen muss. In der weltgrößten Passivhaus-Siedlung in Heidelberg wurde jetzt eine erste Bilanz gezogen.

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    Die Heidelberger Bahnstadt ist eine typische Neubausiedlung. Betonhäuser, meist weiß oder grau und maximal fünf Stockwerke hoch. Die Fenster sind groß, oft reichen sie vom Boden bis an die Decke. Dächer und Innenhöfe sind begrünt. Es gibt Kindergärten, eine Schule, Geschäfte, Cafés, Büros und Wohnhäuser.

    Ein eigenes Stadtviertel

    Das Besondere: die Außenwände aller Häuser sind mehrfach isoliert und die Scheiben dreifach verglast. Eine Lüftung pumpt die verbrauchte Luft aus der Wohnung hinaus und frische hinein. Die Wärme der abgestandenen Luft wird dabei an die frische abgegeben. Das spart viel Energie. Das zeigt auch die erste Energiebilanz des neuen Stadtteils:

    „Sie brauchen mehr Wärme um das Warmwasser zu machen als um zu heizen.“ (Walter Orlik, Klimaschutz- und Energieberatungsagentur KLIBA)

    In manchen Wohnungen liegen die Heizkosten sogar bei Null. Insgesamt scheint das Konzept in der größten Passivhaus-Siedlung aufzugehen – jedenfalls in Sachen Heizenergie. Allerdings zeigen sich auch Probleme.

    Zu viel Wärme im Sommer

    Die Hitze an Sommertagen bereitet manchen Passivhausnutzern Probleme. Privatwohnungen weniger, sie lassen bei großer Hitze die Rollos herunter und öffnen alle Fenster. In Läden oder Cafes allerdings geht das nicht – Kunden denken dann, dass der Laden geschlossen ist.

    Im Sommer haben hier alle Gewerbetreibenden das Problem der Hitze. Ich war hier dauerhaft bei 40 Grad im Laden. Das ging nicht mehr raus. Egal, was man macht. (Alessandra, Inhaberin eines Buchladens)

    Ein Friseurladen hat sogar schon eine Klimaanlage eingebaut. Damit ist das Passivhausmodell schon zunichte gemacht. Tatsächlich ist das Thema Kühlung ein Thema, für das die Passivhausbranche zwar Ideen, aber noch keine Standardlösungen hat. Eine Idee: im Sommer Kaltwasser in die Heizungen leiten. Doch der Klimawandel und die immer wärmeren Sommer sind beim Energiesparen vielleicht eine der größten Herausforderungen für die Zukunft.