BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© picture alliance / newsco; Joe Marino
Bildrechte: picture alliance / newsco; Joe Marino

SpaceX: 60 weitere Satelliten im All

1
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

EU vs. USA: Wie steht es ums Internet aus dem All?

Am vergangenen Sonntag ist die Falcon-9-Rakete des US-Konzerns SpaceX zum neunten Mal gestartet und hat weitere 60 Satelliten, die für den Internetausbau gedacht sind, in die Umlaufbahn geschossen. Können da ESA und EU eigentlich noch mithalten?

1
Per Mail sharen
Von
  • Leander Beil

Nicht erst die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass es bei der Digitalisierung in Deutschland hakt. Vor Kurzem hat die Opposition fünf Handlungsfelder angeprangert. Doch nicht nur Deutschland hinkt hinterher, die gesamte EU droht laut einer neuen Studie der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik im internationalen Vergleich abgehängt zu werden.

Vorreiter sind die USA mit SpaceX

Als Vorreiter in Sachen Digitalisierung beziehungsweise Internet aus dem All wird hingegen das in den USA angesiedelte Raumfahrtunternehmen SpaceX gesehen. Dessen Satelliten sind Teil des "Starlink"-Netzwerks, das SpaceX aufbaut, um Internetkonnektivität besonders für ländliche Gebiete auf der Erde zur Verfügung zu stellen. Am vergangenen Sonntag nun brachte eine SpaceX-Falcon-9-Rakete vom Kennedy Space Center der NASA aus die neueste Charge von 60 Satelliten ins All und kehrte anschließend erfolgreich zur Erde zurück. Die Mission wurde live auf YouTube übertragen und von mehreren hunderttausend Zuschauern mitverfolgt.

Bereits drei Tage zuvor war eine weitere SpaceX-Rakete diesmal vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral aus gestartet. Die nächste Lieferung in den Weltraum ist bereits geplant – und zwar für den 21. März. Das Unternehmen hat die Erlaubnis, 12.000 Satelliten als Teil des Projekts zu entsenden. Bis jetzt kommt SpaceX auf circa 1.000 aktive Satelliten im Orbit.

EU kann nur schwer mithalten

Bei solchen Zahlen kann die EU, und damit die Europäische Weltraumorganisation ESA, nur schwer mithalten. Zuletzt hatte die ESA 2020 von 40 Satelliten für das Konkurrenzprojekt zu Starlink "OneWeb" berichtet. Josef Aschbacher, seit Anfang März neuer Chef der ESA, sieht unter anderem die geringe Risikobereitschaft in der Organisation als Problem:

"US-amerikanische Unternehmen wie SpaceX oder der Mars Rover Perseverance sorgen immer wieder für Schlagzeilen. In Europa gibt es derzeit keine solchen Schlagzeilen. Wenn Europa keinen Ruck nach vorne macht, werden wir zurückfallen." Josef Aschbacher, Generaldirektor der ESA

Aschbacher sieht es als seine Aufgabe als neuer ESA-Chef, den Wettbewerb in dieser Hinsicht zu befeuern. Davon erhofft er sich noch größere Innovationen und eine günstigere Preislage.

© BR
Bildrechte: picture-alliance/dpa

Eine Frau aus Europa, die auf dem Mars ihre Fußabdrücke hinterlässt, das wünscht sich Josef Aschbacher. Seit 1. März ist er Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation ESA.

Europäische Kommission gibt Machbarkeitsstudie in Auftrag

Kurz vor Weihnachten 2020 hatte die Europäische Kommission ein Konsortium aus europäischen Satellitenherstellern, -betreibern und -dienstleistern ausgewählt, um die mögliche Entwicklung eines weltraumgestützten Kommunikationssystems in europäischer Hand zu untersuchen. Die Studie soll die Machbarkeit einer neuen Initiative zur Stärkung der europäischen digitalen Souveränität bewerten. Blickt man auf die weltweite Konkurrenz, kann das nur als dringend nötige Initiative gesehen werden.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!