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Bildrechte: Projektruppe Köster

OT Evakuierung für BR24

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Sicherheit im Bierzelt: Besser evakuieren dank neuer App

Wo viele Menschen sind, braucht es Evakuierungspläne: Egal ob Unwetter-, Feuer- oder Anschlagswarnung – Veranstalter müssen dafür sorgen, dass Menschen schnell und ohne Panik in Sicherheit kommen. Software der Hochschule München soll dabei helfen.

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Wie groß müssen Eingänge sein? Wo die Schilder für die Notausgänge? Wieviel Sicherheitsleute müssen bereit stehen? Für all das gibt es Regeln, um Menschen sicher zu evakuieren. Und Simulationen, mit denen man durchspielen kann, ob das Notfallkonzept funktioniert.

Nicht jeder flüchtet gleich schnell

Bisherige Modelle aber funktionieren sehr einfach: dort verhalten sich alle simulierten Menschen gleich. Wie ein Molekül, das in Richtung eines Ausgangs strebt. Der Informatikerin Gerta Köster ist das nicht genug. Denn nicht jeder Mensch verhält sich gleich:

"Eine Familie, die lässt sich nicht trennen. Dadurch wird es teilweise leichter, weil sie sich gegenseitig helfen. Aber teilweise auch schwieriger, weil sie wie ein grobes Korn in diesem Fluss sind und das Ganze verlangsamen." (Prof. Gerta Köster, Hochschule München)

Köster und ihr Team haben ein Simulationsprogramm entwickelt, in dem man einzelnen Menschen sozusagen einen eigenen Willen geben kann. Denn Menschen verhalten sich nicht wie leblose Teilchen. Befragungen mit Augenzeugen von Bombenexplosionen zeigen: Nicht alle denken nur an die eigene Rettung, viele helfen Verletzten. Solche Szenarien berücksichtigt die Simulation.

Per Datenbrille nach Schwachstellen suchen

Veranstalter können sich das mit App und Datenbrille sogar in lebensnahen Bildern anschauen. Wenn die Figuren im Bierzelt alle gleichzeitig zu den Türen rennen, sieht man dort auch die Bierkrüge umfallen. Und wo sich Personen unerwartet zusammendrängen. So kann der Räumungsplan besser werden.

"Vielleicht hilft es ja, wenn ein Sicherheitsbeamter dasteht und sagt: Bitte ruhig, es geht weiter. Das ist was anderes, als wenn ich da stehe und allein gelassen werde." (Dr. Angelika Kneidl, accu:rate GmbH - Institute for Crowd Simulation)

Die ersten Erfahrungen mit Veranstaltern zeigen: Oft helfen schon kleine Maßnahmen, um die Sicherheit zu verbessern. Nicht immer sind große Umbauten nötig.