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Hubble-Teleskop fotografiert galaktische Halloween-Fratze | BR24

© NASA, ESA, J. Dalcanton, B.F. Williams and M. Durbin (University of Washington)

Das Weltraumteleskop Hubble hat zwei verschmelzende Galaxien fotografiert: Sie erinnern an ein schauriges Gesicht. Wie passend zu Halloween!

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Hubble-Teleskop fotografiert galaktische Halloween-Fratze

Das Weltraumteleskop Hubble überrascht uns immer wieder mit spektakulären Aufnahmen aus dem All. Pünktlich zu Halloween zeigt uns Hubble seine neueste Entdeckung: ein schauriges kosmisches Gesicht. Es zeugt von einer ungewöhnlichen Galaxienkollision.

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Da hat sich das Hubble-Teleskop für Halloween aber extra viel Mühe gegeben - und das europäische Hubble-Informationszentrum in Garching hat den gruseligen Fund genau zum richtigen Zeitpunkt veröffentlicht. Das Weltraumteleskop hat eine ganz besondere Galaxienkollision beobachtet, bei der die beiden verschmelzenden Galaxien wie ein schauriges kosmisches Gesicht mit leuchtenden Augen wirken.

Zentren der Galaxien bilden die schaurigen Augen der Halloween-Fratze

Die beiden Galaxien waren etwa gleich groß und sind in rund 704 Millionen Lichtjahren Entfernung von unserer Milchstraße frontal zusammengestoßen. Die Zentralregionen der beiden Galaxien liegen ungewöhnlich gleichauf nebeneinander und bilden so die beiden "Augen" der Formation, die den Namen "Arp-Madore 2026-424" und damit die Katalognummer "AM 2026-424" trägt. Die Aufnahme in den sogenannten Arp-Madore-Katalog "der südlichen besonderen Galaxien" kommt einer Auszeichnung gleich: In dieser Liste, die nach den zwei Astronomen Halton Arp und Barry Madore benannt ist, werden besonders auffällige und außergewöhnliche Galaxien festgehalten.

Junge Sterne bilden das Galaxien-Gesicht samt Nase und Mund

Schon dass die beiden Galaxien ungefähr gleich groß waren, sei ungewöhnlich, teilt das Hubble-Informationszentrum mit. Meist würden kleinere von größeren Galaxien verschlungen. Durch den Frontalzusammenstoß, den Hubble am 19. Juni 2019 eingefangen hatte, wurden die Scheiben aus Gas, Staub und Sternen der beiden Galaxien nach außen gezogen. Die Turbulenzen lösten außerdem eine heftige Welle der Sternentstehung aus: Ein Ring junger Sterne bildete sich, der wiederum blau leuchtet und Nase, Mund und die Konturen des galaktisch-schaurigen Gesichts formt. Solche Ringgalaxien sind selten, weil die Galaxien hierfür genau in einer bestimmten Ausrichtung kollidieren müssen. In unserer kosmischen Nachbarschaft gibt es wohl nur wenige hundert davon.

Halloween-Gesicht wird "nur" rund 100 Millionen Jahre lang existieren

In astronomischen Maßstäben sei die Formation ein kurzlebiges Gebilde, das nur etwa 100 Millionen Jahre lang so zu sehen sein werde. In einer Milliarde bis zwei Milliarden Jahren würden die beiden Galaxien so stark miteinander verschmolzen sein, dass ihre Vergangenheit nicht mehr zu erkennen sein werde, erklärte das Hubble-Informationszentrum in Garching. Spätestens dann wird von der schaurigen Halloween-Fratze nichts mehr zu sehen sein.

© BR/alpha-Centauri

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Hubble-Nachfolger: James-Webb-Weltraumteleskop

Weil das Teleskop Hubble mittlerweile in die Jahre gekommen ist, soll es in den nächsten Jahren abgelöst werden: vom James-Webb-Weltraumteleskop, einer Kooperation von NASA, ESA und der kanadischen Weltraumagentur CSA. Es wird hauptsächlich Daten im Infrarotbereich sammeln, aber auch Bilder im sichtbaren Lichtspektrum aufnehmen. So könnte es Informationen vom Beginn des Universums, den ersten Sternen und Galaxien liefern. Allerdings wird es nicht vor 2021 so weit sein.