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Giftige Ammen-Dornfinger-Spinne breitet sich in Deutschland aus | BR24

© picture alliance / blickwinkel/ Fotograf: G. Kunz

Eine Folge des Klimawandels: Der ursprünglich aus Südeuropa kommende Ammen-Dornfinger ist mittlerweile auch in Deutschland heimisch.

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    Giftige Ammen-Dornfinger-Spinne breitet sich in Deutschland aus

    Ursprünglich kommt sie aus Südeuropa, doch wegen des Klimawandels wird die Ammen-Dornfinger-Spinne auch bei uns immer häufiger gesichtet. Ein Biss ist für den Menschen zwar nicht wirklich gefährlich, ein paar Verhaltensregeln sind aber zu beachten.

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    Der Ammen-Dornfinger ist schon seit den 1950er-Jahren in Deutschland ansässig, doch wegen steigender Temperaturen breitet er sich hierzulande immer mehr aus. Ein Grund zur Sorge ist das trotzdem nicht. Der Ammen-Dornfinger gehört zwar zu den giftigen Spinnenarten, ist aber bei genauerem Hinsehen für den Menschen nicht wirklich gefährlich.

    Ammen-Dornfinger-Spinne - ein Aufeinandertreffen ist unwahrscheinlich

    Das liegt zum einen daran, dass der Ammen-Dornfinger nachtaktiv und scheu ist. Zudem versteckt sich die mit etwa 1,5 Zentimetern Körperlänge relativ große Spinne in hohem Gras, aber auch in extensiv genutzten Agrarflächen und begrünten Weg- und Waldrändern.

    Verhaltensregel 1: Streifen Sie in den Sommermonaten nicht durch hohes Gras, wo sich die Tiere versteckt halten können.

    Harmlose Giftspinne - nur bei Bedrohung ist sie gefährlich

    An sich ist der Ammen-Dornfinger ein harmloses Tier. Gefährlich wird es nur, wenn er sich und seine Brut bedroht fühlt. Dann beißt er zu und kann sogar als einzige zwar eingewanderte, aber mittlerweile bei uns heimisch gewordene Spinnenart mit seinen kräftigen Kieferklauen die menschliche Haut durchdringen. Deshalb:

    Verhaltensregel 2: Halten Sie bei Spaziergängen Ausschau nach Gespinnsten. Sie sind meist in Gräsern auf Hüfthöhe zu finden. Zerstören Sie diese nicht.

    Der Biss der Spinne: unangenehm, aber ungefährlich

    Sollte die Spinne doch einmal zugebissen haben, ist das kein Grund zur Panik. Der Biss eines Ammen-Dornfingers soll sich wie ein Wespenstich anfühlen, sagen Betroffene. Es können dann folgende Symptome auftreten:

    • Die Gliedmaßen können extrem anschwellen.
    • In seltenen Fällen können außerdem Fieber, Kreislaufversagen, Schwindel, Schüttelfrost oder Erbrechen auftreten.
    • Alle Symptome klingen nach spätestens zwei bis drei Tagen wieder ab, heißt es unter anderem auf der Internetseite des Naturschutzbundes Baden-Württemberg.

    Verhaltensregel 3: Bewahren Sie nach einem Biss Ruhe und beginnen Sie nicht, an der Bissstelle zu kratzen. Der Naturschutzbund Brandenburg empfiehlt sogar, die Spinne, wenn möglich, zur genauen Identifikation einzufangen und mit zum Arzt zu nehmen.

    Das kurze Leben der Ammen-Dornfinger-Spinne

    Die grün-orange-braune Spinne lebt nur ein Jahr. Die Männchen sind von Juni bis September zu finden, sie sterben nach dem Paarungsakt im Juli. Die geschlechtsreifen Weibchen, die von Juli bis November auftauchen, legen im August 80 bis 165 Eier in ihr etwa hühnereigroßes Brutgespinst. Das Brutverhalten des Ammen-Dornfinger-Weibchens ist ungewöhnlich: Es verlässt ihr Gespinst nicht, bis ihre Jungen im November bereit sind, das Nest zu verlassen. Das Weibchen ist von der Brutzeit derart ausgelaugt, dass es kurz danach an Unterernährung und Erschöpfung stirbt. Die Jungspinnen hingegen bauen sich - nachdem sie ihr Nest verlassen haben - sofort ein Gespinst zur Überwinterung.

    Gifte im Tierreich - die Ausstellung in Augsburg

    Viele Menschen haben Angst vor giftigen Tieren, wie Schlangen, Reptilien oder Spinnen. Nicht immer ist das begründet. Mit der Ausstellung "Ganz schön giftig!", die derzeit in Augsburg zu sehen ist, will das dortige Naturmuseum auf das Thema "Gifte im Tierreich" aufmerksam machen. Die Besucher sollen darin nicht nur auf die Gefahren der Gifte im Tierreich hingewiesen werden, sondern auch auf deren Nutzen - wie zum Beispiel in der Medizin.