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Winkel- und Zitterspinnen suchen jetzt Schutz im Haus | BR24

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Audio: Von wegen igitt! Spinnen sind das einzige Haustier, das eindeutig nützlich ist: Sie fressen Stechmücken und Kleidermotten. Aber auch die Spinnen draußen sind es wert, unter die Lupe genommen zu werden. Spinnenjagd - einmal anders.

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Winkel- und Zitterspinnen suchen jetzt Schutz im Haus

Es wird herbstlich und ungemütlich. Das merken auch die Spinnen, die Platz zum Überwintern suchen. Häuser sind ideale Winterquartiere. Das freut nicht jeden. Trotzdem sollte man daran denken: Spinnen sind nützlich und sollten nicht getötet werden.

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Vielen Menschen graut es vor Spinnen, die achtbeinigen Tiere können gar eine Phobie auslösen. Dabei sei keine der 1.000 heimischen Spinnenarten für einen gesunden Menschen gefährlich, erklärt Robert Klesser, Forschungspreisträger der Deutschen Wildtier Stiftung und Spinnenkundler. Die meisten Spinnen seien zudem sehr scheu und gar nicht scharf darauf, mit den Menschen in Kontakt zu kommen.

Spinnen sind nützlich

Was man bei allem Ekelfaktor nicht vergessen sollte: Spinnen hätten viele positive Eigenschaften und seien erstklassige Schädlingsvertilger, denen durch intensive Agrarwirtschaft, Urbanisierung, Trockenheit und weniger Nahrung durch den Insektenschwund schon genug zugesetzt werde, sagt Klesser. Daran solle man denken, wenn die achtbeinigen Geschöpfe jetzt im Haus oder der Wohnung versuchten, Unterschlupf zu finden.

Mit diesen Spinnen müssen Sie jetzt rechnen

Für Spinnen ist es egal, ob sie ihr Quartier an einem Baumstamm, einer Felswand oder Hauswand suchen - Hauptsache, es ist ein frostfreies Plätzchen. Wenn sie sich dabei ins Haus oder in die Wohnung verirren: Bitte Finger weg von Staubsaugern oder chemischen Vernichtungskeulen. Setzten Sie die Tiere lieber wieder ins Freie. Meist sind es drei Arten von Spinnen, die Ihnen ab jetzt einen Besuch abstatten können:

Die Große Hauswinkelspinne

Die Große Hauswinkelspinne ist dunkelbraun und kann schon eine kapitale Größe von bis zu zehn Zentimetern erreichen - nichts für schwache Nerven! Sie mag es feucht und kühl, weswegen sie sich in Ecken und Nischen in Kellern und Bädern wohlfühlt.

© picture alliance/imageBROKER

Da lieber nicht: Winkelspinne auf einem Buch.

Vielleicht sollte man sich überlegen, ihr im Keller ein Quartier zu bieten, denn in ihren trichterförmigen Netzen erbeutet sie Kellerasseln, Tausendfüßler, kleinere Spinnen, Fliegen, Mücken oder Wespen. Die will man schließlich auch nicht im Haus haben. Wenn man sich entschließt, sie rauszuschmeißen, hilft ein Gartenbesen, in dessen Borsten sich die Spinne flüchten kann, oder ein Spinnenfänger. So kann man das Tier sanft nach draußen transportieren.

Die Große Zitterspinne

Ein filigranes Geschöpf: Die Große Zitterspinne hat dünne Beinchen und einen durchscheinenden Körper. Ihren Namen verdankt sie einer geschickten Strategie: Wenn ein Feind naht, schwingt sie ihr großflächig angelegtes Netz hin und her. So tut sich ihr Feind schwer, sie mit seinen Augen auszumachen.

© (c) dpa

Die Große Zitterspinne frisst andere Spinnen.

Mit einem Glas, das Sie vorsichtig über die Spinne stülpen und mit einem Pappdeckel abdecken, können Sie die Spinne nach draußen entlassen. Die Zitterspinne ist eigentlich eine Höhlenart aus den Subtropen und fühlt sich deshalb in unseren Häusern wohl. Ihr Vorteil: Sie ist darauf spezialisiert, auch andere, oft viel größere Spinnen zu erbeuten. Sind Zitterspinnen im Haus, werden Winkelspinnen zur Mahlzeit!

© picture alliance / blickwinkel

Schau mir in die Augen: Nahaufnahme der Großen Zitterspinne.

Spaltenkreuzspinne und Sektorspinne

Radnetzspinnen wie die Spaltenkreuzspinne oder die Sektorspinne haben eine Vorliebe dafür, ihre Netze an Lampen auf der Terrasse, am Hauseingang oder im Wintergarten zu bauen. Dabei können sie sich schon mal ins Haus verirren. Dagegen hilft nur, das Licht auszuschalten. Das hält die Spinnen fern.

© picture alliance / blickwinkel

Spaltenkreuzspinne.

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Sektorspinne.

Helfen Hausmittel wie Zitronen- oder Pfefferminzöl?

In Omas Trickkiste braucht man laut Klesser nicht zu greifen, um die achtbeinigen Tiere loszuwerden, denn die alten Hausmittel Zitronen- oder Pfefferminzöl funktionieren Klessers Meinung nach meist nicht.

"Studien sagen, dass zum Beispiel Kreuzspinnen furchtbar anspruchslos sind, was Geruch und Geschmack angeht. In unseren Versuchsreihen haben Kreuzspinnen sogar Beute genommen, die mit Essig und Bittersalz versetzt war." Robert Klesser,Spinnenkundler