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Gewürze in der Weihnachtsbäckerei | BR24

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Weihnachtliche Gewürze

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Gewürze in der Weihnachtsbäckerei

Allein ihre Namen reichen, um ein Feuerwerk an weihnachtlichen Verheißungen zu wecken: Gewürze wie Zimt, Anis oder Kardamom sind an den Feiertagen allgegenwärtig. Sie verfeinern Ihren Glühwein und Ihre Plätzchen.

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Die Advents- und Weihnachtszeit ohne Vanillekipferl, Zimtsterne und Stollen? Das ist kein richtiges Weihnachten! Deshalb haben wir hier die besten Platzerl-Rezepte für Sie zusammengestellt. Und welche Gewürze Ihren Plätzchen eine besondere weihnachtliche Note verleihen, erfahren Sie hier:

Zimt - in der süßen Küche unentbehrlich

Zimt wird aus der getrockneten Rinde von Zimtbäumen verwendet, entweder als Pulver oder Stangen. In europäischen Ländern verwendet man Zimt vor allem fürs Adventsgebäck und Süßspeisen. Andere Kulturkreise verfeinern damit auch Fleischspeisen, Linsen, Kartoffeln, Currys und vieles mehr.

Man unterscheidet zwischen dem Ceylon-Zimt und dem aus China stammenden Cassia-Zimt. Ceylon-Zimt ist daran zu erkennen, dass mehrere der nur Millimeter dicken Rindenschichten zu sogenannten Quills ineinander geschoben werden. Aus solchen Stangen entsteht der feinste und qualitativ beste Zimt. Cassia-Zimt ist etwas schärfer, vor allem aber dunkler als Ceylon-Zimt, die Rinde ist sehr viel dicker.

Verbraucherschützer empfehlen fürs Backen Ceylon-Zimt, da dieser weit weniger Cumarin enthält als das chinesische Pendant. Cumarin ist ein natürlicher Aromastoff, der in hoher Dosierung Leberschäden auslösen kann.

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Stangenzimt

Kardamom - einzigartiger Geschmack

Kardamom stammt aus Asien und ist ein Verwandter des Ingwer. Er wird in der Weihnachtsbäckerei vor allem für Lebkuchen verwendet. Kardamom war bereits im 3. Jahrtausend v. Chr. zwischen Euphrat und Tigris sowie in China als Heil- und Gewürzpflanze bekannt. Kardamom kommt in unterschiedlichen Arten vor, bei uns ist der Grüne Kardamom am gebräuchlichsten.

Kardamom hat ein intensives Aroma und schmeckt süßlich-scharf - er erinnert leicht an Eukalyptus. Das exotische Gewürz ergänzt nicht nur orientalische Gerichte, sondern wird in Asien auch für Tee oder Kaffee verwendet. Hierzulande kommt Kardamom vorwiegend in der Weihnachtszeit zum Einsatz. Damit werden Lebkuchen, Spekulatius oder Glühwein verfeinert. Manches Gebäck erhält erst durch ihn seinen einzigartigen Geschmack.

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Kardamom

Nelken - heilendes Gewürz

Gewürznelken sind die getrockneten Knospen eines immergrünen Myrthengewächses. Nelken werden weltweit angebaut - als besonders gut gelten Nelken von Sansibar, Madagaskar und den Molukken. Damit sie ihr volles Aroma behalten, sollte man sie im Ganzen kaufen. Gewürznelken haben einen kräftigen Geschmack und sorgen in vielen Gerichten für einen unverwechselbaren Geschmack. In der Weihnachtsküche ist die Nelke nicht wegzudenken. Ihr Geschmack verfeinert auch Lebkuchen, Glühwein oder Punsch.

Der Klassiker zu Weihnachten sind mit Nelken gespickte Orangen, die ein wunderbares "Weihnachtsaroma" verströmen. Und wer über die Feiertage Zahnschmerzen bekommt, sollte an das alte Hausmittel denken: Einfach vorsichtig auf eine Nelke beißen. Dabei werden ätherische Öle freigesetzt, die betäubend wirken.

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Gewürznelken

Anis - der süße Kümmel

Anis verdankt dem ätherischen Öl Anethol seinen besonderen Geschmack. In der Weihnachtbäckerei wird Anis nicht nur in Anisplätzchen, sondern auch in Backwaren wie Lebkuchen und Pfeffernüssen, zum Verfeinern von Süßspeisen und auch für Spirituosen verwendet. Anis wird auch der "süße Kümmel" genannt. Vorsicht bei der Dosierung: Das intensive Gewürz dominiert leicht über andere Gewürze.

Die Anispflanze gehört zur Familie der Doldenblütler und ist mit Fenchel, Dill und Kümmel verwandt. In der europäischen Küche des Mittelalters wurde Anis vor allem wegen seiner appetitanregenden Wirkung verwendet. Er hilft gegen Blähungen und wirkt bei Husten schleimlösend. 2014 war Anis die Heilpflanze des Jahres.

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Anis

Vanille - eines der teuersten Gewürze der Welt

Echte Vanille ist nach Safran das teuerste Gewürz der Welt. Bereits die Mayas und Azteken bauten Vanille an - als Heilmittel, Aphrodisiakum und als Gewürz für ihre Trinkschokolade. Vanilleschoten sind teuer, denn Anbau und Ernte sind aufwendig. Dennoch lohnt es sich, in der Weihnachtsbäckerei echte Vanilleschoten zu benutzen - der Geschmack ist einzigartig.

Tipps für Verbraucher:

  • "Mit Bourbon-Vanille": ausschließlich mit Vanille von den Bourbon-Inseln: Dazu werden La Réunion, Madagaskar, die Komoren und die Seychellen gezählt
  • "Mit echter Vanille" oder mit "Vanille": ausschließlich mit natürlicher Vanille
  • "Mit Vanille-Extrakt" oder "mit natürlichem Vanillearoma": ausschließlich mit natürlichem Vanillearoma
  • "Mit natürlichem Aroma: natürliches oder biotechnologisch gewonnenes Vanillearoma
  • "Mit Vanillegeschmack": chemisch-synthetisches oder biotechnologisch gewonnenes Vanillearoma
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Vanille

So bewahren Sie Gewürze richtig auf

Gewürze sind in der Regel über längere Zeit haltbar, aber auch nicht unbegrenzt. Gemahlene Gewürze können sich durch die Einwirkung von Licht oder die Verbindung mit Luft im Laufe der Zeit hinsichtlich Würzkraft und Geschmack verändern. Deshalb sollten Sie Gewürze nie in großen Mengen einkaufen.

Einkauf und Haltbarkeit

Ungemahlene oder unzerkleinerte Gewürze halten sich länger, Sie sollten daher die Gewürze im Ganzen kaufen und bei Bedarf reiben oder zerkleinern: Ingwer, Kardamom, Muskatnuss, Pfefferkörner und Zimtstangen halten bis zu vier Jahre. Anis, Dillsamen, Korianderkörner und Nelken können bis zu fünf Jahre aufbewahrt werden.

Im Laufe der Zeit verlieren Gewürze ihre Würzkraft

Zerkleinerte Gewürze wie zum Beispiel gemahlene Muskatnuss oder Currypulver verlieren ihre Würzkraft bereits nach wenigen Monaten, wenn sie nicht richtig aufbewahrt werden. Getrocknete Kräuter sollte man nicht länger als ein Jahr aufbewahren. Daher sollten Sie regelmäßig Inventur im Gewürzregal machen. Das aufgedruckte Haltbarkeitsdatum bezieht sich auf die ungeöffnete Packung!

Lagerung von Gewürzen

Gewürze sollte man einzeln, kühl, trocken und möglichst lichtgeschützt aufbewahren. Vanilleschoten zum Beispiel werden oft in Glasröhrchen verkauft, weil sie andere Gerüche und Aromen leicht annehmen. Hängen Sie Ihr Gewürzregal auch nicht über dem Herd auf - Hitze und Gerüche schaden jedem Gewürz. Quelle: Fachverband der Gewürzindustrie

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Mit getrockneten Feigen und Honigwein mästete der Patrizier und Feinschmecker Marcus Gavius Apicius seine Forellen - um ihre Leber fetter zu machen. Die Menschheit hat sich viel einfallen lassen, um den Geschmack von Speisen zu verfeinern.