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Die Wissenschaft vom Weihnachtsmarkt | BR24

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Was passiert, wenn der Glühwein zu heiß wird? Warum ist ein Kunststoff, der auch in Windeln steckt, der ideale Deko-Schnee? "Gut zu wissen" erklärt die wichtigsten wissenschaftlichen Fragen rund um den Weihnachtsmarkt.

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Die Wissenschaft vom Weihnachtsmarkt

Was passiert, wenn der Glühwein zu heiß wird? Warum ist ein Kunststoff, der auch in Windeln steckt, der ideale Deko-Schnee? Und was ist die Weihnachtsbaum-Formel? Wir klären die wichtigsten wissenschaftlichen Fragen rund um den Weihnachtsmarkt.

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Endlich – Weihnachtsmarktzeit. Selig genießt man die vorweihnachtliche Stimmung, die erst den richtigen Kick durch die wabernden Düfte von Glühwein, Waffeln und Co. und die verschneit-weihnachtliche Glitzerdeko bekommt. Zu einem richtigen Weihnachtsmarkt gehören einfach bestimmte "Zutaten" dazu.

Da wären zum einen der Glühwein – ohne den geht es wirklich nicht. Daneben sorgt Schnee – im Notfall auch Deko-Schnee – für ein winterliches Ambiente. Diese Winterwunderwelt noch durch glitzernde Lämpchen und bunte Weihnachtsdeko an einem schönen Weihnachtsbaum abgerundet – und der Weihnachtsmarktbesuch ist perfekt.

Künstlicher Schnee

Zur vorweihnachtlichen Stimmung gehört eine winterliche Stimmung dazu. Auf natürlichen Schnee zu hoffen, ist oft vergeblich. Deswegen lässt man auf Weihnachtsmärkten gerne auch mal künstlichen Schnee rieseln – und auf dem Weihnachtsbaum in der überheizten Wohnstube natürlich auch.

Woraus kann man Kunstschnee herstellen?

  • Zellstoff - oder anders gesagt Watte: Wenn man Watte zerreißt, kann das durchaus wie eine flaumige Schneedecke aussehen. Problem: Zellstoff brennt ziemlich gut.
  • Wachs: Schnee- und Eisblumenspray gibt tolle Effekte. Der Grundstoff des Schnee-Imitats ist Kunstwachs. Damit sind die Kunstwerke wasserfest und trotzen auch Regenwetter.
  • Styropor: Styropor zerbröseln gibt wunderbar feine Flocken. Nachteil: Sie laden sich elektrostatisch auf und hängen dann überall.
  • Natriumpolyacrylat: Dieser Kunststoff wird im Gartenbau und in Windeln verwendet. Wenn man das Granulat mit Wasser vermischt, ist es ein wahrer Wunderstoff, denn er ist ein sogenannter Superabsorber. Dieser Stoff kann unfassbar viel Wasser aufsaugen. So wird aus einem kleinen Krümelchen eine Kugel mit riesigem Volumen. Das Wasser ist im Inneren gebunden und kann nicht mehr raus – so entsteht die fluffige Kunstschnee-Masse. Wenn man das Ganze wieder komplett austrocknen lässt, fällt sie wieder in sich zusammen. Man kann sie wieder in eine Tüte füllen und fürs nächste Jahr aufheben.

Das beliebteste Vorweihnachtsgetränk

Rund 50 Millionen Liter davon werden pro Jahr in Deutschland getrunken. Auch wenn die enthaltenen Gewürze anregend sind: Als Warmmacher taugt Glühwein nicht, da gibt es Besseres. Damit er wirklich gut gelingt, sollte man einiges beachten.

Der perfekte Glühwein

  • 1. Glühweingesetz: Glühwein nicht kochen! Wohlig glühen sollte beim Glühwein nur der Bauch, nicht die Herdplatte. Denn Alkohol hat einen Siedepunkt von 78,4 Grad – das heißt, drüber verdampft der Alkohol. Also – nur erwärmen – oder Deckel drauf.
  • 2.Glühweingesetz: Aromen schützen! Für Glühwein werden viele aromatische Zutaten verwendet: Orangen, Nelken, Zimt. Die Aromen aus diesen Zutaten sind aber ziemlich empfindlich. Limonen, Eugenol und Zimtaldehyd können bitter werden, wenn der Glühwein zu heiß wird. Auch deswegen: lieber nicht kochen.
  • 3. Glühweingesetz: nicht zu viel Zucker! Glühwein ist eine leckere Angelegenheit – aber sie macht auch ziemlich schnell betrunken. Das liegt schon daran, dass warmer Alkohol schneller ins Blut geht als kalter. Wenn dann noch viel Zucker drin ist und er eigentlich wie warmer Saft schmeckt, trinken wir auch noch mehr. Für den perfekten Glühwein muss also in gewisser Hinsicht einfach die Chemie stimmen.

Der perfekte Christbaum

Jetzt fehlt zum abgerundeten Gesamtpaket nur noch der Christbaum. Der sollte weder zu mickrig noch zu überladen aussehen! Zum Dekorieren braucht mal also ein gutes Händchen, oder eine Formel, wie es geht. Die haben zwei Mathe-Studenten der Universität Sheffield in Großbritannien entwickelt. Und damit lässt sich angeblich die perfekte Zahl von Christbaum-Kugeln, die Länge von Lametta und Lichtgirlanden und die Höhe des Sterns oder des Engels an der Spitze des Baums ermitteln. Man gibt im Netz ein, wie hoch der Baum ist - zum Beispiel 1,60 Meter, und erfährt, dass man laut Wissenschaft genau 33 Kugeln braucht. Einfacher geht es gar nicht!