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Weihnachtszeit Glühwein - anregend, aber nicht wärmend

Glühwein ist das beliebteste deutsche Vorweihnachtsgetränk: Rund 50 Millionen Liter davon werden pro Jahr getrunken. Auch wenn die enthaltenen Gewürze anregend sind: Als Warmmacher taugt Glühwein nicht, da gibt es Besseres.

Stand: 10.12.2018

Eine junge Frau hält einen Glühwein in beiden Händen und pustet ihn kühl. | Bild: mauritius-images

Zeitlos lockt der Duft des gewürzten Glühweins - doch der Duft von Zimt, Nelken und Kardamom ist nicht nur verführerisch, die Gewürze haben zudem positive Nebenerscheinungen. Nelken riechen nicht nur gut, sie wirken auch antibakteriell. Zimt regt die Verdauung an und ist ein gutes Mittel gegen Völlegefühl. Kardamom ist appetitanregend und hilft gegen Blähungen.

Besser kein Alkohol gegen die Kälte

Trügerisch ist allerdings der Glaube, Alkohol könne die kalten Füße und Ohren auf dem Weihnachtsmarkt nachhaltig erwärmen. Das ist nicht der Fall, denn der Alkohol im Glühwein sorgt dafür, dass sich die Gefäße weiten. Finger und Zehen werden zwar kurzfristig stärker durchblutet und fühlen sich so warm an. Dadurch aber gibt der Körper auch wieder viel Wärme an die Umgebung ab. Deswegen frieren wir nach kurzer Zeit stärker als vorher.

Unterschätzte Kalorienbombe

Durch Zucker und Gewürze erinnert Glühwein oft eher an einen Saft, der Wein wird dabei leicht unterschätzt. Im Durchschnitt hat Glühwein zwischen neun und zehn Prozent Alkohol, der Mindestalkoholgehalt im gewerblichen Ausschank muss laut Gesetz sieben Prozent betragen. Zucker und Wärme bewirken, dass der Alkohol besonders schnell vom Körper aufgenommen wird, zusammen mit rund 200 Kalorien pro Becher. Das ist mehr als ein Schokoriegel enthält. Um den Alkoholgehalt eines Bechers Glühwein abzubauen, benötigt der Körper, je nach Gewicht, zudem mehrere Stunden.

Punsch und Tee ohne Alkohol

Wer sich wirklich auf dem Weihnachtsmarkt aufwärmen will, sollte lieber zu alkoholfreien Heiß-Getränken wie Tee oder Punsch aus Apfel- oder Holundersaft greifen. Die Wärme, die dem Körper so zugeführt wird, kann er gut nutzen. Bereits das Gefühl, wenn die kalten Finger an die heiße Tasse gepresst werden, sorgt für einen gefühlten Wärmeeffekt. Besonders positiv bei Heißgetränken: Sie sorgen dafür, dass die Schleimhäute gut gewärmt und befeuchtet sind und helfen damit, Krankheitserreger abzuwehren, die sonst über die trockene Luft leichter in den Körper eindringen können.


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