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Geschenkpapier-Formel Geschenke verpacken mit System

Was ist schwieriger, als Geschenke zu finden und zu kaufen? Genau! Sie zu verpacken! Zügig wird das Papier zurechtgeschnitten - doch mal ist es zu wenig, mal zu viel. Doch angeklebte Notstreifen und weggeworfene Überhänge müssen nicht sein: Die optimale Verpackung lässt sich berechnen - mit der schlauen Formel zum Einpacken.

Stand: 21.11.2018

Geschenke verpacken | Bild: Digital Vision

Ein britischer Mathematiker lässt sich vom alljährlichen Einpackgefriemel nicht mehr ärgern: Warwick Dumas von der Universität Leicester hat berechnet, wie ein Geschenk mit möglichst wenig Papier - günstiger, schneller und umweltfreundlicher - verpackt werden kann.

Nach seiner Formel entspricht die minimale Geschenkpapierfläche der gesamten Oberfläche des Geschenks - berechnet aus Höhe mal Breite mal zwei plus Höhe mal Tiefe mal zwei plus Breite mal Tiefe mal zwei. Und als Zugabe zum Kleben soll man noch einmal das Doppelte des Quadrats der kleinsten Seitenlänge hinzurechnen.

Die Verpackungsformel

Die Formel für die minimal benötigte Papierfläche lautet nach Warwick Dumas:
A = 2 (ab + ac + bc + c²)
"A" ist dabei die Gesamtfläche des Papiers, "a" die längste Seite des Geschenks, "c" die kürzeste und "b" die verbleibende Seite.

Faustformel: Gesamtumfang des Geschenks plus zwei

Das klingt kompliziert - und ist tatsächlich umständlich, denn dazu braucht man Lineal und Taschenrechner. Deshalb empfiehlt Dumas eine einfachere Faustformel, für die man lediglich die Überraschung samt der geplanten Verpackung braucht: Die Länge des benötigten Papiers entspricht dem gesamten Umfang des Geschenks - und auch hier sollten zwei Zentimeter fürs Zukleben dazugegeben werden. Die Breite der Verpackung sollte etwas über der Summe von Geschenkbreite und -tiefe liegen. Dumas rät, bei quaderförmigen Geschenken stets die längste Seite als Basis zu nehmen - diagonales Einpacken über die Ecken verbraucht wesentlich mehr Papier. Allerdings kommt es nicht nur auf die Grundfläche, sondern auch auf die Form des Papiers an. Wenn das Geschenkpapier also zu klein wirkt, sollte man einfach mal das diagonale Verpacken ausprobieren. Wie das geht, sehen Sie hier:

Kartons und Taschen für unhandliche Geschenke

Die kommen uns sehr wohl in die Tüte: unhandliche Geschenke.

Soll eine zylinderförmige Überraschung verpackt werden, empfiehlt der Mathematiker, das Geschenkpapier um sie herumzurollen. Ist der Radius des Geschenks allerdings größer als 88 Prozent seiner Höhe, sollte es wie ein Quader verpackt werden. Hat ein Geschenk eine völlig unmögliche Form, steckt man es am besten in einen Karton und verhüllt diesen nach der bewährten Formel. Oder man spart sich auch diese Mühe und packt den Plüschelefanten in eine hübsch verzierte Geschenkbox oder -tüte. Insgesamt sollte man fürs Einpacken nicht länger als zehn Minuten brauchen. Und wird man selbst beschenkt, rät Dumas, das Papier sehr vorsichtig zu öffnen und es aufzuheben - zum Einpacken für nächstes Jahr.

Papierverschwendung in Großbritannien

Mit der Formel wird Geschenkpapier genau dosiert.

Das britische Handelsunternehmen Bluewater hatte den Auftrag erteilt, die minimal benötigte Geschenkpapierfläche zu berechnen. Denn allein die Briten verschwenden jährlich mehr als 80 Quadratkilometer Geschenkpapier. Hunderte von Rollen könnten eingespart werden, wenn sie ihre Geschenke bewusster verpackten. Vielleicht hätte man statt der komplizierten Formel, die der Mathematiker Warwick Dumas 2007 empfahl, auch über die Alternativen Altpapier, Tücher und Schals nachdenken können.

"Wir wollen, dass unsere Kunden ihre Geschenke effizient und umweltfreundlich verpacken. Wenn sie diese Formel berücksichtigen, können sie dazu beitragen, so grün wie ihr Weihnachtsbaum zu werden."

Fiona Campbell-Reilly ist Marketing Managerin im 'Bluewater', mit 330 Geschäften im Umland von London Europas größtes Einkaufszentrum.


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