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Die Wanderformel - Wie Wanderzeit berechnet wird | BR24

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Wanderer kennen das: Auf gelben Schildern wird die Zeit genannt, die man noch bis zum Gipfel braucht. Die bestimmt der Wegewart, mit Hilfe von mathematischen Formeln. Die Schweizer sind dabei besonders genau.

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Die Wanderformel - Wie Wanderzeit berechnet wird

Auf Wanderschildern stehen Orts- und Zeitangaben. Wer schreibt sie auf die Schilder und weiß, wie schnell Wanderer unterwegs sind? Ganz einfach! Es gibt eine Wanderformel, mit der man Wanderzeiten berechnen kann.

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Die Zeitangaben auf Wanderschildern werden von Wegewarten berechnet, die sich vor Ort gut auskennen. Dafür nehmen sie eine mathematische Formel zu Hilfe. Berechnet wird die Zeit, die ein durchschnittlicher Wanderer für einen Wanderweg braucht. Wegewart Martin Schwabe erklärt warum:

"Man muss schauen, dass niemand am Berg in Schwierigkeiten kommt, zu spät vom Berg runter kommt oder in die Dunkelheit. Deshalb muss man einen Wert finden, dem sich der durchschnittliche Wanderer angleichen kann". Martin Schwabe, Wegewart am Heimgarten

In Deutschland und Österreich geht man davon aus, dass ein Wanderer in einer Stunde 300 Höhenmeter Aufstieg oder 500 Höhenmeter Abstieg schafft sowie eine Strecke von vier Kilometern. Die Gehzeit ist die Summe aus den Zeiten für die Höhenmeter und der Zeit für die Streckenmeter. Rechnen Sie zuerst aus, wie viel Zeit Sie für den Weg rauf und runter brauchen (Höhenmeter). Dann wie viel Zeit Sie für die Strecke brauchen (Streckenmeter). Den kleineren Wert der beiden halbieren Sie und zählen Sie zum anderen Wert dazu. Ein Beispiel: Eine Stunde Aufstieg und eine Stunden Abstieg macht zwei Stunden, dazu die halbe Zeit für die Gehstrecke, also eine halbe Stunde, macht 2,5 Stunden für die Beispielstrecke.

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Man kennt es aus Wanderbüchern oder von Hinweisschildern: Eine genaue Zeitangabe, wie lange man noch bis zum Ziel unterwegs ist. Um das zu berechnen, gibt es eine feste mathematische Formel.

Berechnung in der Schweiz weicht ab

In der Schweiz werden die Wanderwege anders berechnet, zügiger und akkurater. Der Durchschnittswanderer legt in unserem Nachbarland 4,2 Kilometer in einer Stunde zurück. 1941 wurden sogar 4,5 Kilometer pro Stunde zugrunde gelegt. Und bei einer Steigung bis 20 Grad eine Minute pro zehn Höhenmeter und darüber knapp zwei Minuten pro zehn Höhenmeter. Oder man schaute einfach in Zeitberechnungsdiagrammen nach. Eins ist unten im Bildhintergrund zu sehen. Heutzutage besteht die Wanderformel aus einem Polynom 15. Grades, mit dem man standardisierte Marschzeiten errechnet. Eine Excel-Tabelle mit der Formel ist hier zu finden unter Wanderzeiten berechnen ...

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Schweiz - Diagramme zur Zeitberechnung oder Polynom-Formel

Normierte Wanderwege, normierte Wanderschilder

Neben den Wanderwegen sind auch die Wanderschilder normiert: Der gelbe Farbton, die Form, die Dicke von drei Millimetern, die Schrifttype Linea-Antiqua, Laschen zur Befestigung und ein Pfosten zum Einbetonieren. Früher waren die Schilder weiß und deutlich einfacher bedruckt. Aber heute "ist der Wanderer informationshungriger als früher", sagt Wegewart Martin Schwabe.

Pausen müssen extra gerechnet werden

Pausen sind bei den Zeitangaben auf Wanderschildern übrigens nicht eingeplant. Auch Umleitungen nicht, wenn der Wanderweg verschüttet oder durch andere Hindernisse blockiert ist. Also, am besten immer einen Zeitpuffer einplanen. Wandern Sie schneller als auf Wanderschildern angegeben, können Sie sich über Ihre gute Kondition freuen. Richtige Bergfexe brauchen manchmal nur die Hälfte der angegebenen Wanderzeit.

Auch das Wetter mit einplanen

Wenn Sie beim Wandern oder beim Sport ein Gewitter überrascht, sollten Sie sich schnellstens in Sicherheit bringen. Hier die wichtigsten Tipps: Kontrollieren Sie vor dem Wandern die Wettervorhersage, planen Sie bei der Ausrüstung einen Wetterumschwung mit ein, beobachten Sie immer das Wettergeschehen am Berg, meiden Sie bei Gewitter metallische Gegenstände (Wanderstöcke, Drahtseile) und seien Sie vorsichtig bei nassen Felswänden. Haben Sie einen Unterstand gefunden, setzen Sie sich in die Mitte und berühren Sie die Wände nicht.

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Beim Joggen, Schwimmen oder Wandern: Wenn man unterwegs von einem Gewitter überrascht wird, sollte man sich in Sicherheit bringen. Hier ein paar Tipps.

Weitere Sendungen:

  • Aus Wissenschaft und Technik, B5 aktuell, 1. September 2019, 13.35 Uhr