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Wetter am Siebenschläfertag: Was ist dran an der Bauernregel? | BR24

© picture-alliance/dpa

Siebenschläfer

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    Wetter am Siebenschläfertag: Was ist dran an der Bauernregel?

    "Scheint am Siebenschläfer Sonne, gibt es sieben Wochen Sonne" – sagt eine Bauernregel. Aber stimmt sie? Und was hat diese Wetterregel eigentlich mit dem gleichnamigen Nagetier zu tun?

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    Das Wetter hat für Bauern immer schon eine existenzielle Rolle gespielt – weshalb sie es immer schon genau beobachtet haben. Dabei sind den Landwirten bestimmte Regelmäßigkeiten im Wetterablauf aufgefallen, die sie dann in den sogenannten Bauernregeln formuliert haben. Eine der bekanntesten ist die Regel vom Siebenschläfer am 27. Juni, die es in verschiedenen Ausformulierungen gibt.

    Bauernregeln zum Siebenschläfertag

    • "Regnet es am Siebenschläfertag, der Regen sieben Wochen nicht weichen mag."
    • "Das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen bleiben mag."
    • "Ist der Siebenschläfer nass, regnet's ohne Unterlass."
    • "Scheint am Siebenschläfer Sonne, gibt es sieben Wochen Wonne."
    • "Wie das Wetter sich am Siebenschläfer verhält, ist es sieben Wochen lang bestellt."

    Wie zuverlässig ist die Siebenschläfer-Bauernregel?

    Vor allem für Süddeutschland ist die Siebenschläfer-Bauernregel relativ zutreffend.

    "Die Siebenschläfer-Regel ist eine der wenigen Bauernregeln, die wirklich brauchbar sind." Michael Sachweh, BR-Wetterexperte

    Meteorologischen Statistiken zufolge treffen die Vorhersagen zum Siebenschläfer in Deutschland zu 62 bis 70 Prozent zu. "In Süddeutschland sind es sogar 65-75 Prozent. Das heißt, nur etwa jedes vierte Jahr haut die Regel nicht hin", sagt Sachweh. Eine erstaunlich hohe Quote, denn die Regel entstand schon vor der Gregorianischen Kalenderreform aus dem Jahr 1582, als man einige Tage der Umstellung halber ausfallen ließ.

    "Echter" Siebenschläfertag ist darum eigentlich der 7. Juli und nicht der heute so benannte 27. Juni. Meteorologen sprechen daher lieber von einer Siebenschläferphase.

    Warum ist die Siebenschläfer-Regel so zuverlässig?

    Der Grund dafür findet sich in einer Besonderheit der Erdatmosphäre: In ungefähr zehn Kilometer Höhe zieht der sogenannte Jetstream um die Nordhalbkugel, das ist eine Art schmales Starkwindband. Doch dieses Band weht nicht gerade, sondern im Zickzack.

    Wenn die Ausbuchtung des Jetstreams nach Norden gerichtet ist, nimmt ein Hochdruckgebiet seinen Platz ein und bringt meist Sonnenschein. Ist die Ausbuchtung der Zacke nach Süden gerichtet, breitet sich ein Tiefdruckgebiet aus und das Wetter wird eher unbeständig.

    Der genaue Verlauf des Jetstreams ändert sich ständig, nur im Hochwinter oder Hochsommer bleibt er oft ein paar Wochen relativ konstant. In der Siebenschläferphase – Ende Juni, Anfang Juli – hat der Jetstream häufig seinen Verlauf für den Sommer gefunden.

    Siebenschläfertag 2019: So wird das Wetter nach der Bauernregel

    Die gute Nachricht: Wer es sonnig mag, könnte in diesem Jahr Glück haben. -Die schlechte: Es wird auch heute wieder heiß. Die Temperaturen werden wohl in ganz Bayern bei um oder über 30 Grad liegen. Am wärmsten wird es in Schwaben. Ab dem Nachmittag steigt zwischen Alpen und bayerischem Wald das Gewitterrisiko. Was im Sommer aber ja nichts ungewöhnliches ist.

    Was hat der Siebenschläfertag mit dem gleichnamigen Nagetier zu tun?

    Gar nichts. Denn der Name stammt von einer christlichen Legende über sieben schlafende Jünglinge. Sie sollen im Jahr 251 während der Christenverfolgung im Römischen Reich in eine Höhle bei Ephesos geflohen sein, wo ihre Verfolger sie einmauerten.

    Nach 195 Jahren entdeckt, erwachten sie angeblich am 27. Juni 446 und bezeugten den Glauben an die Auferstehung der Toten. Bis ins 18. Jahrhundert wurden die Siebenschläfer als Heilige verehrt - und galten als Schutzpatrone gegen Schlaflosigkeit.