Arnold Schwarzenegger zeigt sich als Lederhosen-Fan bei der Eröffnung der Startup-Messe "Bits&Pretzels"
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Arnold Schwarzenegger zeigt sich als Lederhosen-Fan bei der Eröffnung der Startup-Messe "Bits&Pretzels"

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    Schwarzenegger bei Startup-Messe in München

    Schwarzenegger bei Startup-Messe in München

    Aus einem Weißwurstfrühstück wurde eine der größten Messen für Gründerinnen und Gründer in Europa. In der Münchner Messe scheint "Bits and Pretzels" den fast schon verloren geglaubten Startup-Geist wiederzubeleben. Auch dank Arnold Schwarzenegger.

    Blasmusik mit Elektro-Anteil, kreischende Moderatoren und eine T-Shirt-Kanone: Vorne auf der Bühne knallt eine Eröffnungs-Show in den frühen Sonntagmorgen, die einige im Münchner Messepublikum offenbar noch überfordert. Anstelle von Jubelschreien gibt es zur Eröffnung der Startup-Messe "Bits and Pretzels" anfangs noch verhaltenen Applaus.

    Arnold Schwarzenegger löst die Stimmung

    Erst als Bodybuilder, Schauspieler und Politiker Arnold Schwarzenegger auf die Bühne kommt und sich selbst zu einer kleinen Rede einlädt, taut die Stimmung unter den insgesamt etwa 5.000 Teilnehmenden etwas auf. Schwarzenegger gibt die Parole aus, dass es Visionen brauche, um so berühmt und erfolgreich zu werden wie er.

    Eine Botschaft, die auch später an den Messeständen der jungen App-, Fintech- und Hardware-Erfinderinnen und –Erfinder immer wieder als inspirierend beurteilt wird. Insgesamt ist die Stimmung aber weniger ausgelassen, als man es aus der Startup-Welt gewohnt ist. Sehen und gesehen werden, darum geht es jetzt hier, nach zwei Jahren echter Existenzängste, die die Corona-Pandemie gerade für Selbstständige zur echten Tortur gemacht haben.

    Hoffnung auf die nächste Übernahme ist groß

    Die Hoffnung, hier auf dieser europaweit zu den größten zählenden Messen für Jungunternehmen, entdeckt zu werden, ist spürbar. Denn schon längst sind es nicht mehr nur kleine Tüftler, die ihre Ideen präsentieren. Alteingesessene Konzerne werfen auch ein Auge auf die bestens ausgebildeten Studienabsolventen, mit denen sich neue Ideen sehr einfach und oft kostengünstig ins Unternehmen einverleiben lassen.

    Daneben gibt es allerdings einiges, was zunächst mal auf anderer Ebene zu klären wäre, findet Viktor Sommer. Er hat im ersten Pandemiejahr 2020 eine Firma gegründet, die elektrisch betriebene Motorräder herstellt. Das heißt: Seit es "Black Tea Motorbikes" gibt, kämpft er mit Lieferschwierigkeiten. Und seit neuestem auch noch mit heftig schwankenden Wechselkursen: Alle Teile, die er einkauft, muss er in US-Dollar bezahlen. Und weil das immer teurer wird, hat er erst vor einigen Wochen auf all seine Modelle 200 Euro beim Verkaufspreis draufgeschlagen.

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    Ingenieur Viktor Sommer in seiner Werkstatt im Münchner Westend

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    "Es gäbe einiges zu verbessern"

    Dass von der Politik kaum jemand bei der Eröffnung ist, findet er deshalb schade: "Es gäbe einiges zu besprechen", sagt er. "Und zu verbessern." Zum Beispiel sei es für ihn als Einzelgründer sehr schwierig, gegen Erfinder-Teams anzukommen. Es gebe kaum Möglichkeiten, sich bei Stipendien und Ähnlichem zu bewerben, wenn man alleine unterwegs ist, berichtet Sommer.

    Schon seit einigen Jahren versucht der Freistaat Bayern mit mehreren Programmen, junge Menschen dazu zu animieren, ihr eigenes Unternehmen zu gründen und so das "europäische Silicon Valley" zu werden. Dafür müsste aber erst mal Nordrhein-Westfalen und Berlin der Rang abgelaufen werden. Viktor Sommer schätzt das so ein: "In Berlin gibt es viele Software-Gründungen. In Bayern eher die Hightech-Unternehmen." Beides gebe es im echten Silicon Valley in Kalifornien. Insofern sei "Bayern eher ein halbes Silicon-Valley."

    Den Auftritt von Schwarzenegger fand auch Viktor Sommer sehr erfrischend: "Manchmal vergisst man im Alltag, warum man das alles hier macht", sagt er. "Da tut es gut, von so jemandem zu hören, dass es sich lohnen kann, dabeizubleiben."