Katharina Wagner
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Katharina Wagner will das Ticketsystem der Bayreuhter Festspiele vereinfachen. Wegen später Zusagen hätten Interessenten Karten zurückgegeben.

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Ticket-Chaos bei Bayreuther Festspielen: Wagner will Veränderung

Katharina Wagner will das Ticketsystem der Bayreuther Festspiele vereinfachen. Wegen später Zusagen hätten Besteller ihre Karten zurückgegeben: Sie hätten bereits andere Pläne. Nun fordert die Festspielchefin Veränderung.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten Franken am .

Dass der Andrang auf dem Grünen Hügel in Bayreuth erkennbar nachlässt, hat wohl mehrere Gründe. Dazu zählen einige bei Zuschauern schlecht ankommende Inszenierungen der letzten Jahre, eine fehlende touristische Infrastruktur und die höheren Preise. Vor teureren Karten hatte Festspielchefin Katharina Wagner gewarnt, wie die 45-Jährige im Gespräch mit der Zeitung Nordbayerischer Kurier schilderte. Die Preissteigerungen in diesem Jahr seien demnach "mit der Vorgabe, die inflationsbedingten Kostensteigerungen an die Kunden weiterzugeben" begründet. Auch das Ticketsystem soll einfacher werden.

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Bayreuther Festspiele: Wagner will Ticketsystem vereinfachen

Eine Woche vor dem Festspiel-Start am 25. Juli waren im Online-Shop nach wie vor Tickets für einzelne Aufführungen verfügbar. Neben einer Aufführung des "Fliegenden Holländers" gab es am Dienstag noch Karten für alle Aufführungen des vierteiligen "Ring des Nibelungen" in der umstrittenen Inszenierung von Valentin Schwarz. "Wir haben nach wie vor eine relativ hohe Eigenfinanzierungsquote und rechnen mit ausverkauften Festspielen", so Wagner im Interview.

Gegenüber dpa erklärte Katharina Wagner nun, Ticketbestellungen für die Richard Wagner Festspiele in Bayreuth vereinfachen zu wollen. "Kunden entscheiden sich heute deutlich kurzfristiger, dies sehen wir auch an den jährlich steigenden Zahlen der Käufe im Rahmen unseres Online-Sofortkaufes", so die Festspiel-Chefin.

Ticket-Chaos: Zusagen kamen zu spät

Bislang ist dieser Online-Sofortkauf erst der zweite Schritt bei Ticketbestellungen. Vorher können die Karten über ein Bestellformular angefordert werden. Dabei haben die Mäzene der Gesellschaft der Freunde von Bayreuth ein Vorkaufsrecht. Diese hatten in diesem Jahr nach Angaben Wagners Zusagen für ihre Tickets so spät bekommen, dass viele die Karten zurückgaben. Für einen Besuch des mehrteiligen "Ring des Niebelungen" sei eine ganze Woche Aufenthalt in Bayreuth vonnöten.

Zum Zeitpunkt der Zusagen hätten viele potenzielle Interessenten ihre Urlaubsplanungen bereits abgeschlossen gehabt und die Karten zurückgegeben. Dieses Kontingent "verkauft sich dann nicht sofort komplett", so die Festspiel-Chefin. Der Vertrieb fällt bei den Bayreuther Festspielen vor allem in den Zuständigkeitsbereich des kaufmännischen Geschäftsführers Ulrich Jagels.

Wagner-Zukunft an Bedingungen geknüpft

Wagner hatte schon mehrfach eine Marketingabteilung für die Festspiele gefordert und die Frage, ob sie ihren bis 2025 laufenden Vertrag verlängern möchte, auch an die Veränderung von Strukturen auf dem Grünen Hügel geknüpft. "Marketing ist gerade in der heutigen Zeit ein probates und wichtiges Mittel", sagte sie der Zeitung "Nordbayerischer Kurier" nun. "Bislang sah unser Stellenplan hier gar keine Position vor, dies soll sich ändern."

Mit Material von dpa.

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