19.09.2022, Berlin: Steffi Lemke (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz, spricht in einem Interview mit Redakteuren der Deutschen Presse-Agentur. Foto: Kay Nietfeld/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Steffi Lemke

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Steffi Lemke: "Brauchen internationales Wassermanagement"

Auf der UN-Weltwasserkonferenz wird klar: Jeder vierten Person weltweit fehlt der Zugang zu sauberem Wasser. Für die Bundesumweltministerin ist die Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg die Grundvoraussetzung für eine nachhaltige Wasserversorgung.

Über dieses Thema berichtet: radioWelt am .

Wasser ist in allen politischen Bereichen ein kritisches Thema, das stellt Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Bündnis90/Die Grünen) immer wieder klar: "Wir haben den Schutz unserer Bevölkerung vor Dürre, vor Hitzeereignissen, aber auch vor Hochwasserereignissen sicherzustellen", sagte sie in der radioWelt am Morgen auf Bayern 2.

Ökosysteme besser schützen

"Es liegt auf der Hand, dass sich unser globales Klimasystem gegenwärtig verändert. Deshalb ist es wichtig, dass die Weltwasserkonferenz der UN die Problematik des internationalen Wassermanagements, des nachhaltigen Umgangs mit Wasser jetzt endlich schärfer in den Blick nimmt." Natürliche Ökosystem müssten besser geschützt werden, auch um ihre wertvolle Funktionen für die Lebensmittelproduktion zu Verfügung zu stellen. Auf dem UN-Wassergipfel sollen nicht nur Regierungen, sondern auch NGOs und der Privatsektor Lösungen vorlegen, um die Wasserversorgung für die Bevölkerung weltweit zu sichern.

"Wasser macht an Grenzen nicht halt"

Deshalb müsse nachhaltiges Wassermanagement über Nationalstaatsgrenzen hinweg organisiert werden. Es gehe vorrangig darum, dass auch der Nachbarstaat von einer gemeinsamen Wasserressource profitieren können muss und gegenseitige Interessen berücksichtigt werden. Dabei sei das Verständnis dafür, dass egoistisches Zugreifen auf Wasser in Endkonsequenz auch zu Konflikten und Kriegen führen könne, gewachsen, so Lemke.

Zum Schutz der heimischen Gewässer vor Verschmutzung habe die Bundesregierung eine Wasserstrategie verabschiedet. Auf Europäischer Ebene stehe man mit der Wasserrahmenrichtlinie in der Verpflichtung, bis 2027 die europäischen Gewässer in einen guten Zustand zu versetzen. Hier sieht die Bundesumweltministerin allerdings noch Nachholbedarf: "Wir sind noch nicht in allen Bereichen auf der Zielgeraden, um es diplomatisch auszudrücken", so die Ministerin am Rande der UN-Weltwasserkonferenz, die heute in New York zu Ende geht.

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