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Lauterbach: Inzidenz in Deutschland dürfte deutlich höher sein

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Lauterbach: Inzidenz in Deutschland dürfte deutlich höher sein

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach geht von einer deutlich höheren Anzahl an Corona-Neuinfektionen in Deutschland aus als offiziell ausgewiesen. Es sei davon auszugehen, dass die tatsächliche Inzidenz derzeit zwei- bis dreimal so hoch ist.

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Thomas FrohwerkThomas Frohwerk
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Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland lag am Mittwochmorgen laut Angaben des Robert Koch-Instituts bei 205,5. Im Vergleich zum Vortag ist sie erneut gesunken. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) glaubt nicht an diese Entwicklung. Nach seiner Einschätzung liegt der tatsächliche Wert zwei bis drei Mal höher als in den derzeitigen Statistiken ausgewiesen.

Untererfassung der Corona-Fälle

Die im Vergleich zu anderen Ländern wie Frankreich, Großbritannien oder den USA niedrige Zahl an Neuinfektionen führt Lauterbach auf eine "deutliche Untererfassung" der Ansteckungsfälle zurück. Grund dafür seien die Feiertage, an denen weniger getestet werde, etwa an Arbeitsplätzen oder in Arztpraxen, sagte der SPD-Politiker in Berlin. "Die gegenwärtig ausgewiesene Inzidenz unterschätzt die Gefahr, in der wir uns befinden", warnte er.

Die von ihm vermutete hohe Dunkelziffer führt Lauterbach auch darauf zurück, dass die Gesundheitsämter mit Personalmangel zu kämpfen hätten, was sich während der Feiertage "besonders deutlich" bemerkbar mache. Deshalb werden weniger Daten weitergeleitet, aber auch von den Ämtern erfasst.

Omikron-Variante bereitet Sorge

"Wir sehen wir eine deutliche Zunahme der Omikron-Fälle, die uns Sorge macht", sagte der Gesundheitsminister. Die neue Variante des Coronavirus hatte in Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien, Portugal und Griechenland zuletzt für neue Höchststände bei den Neuinfektionen binnen 24 Stunden gesorgt. Auch deshalb rechnet Lauterbach mit einer "deutlichen Steigerung" sowohl der Gesamt-Inzidenz als auch der Ansteckungsfälle mit der Omikron-Variante.

Lauterbach ruft erneut zum Impfen auf

Um die Omikron-Welle etwas abzubremsen, ruft der SPD-Politiker zum Impfen auf. Die Booster-Kampagne sei nach den Weihnachtstagen wieder angelaufen, so der Minister. Er rief die Bevölkerung dazu auf, Impfzenten und Arztpraxen aufzusuchen, um sich die dritte Impfung zu holen. "Tatsächlich ist die Booster-Impfung die beste Schutzimpfung gegen die Omikron-Variante", sagte Lauterbach.

Den Jahreswechsel sollten die Bürgerinnen und Bürger sehr vorsichtig verbringen, so der Appell des Ministers. "Bitte feiern Sie in ganz kleiner Runde. Gefährden Sie sich nicht gegenseitig." Es müsse verhindert werden, dass neue Infektionsketten entstünden, so Lauterbach.

Weitere Maßnahmen erforderlich

Der erwartete Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz werde neue Schutzmaßnahmen erforderlich machen, sagte der Minister. Die derzeit geltenden Maßnahmen "werden nicht reichen, einen deutlichen Anstieg der Omikron-Fälle zu verhindern". Am 7. Januar soll die nächste Ministerpräsidentenkonferenz mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) stattfinden. Lauterbach ist sich sicher, dass bis dahin eine solide und für diese Zwecke vollkommen ausreichende Datenlage vorhanden sein wird.

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