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© BR | Schaban Bajrami
Bildrechte: BR | Schaban Bajrami

Nach der Schließung der Balkanroute saßen im griechischen Grenzort Idomeni, über 20.000 Flüchtlinge fest.

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Geschichten entlang der Balkanroute

In der Nacht zum 9. März 2016 schließt Mazedonien seine Grenzen. Dieser Weg entlang der sogenannten Balkanroute ist damit geschlossen. Schaban Bajrami, unser Mitarbeiter in Mazedonien hat fotografiert, was dann passierte. Seine bewegende Foto-Story:

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Von
  • Schaban Bajrami

In der Nacht zum 9. März 2016 schließt Mazedonien seine Grenzen. Skopje folgt damit den Regierungen in Slowenien, Kroatien und Serbien und dieser Weg entlang der sogenannten Balkanroute ist damit geschlossen. Schon zuvor hatte Ungarn mit einem Zaun zu Serbien und einem Teilzaun zu Kroatien seine Grenzen abgeriegelt. Die meisten der insgesamt rund 800 000 Menschen, die bis dahin von der Türkei und Griechenland aus auf der Balkanroute unterwegs waren, hatten Deutschland, Schweden oder Österreich als Ziel. Doch die Regierung in Wien hatte schon im Januar 2016 eine Obergrenze für Flüchtlinge eingeführt. Heute stecken rund 8000 Menschen auf der Flucht in Serbien fest, hunderte sind in anderen Ländern auf dem Balkan unterwegs, werden teilweise hin und hergeschoben.

Eine Fotostory aus Mazedonien

Wir erinnern an das Schließen der Grenzen entlang der Balkanroute vor einem Jahr: mit einer Fotoreportage aus Mazedonien, mit einem Interview mit dem österreichischen Außenminister Sebastian Kurz, mit einer Reportage aus Slowenien über einen jungen Syrer, der die Balkanroute noch einmal abläuft oder mit einer berührenden Geschichte aus dem serbischen Novi Pazar, wo ein junges afghanisches Flüchtlingspaar seinen vierjährigen Sohn begraben musste. Aber auch mit einer Liebesgeschichten zwischen einer jungen Frau aus dem Irak und einem mazedonischen Grenzpolizisten.

In dieser Folge: Unser Mitarbeiter in Mazedonien, Schaban Bajrami hat von Anfang an die Ereignisse mit seiner Kamera festgehalten.

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Ob Zigaretten, Nahrungsmittel oder frisches Obst, für die Flüchtlinge war alles bis zu fünfmal teurer. Sogar Leitungswasser wurde verkauft.

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Gesetze waren oft außer Kraft. Menschen ohne gültige Papiere werden kurzerhand über den Zaun von Mazedonien nach Griechenland gebracht.

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Die mazedonischen Regierung beschloss wegen diesen Bildern Flüchtlinge nur noch in kleineren Gruppen ins Land zu lassen. Vorrang für Familien.

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Auch die mazedonische Eisenbahngesellschaft nutzte die Not der Flüchtlinge aus. Die Fahrkartenpreise wurden von 6 Euro auf 25 Euro erhöht.

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Bis zu 6.000 Flüchtlinge kamen täglich in Mazedonien an. Ihr nächstes Ziel war Serbien. Auch Busse und Taxis fuhren zur serbischen Grenze.

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Familien wurden auf der Flucht bevorzugt, doch das führte manchmal zum glatten Gegenteil. Hier wurde eine Syrerin von ihren Kindern getrennt.

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Der Bahnhof von Gevgelija, als Flüchtlinge noch unorganisiert durch Mazedonien fahren durften bzw. mussten. Warten auf den „Migrantenzug".

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Viele Kinder und Jugendliche waren ganz alleine auf der Balkanroute unterwegs. Hier wollte ein Junge seinen Geldschein in Kleingeld wechseln.

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Stundenlanges Warten bei über 40 Grad. Viele Flüchtlinge sind zusammengebrochen. Die Teams des mazedonischen Roten Kreuzes leisteten erste Hilfe.

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Selbst Stacheldraht und die Sondereinheiten der Polizei konnten die Menschen nicht davon abhalten zum Bahnhof von Gevgelija zu gelangen.

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Mit „Merkel Open“ Schildern forderten Flüchtlinge friedlich durchgelassen zu werden. Manche warfen aber auch Steine auf die Sicherheitskräfte.

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Über 20.000 Flüchtlinge saßen im griechischen Grenzort Idomeni fest. Die Schuld dafür gaben sie auf Transparenten Europa.

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Das UNHCR versuchte ausreichend Lebensmittel für alle in Idomeni bereitzustellen. Trotzdem kam es immer wieder zu Gedränge und Streitereien.

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Nur Menschen aus Syrien, dem Irak und Afghanistan durften weiterziehen. Iraner traten in den Hungerstreik und nähten sich sogar ihre Lippen zu.

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Die Route ist geschlossen. Flüchtlinge werden kurz eingesperrt, dann wieder über die Grenze abgeschoben. Dort warten die Schleuser.

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Vor Ort waren auch viele Nichtregierungsorganisationen. Darunter „NUN“, deren Aktivisten fast alle in arabischen Ländern studiert haben.

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Bis kurz vor der Schließung der Balkanroute genügte für die Einreise nach Nordmazedonien ein von Griechenland ausgestellter Reiseschein.

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Bis kurz vor Schließung der Balkanroute genügte für die Einreise nach Nordmazedonien ein von Griechenland ausgestellter Reiseschein.

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Sogar die Firma DHL war in Idomeni vor Ort. Viele Syrer ließen sich neue Ausweise von zu Hause schicken.

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Nach dem Pariser Anschlag hieß es, dass die Täter über die Balkanroute gekommen seien. Die Flüchtlinge wurden bei der Einreise durchsucht.

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Happy End. Der mazedonische Grenzpolizist Boby und die Irakerin Noora haben geheiratet. Ihre Familie war gegen diese Beziehung.