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#fragBR24💡 Wie wirksam sind Raumluftreiniger? | BR24

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Was bringen Raumluftreiniger im Kampf gegen die Corona-Pandemie? Die Technik funktioniert, sagen Forscher. Trotzdem kann man beim Kauf viel falsch machen. Und das Fenster sollte weiter regelmĂ€ĂŸig aufgemacht werden.

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#fragBR24💡 Wie wirksam sind Raumluftreiniger?

Was bringen Raumluftreiniger im Kampf gegen die Corona-Pandemie? Die Technik funktioniert, sagen Forscher. Trotzdem kann man beim Kauf viel falsch machen. Und das Fenster sollte weiter regelmĂ€ĂŸig aufgemacht werden.

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Von
  • Miriam Stumpfe

Sogenannte Raumluftreiniger oder EntkeimungsgerĂ€te stehen gerade hoch im Kurs. Mit entsprechenden Filtern ausgestattet, können sie in InnenrĂ€umen Viren aus der Luft filtern. FĂŒr Schulen wird die Anschaffung diskutiert, um in schlecht zu lĂŒftenden Klassenzimmern das Ansteckungsrisiko zu senken. Auch Hersteller werben massiv fĂŒr die GerĂ€te. Lohnt sich die Anschaffung fĂŒr BĂŒro oder Wohnzimmer?

Viren verbreiten sich in RĂ€umen vor allem dadurch, dass sie an Tröpfchen und Aerosole gebunden sind, die beim Sprechen, Husten, Singen und Atmen entstehen. Je mehr virenhaltige Aerosole in der Raumluft sind, desto höher ist die Gefahr, sich anzustecken. Denn ein einzelnes Virus reicht nicht, um einen Menschen krank zu machen. Erst wenn der Körper einer bestimmten Menge von Viren ausgesetzt ist, kann sich ein Mensch infizieren. Ist eine infizierte Person in einem ungelĂŒfteten Raum, sammeln sich ĂŒber die Zeit virenhaltige Aerosole in der Raumluft an.

Viren raus, frische Luft rein

Deswegen ist es ĂŒberall, wo sich mehrere Menschen in einem Raum aufhalten, wichtig, regelmĂ€ĂŸig fĂŒr frische Luft zu sorgen. Im BĂŒro, im Wartezimmer oder auch zu Hause, wenn eine befreundete Familie zu Besuch ist. Wer regelmĂ€ĂŸig lĂŒftet, tauscht die virenbelastete Luft gegen frische Luft von außen aus und senkt die Virenkonzentration im Raum.

Wenn sich Fenster nicht gut öffnen lassen, dann können Raumluftreiniger als ErgĂ€nzung dazu kommen. Allerdings betonen Experten vom Umweltbundesamt genauso wie Arbeitsmediziner: Mobile Raumluftreiniger sind kein Allheilmittel. Zwar ist unter Laborbedingungen nachgewiesen, dass professionelle GerĂ€te mit leistungsfĂ€higen Filtern die Konzentration virenhaltiger Aerosole schon innerhalb von sechs bis 15 Minuten halbieren können. "Die Wirksamkeit einer LĂŒftung hĂ€ngt von der Durchströmung des Raumes ab", betont jetzt nochmal die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung DGUV, der Spitzenverband der Gesetzlichen Berufsgenossenschaften.

Deckenbalken und Möbel behindern Raumluftreiniger

Damit ein Raumluftreiniger die gesamte Luft in einem Raum ansaugen und filtern kann, ist es wichtig, dass die Luft im Raum frei zirkulieren kann. In RĂ€umen mit vielen großen Möbeln, Balken an der Decke oder raumteilenden Lampen kann es sein, dass die Luft in unterschiedlichen KreislĂ€ufen zirkuliert und der Raumluftreiniger nicht die gesamte Luft erreicht. Dann mĂŒssen unter UmstĂ€nden mehrere EntkeimungsgerĂ€te aufgestellt werden.

Gereinigtes Luftvolumen pro Stunde

Außerdem muss die Leistung des GerĂ€ts auf die ZimmergrĂ¶ĂŸe abgestimmt sein. Es muss die Luft im Zimmer pro Stunde mehrmals komplett durchsaugen. Am besten sechs Mal pro Stunde, so eine Empfehlung aus Studien der UniversitĂ€t der Bundeswehr. Bei einem 20-Quadratmeter-Zimmer mit zweieinhalb Metern Deckenhöhe bedeutet das: Das GerĂ€t muss mindestens 300 Kubikmeter Luft pro Stunde durchschleusen. In den technischen Daten ist das unter dem Stichwort "Volumenstrom" festgehalten.

Zu grobe Filter schaden mehr als sie nutzen

Ganz wichtig sind schließlich die richtigen Filter: Nur ein sogenannter HEPA 13- oder HEPA 14-Filter schafft es, die winzigen Aerosole herauszufiltern, auf denen Viren durch die Zimmerluft reisen. Stellt man ein GerĂ€t mit gröberen Filtern in den Raum, kann das sogar kontraproduktiv sein: Statt virenhaltige Aerosole zu beseitigen, verteilt es sie besonders gleichmĂ€ĂŸig im Raum.

Warnung vor Billig-GerÀten

Insgesamt gilt: Normalerweise arbeiten nur Profi-GerÀte effektiv genug, um die Virenkonzentration in Zimmern effektiv zu senken. Nicht aber die preiswerten Luftreiniger-Modelle, die dutzendweise in BaumÀrkten oder Onlineshops angeboten werden.

Diese verfĂŒgen weder ĂŒber die richtigen Filter noch sind sie leistungsfĂ€hig genug, was die Menge der gereinigten Luft pro Stunde angeht. Professionelle Luftreiniger (wie sie zum Beispiel in Laboren oder im medizinischen Bereich eingesetzt werden) sind teuer, schon GerĂ€te fĂŒr kleine RĂ€ume kosten mehr als 2.000 Euro.

Luftreiniger ersetzen nicht das LĂŒften

Wer sich so ein GerĂ€t anschafft, muss wissen: LĂŒften muss man trotzdem regelmĂ€ĂŸig. Denn die verbrauchte, CO2-haltige Luft muss gegen Frischluft ausgetauscht werden. Auch ist LĂŒften wichtig, um Schimmelbildung vorzubeugen.

Sowohl Arbeitsmediziner als auch das Umweltbundesamt betonen: Die wichtigste Maßnahme, um das Ansteckungsrisiko zu senken, ist ausreichend Frischluftzufuhr. Wo keine fest installierte RaumlĂŒftung eingebaut ist, am besten durch regelmĂ€ĂŸiges StoßlĂŒften: mindestens einmal pro Stunde drei bis zehn Minuten die Fenster öffnen. Wenn mehrere Personen im Raum sind, alle 20 Minuten.

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