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EU-Parlament stimmt für Reform des Emissionshandels | BR24

© dpa Bildfunk / Patrick Pleul

Symbolbild: Qalmende Schorsteine vor der untergehenden Sonne

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    EU-Parlament stimmt für Reform des Emissionshandels

    Mit großer Mehrheit haben die Abgeordneten im Europaparlament für eine neue Richtlinie gestimmt, die den Ausstoß von Kohlendioxid teurer machen könnte. Dafür soll die Zahl der Emissionsberechtigungen ab dem Jahr 2021 sinken. Von Dirk Vilsmeier

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    Seit dem Jahr 2005 müssen Industriebetriebe und Kraftwerke sogenannte Emissionszertifikate nachweisen, wenn sie CO2 ausstoßen. Ausgegeben werden diese Zertifikate von der EU. Dadurch kann Brüssel vorgeben, wieviel Kohlendioxidausstoß bei der Produktion von Waren und der Stromerzeugung erlaubt ist.

    Zu viele Verschmutzungsrechte auf dem Markt

    Bislang funktioniert das System aber nicht sehr gut, weil zu viele Verschmutzungsrechte im Umlauf sind. Ihr Preis ist damit sehr niedrig und bietet keinen Anreiz, den Ausstoß von CO2 zu vermeiden, beispielsweise durch die Investition in klimaschonendere Anlagen.

    Preis soll auf 35 Euro steigen

    Das Parlament hat jetzt beschlossen, dass ab dem Jahr 2021 weniger Emissionsrechte als bisher ausgegeben und verkauft werden. Außerdem werden zahlreiche Zertifikate in einer Reserve geparkt. Bis zum Jahr 2030 sollen die rund 11.000 Industrieanlagen, die am Emissionshandel teilnehmen müssen, pro Jahr 2,2 Prozent weniger CO2 ausstoßen. Beobachter gehen davon aus, dass der Preis dafür, eine Tonne Kohlendioxid in die Umwelt emittieren zu dürfen, dann rund 35 Euro betragen wird. Unter Klimaexperten gilt das als ein sinnvoller Wert, der zu deutlichen Verbesserungen beim Klimaschutz führen kann.

    Nicht jeder CO2-Emittent dabei

    Von der Regelung betroffen sind in etwa die Hälfte aller CO2-Emissionen in der EU. Die andere Hälfte, die im Verkehr, der Landwirtschaft oder beispielsweise beim Heizen entsteht, unterliegt nicht dem Emissionshandel.

    Der Reform müssen allerdings noch die EU-Mitgliedstaaten zustimmen. Beobachtern zufolge gilt die Billigung aber als so gut wie sicher.