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Besser die ganze Scheibe freikratzen, sonst ist ein Bußgeld fällig.
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Besser die ganze Scheibe freikratzen, sonst ist ein Bußgeld fällig.

Autofahrer, die eine Garage haben, sind gut dran. "Laternenparker" aber müssen schwitzen. Wer es sich einfach machen will und nur ein kleines Löchlein auf der vereisten Frontscheibe freikratzt, kann Schwierigkeiten bekommen. Das kostet in jedem Fall ein Verwarnungsgeld.

Wenn es zu einem Unfall kommt, weil die Sicht behindert war, wird es richtig teuer, denn dann droht Mithaftung. Vollkaskoversicherungen können die Leistungen um bis zu mehrere tausend Euro einschränken - ganz abgesehen davon, dass man Radfahrer, Fußgänger und andere Verkehrsteilnehmer aus Bequemlichkeit gefährdet.

Wie wird man das Eis auf den Scheiben los?

Umweltfreundliche Eissprays aus dem Handel kosten zwar Geld, helfen aber, dicke Eisschichten zu lösen und das Kratzen mit dem Eisschieber zu erleichtern. Wer keine Lust auf das morgendliche Warm-Up hat, sollte seine Frontscheibe mit Pappe oder speziellen Folien abdecken. Keine gute Idee sind Textilien wie Decken. Die können mit dem Eis eine unschöne Allianz eingehen und das ganze Verfahren zusätzlich erschweren. Eine nicht ganz billige, aber sehr komfortable und kuschelig-warme Lösung sind Standheizungen. Zum Nachrüsten kostet das allerdings einiges.

Keine Wärmflaschen an die Frontscheibe

Manche würden Wärmflaschen empfehlen - man legt sie von innen dicht an die Windschutzscheibe. Da heißt es aber früher aufstehen, denn das braucht ein wenig Zeit. Nicht zu empfehlen ist, heißes Wasser auf die Frontscheibe zu gießen: Das kann auf einer eiskalten Scheibe zu Spannungen und Rissen führen.

Das Auto im Stand warmlaufen zu lassen, ist ebenfalls nicht ratsam, um die Scheiben freizubekommen. Denn das kostet - nicht nur die Nerven der Nachbarn, sondern auch ein Verwarnungsgeld. Außerdem bringt es nichts: Der Motor wird unnötig strapaziert, kommt dabei aber nicht auf Betriebstemperatur.

Tipps für ein winterfittes Auto:

  • Achten Sie darauf, dass Ihre Scheibenwischer nicht alt und hart sind, denn sonst werden sie mit dem Schneeschmutz nicht fertig.
  • Türschlösser und Gummidichtungen sollten gefettet werden, damit eindringende Feuchtigkeit nicht festfrieren kann.
  • Falls doch mal etwas festfrieren solllte, hilft ein Türschlossenteiser: einer zu Hause, einer am Arbeitsplatz.
  • Der Kühlerfrostschutz sollte mindestens -25 Grad abdecken.
  • Beim Parken nach Möglichkeit nicht die Handbremse anziehen.
  • Der Eiskratzer im Wagen ist Pflicht, Handschuhe und eine Abdeckfolie für die Windschutzscheibe sind im Winter ebenfalls eine nützliche Bordausstattung - ebenso einige warme Decken, falls man einmal liegenbleiben sollte.

Schnee und Eis: Alles Üble kommt von oben

Vor Fahrtantritt sollten Autofahrer grundsätzlich immer auch das Dach von Schnee und Eis befreien. Sonst kann während der Fahrt Schnee auf die Frontscheibe rutschen und dem Fahrer die Sicht nehmen - oder nachfolgende Pkw-Fahrer behindern. Verliert ein Fahrzeug während der Fahrt Eisbrocken oder Schnee, ist das bereits eine Ordnungswidrigkeit. Wird dadurch jemand verletzt oder getötet, ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Körperverletzung oder fahrlässiger Tötung. Auch Blinker, Rücklichter und Scheinwerfer müssen vor Fahrtantritt von Schnee oder Schmutz befreit werden.

Verschneite Verkehrsschilder besser nicht ignorieren

Übrigens: Wer glaubt, Verkehrsschilder ignorieren zu dürfen, weil sie verschneit sind, irrt. Zumindest ortskundige Anwohner müssen sich daran halten. Ortsfremde können damit rechnen, dass der Gesetzgeber Gnade vor Recht ergehen lässt. Das gilt allerdings nicht für Schilder, die allein schon an ihrer Form zu erkennen sind - wie zum Beispiel ein Vorfahrts- oder Stoppschild ... Der Bußgeldkatalog verrät, welche Strafen Sie im Fall der Fälle zu zahlen haben.