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Bildrechte: Birgit Grundner

Dieser Roboter erleichtert den täglichen Klinikputz - er kann aber noch mehr.

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Weltweit erster Mopp-Roboter putzt in Münchner Klinik

In der München Klinik Neuperlach hilft momentan eine technische Weltneuheit beim Saubermachen: „Franzi“ ist ein Putzroboter, der nicht wie andere seiner Art saugt, sondern mit einem Mopp wischt. Seine Fähigkeiten gehen aber noch darüber hinaus.

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Von
  • Birgit Grundner

Der Putzroboter "Franziska" - genannt "Franzi" - sorgt nicht nur für Sauberkeit, sondern auch für gute Laune. Denn er kann sprechen und zum Beispiel auch Witze erzählen. Der Spaß ist zugleich ein Test: "Franzi" ist der erste Reinigungsroboter der Welt, der mit einem Mopp wischt, und die Qualität seiner Arbeit wird nun im Krankenhaus Neuperlach überprüft.

Science Fiction mit Import aus Singapur

Es ist schon ein bisschen wie Science Fiction: Optisch erinnert der Roboter ein bisschen an R2D2 aus „Star Wars“, wenn er mit blinkenden LED Augen umherrollt und den „Kopf“ nach links und rechts dreht. Allerdings hat er anders als R2D2 keine Beine, weil unter dem "Bauch" ja der automatische Wischmopp ist. "Franzi" ist besonders leise, und die desinfizierenden Reinigungsmittel können aufgrund der Feuchtigkeit besser einwirken, wie Reiner Kenter erklärt. Er ist Chef des gleichnamigen Unternehmens für Reinigungstechnik im schwäbischen Leipheim und hat Franzi aus Singapur nach Bayern geholt.

Teststrecke im Krankenhaus-Flur

In München-Neuperlach muss "Franzi" sich jetzt bewähren – sozusagen auf der Teststrecke im Krankenhaus. In der Lobby hat es schon mal gut geklappt, wie Hauswirtschaftsleiterin Tanja Zacherl bestätigt. Sie hat das auch anhand von eigens angebrachten Markierungen auf dem Boden kontrolliert, "Franzi" hat alle tadellos beseitigt. Ab sofort sind die Flure dran. "Franzi" hat auch da immer einen lockeren Spruch auf den – wenn man so sagen will – Lippen. "Du musst Dich nun wirklich zur Seite bewegen", sagt sie, wenn sich ihr jemand in den Weg stellt.

Witze vom Roboter als Ersatz für Besuche

Ein andermal erzählt sie einen Witz: "Was ist die Lieblingsmusik von Robotern? Heavy Metal." - "Lustig", lacht ein Patient, der in dem Moment gerade vorbeikommt. Ein bisschen Spaß ist gerade jetzt besonders wichtig. Schließlich dürfen wegen Corona so gut wie keine Besucher bekommen. Beim Personal kommt die neue "Kollegin" aber ebenfalls gut an. Den Roboter zu treffen, sei ein "kleines Highlight", sagt ein junger Klinik-Mitarbeiter. Seine Kollegin nickt: "Ich liebe ihn."

"Cobots" als Helfer der Menschen

40 000 Euro kostet "Franzi". Constance Rettler von der Reinigungsfirma im Neuperlacher Krankenhaus will nach dem Test entscheiden, ob sie den Roboter auch kauft. Damit würde sie dann aber keine Mitarbeiter ersetzen, betont sie. Vielmehr wäre so ein "Cobot" - also ein kollaborativer Roboter - eine Unterstützung für die Mitarbeiter: Während "Franzi" wischt, können sie sich um andere Aufgaben wie etwa die Desinfektion kümmern.

Roboter-Tränen bei zu großen Hindernissen

Außerdem kann auch ein Roboter nicht alles. Er kommt zum Beispiel nicht in alle Ecken – und wenn ein Hindernis gar nicht weichen will, weiß er irgendwann nicht mehr weiter: "Franzi" jammert dann und bricht in Roboter-Tränen aus.

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