Tierheimhelfer Mohamed Isaq mit Tierheimleiterin Manu Kaußen auf der Katzenstation im Nördlinger Tierheim.
Bildrechte: BR/Judith Zacher

Tierheimhelfer Mohamed Isaq mit Tierheimleiterin Manu Kaußen auf der Katzenstation im Nördlinger Tierheim.

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    Weihnachtswunder: Tierheimpfleger "Mo" darf zurückkommen

    Weihnachtswunder: Tierheimpfleger "Mo" darf zurückkommen

    Er musste gehen, um hier bleiben zu dürfen: Der junge Mohamed Isaq ist von Nördlingen nach Ghana gereist, um ein Visum für seine Ausbildung zu beantragen. Monatelang hat er dort darauf gewartet. Jetzt endlich hat sich die Botschaft gemeldet.

    Im Juni hat Mohamed Isaq sich auf die Reise gemacht. Sein Ziel: Die Deutsche Botschaft in Accra, der Hauptstadt von Ghana. Dort wollte er ein Ausbildungsvisum beantragen, um damit legal wieder nach Deutschland einreisen zu können und seine Ausbildung im Nördlinger Tierheim zu beginnen. So war es ihm geraten worden, nachdem sein Fall im Petitionsausschuss im Bayerischen Landtag behandelt worden war. Weil sein Asylantrag abgelehnt worden war, musste er freiwillig ausreisen, um wiederkommen und vor allem in Deutschland bleiben zu dürfen.

    Über 10.000 Euro Spenden für Mos Reise

    Über eine Spendenaktion in den sozialen Medien waren innerhalb weniger Stunden etwa 10.000 Euro für sein Vorhaben zusammengekommen. So viel, das würde ja sicher reichen, für den Flug und Aufenthalt, hatte Tierheim-Leiterin Manu Kaußen damals noch gedacht.

    Jetzt ist es aber doch knapp geworden. Denn keiner hat damit gerechnet, dass es Monate dauern würde, bis Mohamed Isaq, den seine Freund im Tierheim alle "Mo" nennen, endlich positive Nachrichten von der Botschaft erhalten würde.

    Lange Zeit der Ungewissheit

    Die Monate des Wartens waren nicht einfach, weder für Mo, der in einer winzigen Wohnung in Accra ausharrte, noch für die Tierheimmitarbeiter in Nördlingen. Hier war Mo, der über drei Jahre lang täglich geholfen hat, ohne dafür auch nur einen Cent zu bekommen, zu einem unverzichtbaren Mitarbeiter geworden.

    Besonders auf der Katzenstation, hier habe sich zuletzt kaum einer so gut ausgekannt, wie Mo, sagt Manu Kaußen. Der junge Mann aus Ghana gehöre inzwischen mit zum Team, zu ihrer großen Tierheim-Familie. Sogar eine Wohnung haben sie für ihn eingerichtet, über dem Lager des Tierheims. Hier liegt ein T-Shirt über dem Sofa, ganz so, als ob er gleich zur Tür reinkommen könnte. Und das dachten sie ja auch, dass er bald wiederkommen würde. Den bereits gebuchten Rückflug musste Manu Kaußen dann allerdings stornieren.

    Prüfung der Papiere dauert

    Denn vor Ort gab es Probleme: Die Mitarbeiter der Deutschen Botschaft in Accra zweifelten die Echtheit seiner Papiere an. In Deutschland war seine Geburtsurkunde zwar anerkannt worden, trotzdem forderte die Behörde in Ghana weitere Unterlagen. Eine genaue Identitätsprüfung sei nötig, einzelne Angaben des jungen Mannes seien unglaubwürdig. Die Tierheim-Mitarbeiter wurden auf ihre Nachfragen hin immer wieder vertröstet.

    Verzweifelt hat sich Tierheimleiterin Manu Kaußen dann auch nochmals an die Augsburger Grünen-Landtagsabgeordnete Stephanie Schuhknecht, Vorsitzende des Petitionsausschusses im Bayerischen Landtag, gewandt. Auch die Politikerin hat sich dann nochmals für Mo bei der Botschaft stark gemacht.

    Frohe Botschaft kurz vor Weihnachten

    Endlich, zwei Tage vor Weihnachten, kam die Mail mit dem ersehnten Inhalt: Mo soll ein Ausbildungsvisum bekommen, man stünde kurz vor Abschluss des Verfahrens. Sobald sie den genauen Termin für die Erteilung des Visums wissen, werden die Tierheim-Mitarbeiter schnell einen Rückflug für Mo buchen. Den sie dann hoffentlich nicht wieder stornieren müssen.

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