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Versuchter Mord: Münchner Pfleger in mehr Fällen unter Verdacht | BR24

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Bildrechte: pa/dpa/Matthias Balk

Schriftzug "Staatsanwaltschaft München I" am Eingang der Staatsanwaltschaft in München

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    Versuchter Mord: Münchner Pfleger in mehr Fällen unter Verdacht

    Im Herbst 2020 macht eine Festnahme in München Schlagzeilen: Ein Pfleger soll im Krankenhaus drei Patienten beinahe umgebracht haben. Jetzt zeigt sich: Die Verdachtsfälle sind womöglich nur die Spitze des Eisberges.

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    • BR24 Redaktion

    Ein im November wegen Mordversuchs verhafteter Münchner Krankenpfleger steht inzwischen wegen weiterer Fälle unter Verdacht. "In dieser Sache prüfen wir weitere Verdachtsfälle", sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I, Anne Leiding, der Deutschen Presse-Agentur. Wie viele Fälle das sind, ließ sie offen.

    Verdacht auf versuchten Mord in bisher drei Fällen

    Bislang hatte die Staatsanwaltschaft in drei Fällen wegen des Verdachts auf versuchten Mord ermittelt. Sie wirft dem 24-jährigen Pfleger vor, drei Patienten im Alter von 54, 90 und 91 Jahren aus reiner Geltungssucht mit Medikamenten in Lebensgefahr gebracht zu haben, um dann bei ihrer Rettung zu glänzen.

    Oberarzt bemerkte Ungewöhnliches

    Ein aufmerksamer Oberarzt am Münchner Klinikum rechts der Isar war stutzig geworden, weil sich der Zustand von zwei Patienten plötzlich und unerklärlich verschlechtert hatte. Interne Ermittlungen ergaben Hinweise auf einen ähnlichen Fall, bei dem der Beschuldigte ebenfalls Dienst hatte.

    Der Verdacht: Der Pfleger könnte den Patienten eine Überdosis eines Medikaments gespritzt haben, das ihnen nicht verabreicht werden sollte. Spuren dieser nicht verordneten Medikamente wurden im Blut der Patienten gefunden. Die Klinik zeigte den Pfleger an, er bestritt die Vorwürfe bei seiner Festnahme.

    Staatsanwaltschaft: Mitarbeiter wollte vermutlich als Held dastehen

    Der ausgebildete Altenpfleger war seit Juli 2020 über eine Zeitarbeitsfirma in die Klinik gekommen und dort vor allem auf der sogenannten Wachstation im Einsatz, einer Zwischenstation zwischen Intensiv- und normaler Station, auf der Kranke rund um die Uhr betreut wurden.

    Chatverläufe legen nach Angaben der Staatsanwaltschaft nahe, dass der junge Mann sich mit Reanimationsannahmen brüsten wollte und damit, Menschenleben gerettet zu haben. "Deswegen das Leben eines Menschen zu riskieren, um dann nachher als weißer Ritter dazustehen, das stufen wir natürlich als niedrige Beweggründe ein", sagte Leiding nach der Festnahme.

    Ähnliche Fälle der letzten Jahre

    Der Fall erinnert an andere Fälle: den des Patientenmörders Niels H., den das Landgericht Oldenburg 2019 wegen Mordes in 85 Fällen zu lebenslanger Haft verurteilt hatte; oder an den Hilfspfleger, der im Oktober in München wegen nachweisbar drei Mordfällen lebenslang mit anschließender Sicherungsverwahrung bekam.

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