Verschiedene Medikamente in einer Hand
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Verschiedene Medikamente in einer Hand (Symbolbild)

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Tod nach Medikamenten-Verwechslung - Prozess wird neu aufgerollt

Tod nach Medikamenten-Verwechslung - Prozess wird neu aufgerollt

Ein Mann stirbt nach einer Medikamenten-Verwechslung in einem Pflegeheim im Landkreis Dingolfing-Landau. 2019 werden drei Pflegekräfte verurteilt. Jetzt wird der Fall erneut vor dem Landgericht Landshut verhandelt.

Der Prozess um den Tod eines Patienten einer Pflegeeinrichtung in Mengkofen im Landkreis Dingolfing-Landau wird ab dem 8. Oktober vor dem Landgericht Landshut neu aufgerollt. Das wurde jetzt bekannt.

Bundesgerichtshof kassiert Urteile ein

Der Fall selbst liegt inzwischen fünf Jahre zurück. In einem ersten Prozess vor dem Landgericht Landshut waren zwei Pflegekräfte und ihre Chefin 2019 wegen versuchten Mordes verurteilt worden. Gegen dieses Urteil hatte nur die Schichtleiterin Revision eingelegt. Der Bundesgerichtshof hob im Sommer 2020 aber alle drei Verurteilungen auf. Die Begründung: Sie beruhten alle auf demselben Fehler. Der Tatvorwurf gegen die drei Angeklagten lautet nun Mord durch Unterlassen.

Gericht setzt fünf Verhandlungstage an

In dem Heim im Landkreis Dingolfing-Landau hatte eine Pflegerin dem unheilbar krebskranken 65-Jährigen versehentlich die Medikamente einer anderen Patientin ans Bett gestellt, so der Vorwurf. Als der Fehler auffiel, hatte der Mann die Tabletten schon genommen. Ob das falsche Medikament der Grund für seinen Tod war, ließ sich nicht mehr klären.

Für den Prozess vor der 6. Strafkammer am Landgericht Landshut sind insgesamt fünf Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil könnte es demnach Ende November geben.

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