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Jedes Jahr greifen die Politiker für ihre Reden beim Politischen Aschermittwoch in die rhetorische Trickkiste. Dieses Jahr waren die Reden etwas zahmer. Hier die besten Aussagen.

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Politischer Aschermittwoch: Die flottesten Sprüche

Ministerpräsident Söder umarmt lieber Bäume als den Herrn Hofreiter von den Grünen. Die SPD will keinen Wirtschaftsminister, der nur Wischmopps bestellt. Und die FDP vermisst "körperliche Nähe". Die Höhepunkte des Politischen Aschermittwochs.

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  • BR24 Redaktion

Jedes Jahr legen sich die Politiker für ihre Reden beim Politischen Aschermittwoch in Bayern prägnante, ironische und bisweilen derbe Zitate zurecht - und manches Mal schießen sie dabei übers Ziel hinaus. Hier eine Auswahl der Zitate vom Politischen Aschermittwoch am 17. Februar 2021:

Laschet mit Grußwort an die CSU

"Es gibt auch außerhalb Bayerns Leben."

(CDU-Chef Armin Laschet beim Politischen Aschermittwoch der CSU zu einem Zitat auf einem Bierkrug: "Extra Bavariam non est vita, et si est vita, non est ita" – "Außerhalb Bayerns gibt es kein Leben. Und wenn es Leben gibt, dann kein solches.")

Söder umarmt lieber Bäume als Hofreiter

"In der CSU kann man nur was werden, wenn man ein "S" im Namen trägt. Strauß, Stoiber, Seehofer. In der CDU nur, wenn man ein "A" hat - Angela, Annegret, Armin. Das hätte man dem Friedrich vorher sagen sollen."

(CSU-Chef Markus Söder über die Namen der Parteichefs von CDU und CSU sowie den Hinweis, warum es Friedrich Merz nicht geschafft hat, CDU-Chef zu werden.)

"Der Einfluss der Freien Wähler in Berlin ist genauso groß wie auf dem Mond."

(CSU-Chef Markus Söder zur Bedeutung des bayerischen Koalitionspartners Freie Wähler bei den Corona-Entscheidungen.)

"Ich umarme Bäume auch lieber als Anton Hofreiter."

(Söder zu Spekulationen über ein schwarz-grünes Bündnis.)

"Wenn Sie die "Herr der Ringe"-Saga kennen, wo wäre dann die AfD? Sie würde sich nur in Mordor wohlfühlen. Da würde sie hingehören."

(CSU-Chef Markus Söder über die AfD. In der fiktiven Welt von Mittelerde von J. R. R. Tolkien ist Mordor das Reich und die Basis des bösen Zauberers Sauron.)

"Olaf Scholz hat eher die Begabung, Blutdruck zu senken als ihn steigen zu lassen."

(CSU-Chef Markus Söder über die Fähigkeit von SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz als "Stimmungskanone".)

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Markus Söder sieht zwei Gründe für die zunehmende Ablehnung der Corona-Maßnahmen: Zu große Versprechungen bei den Wirtschaftshilfen und beim Tempo der Impfungen.

Enders: "Dürfen Bayern nicht zu Tode schützen"

"Zu Hause zu lernen, das ist eine besondere Herausforderung, das ist eine Revolution."

(Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) über das Distanzlernen während der Schulschließungen.)

"Wir dürfen Bayern nicht im Dauer-Lockdown zu Tode schützen."

(Die Generalsekretärin der Freien Wähler Bayern, Susann Enders, in ihrer Rede beim Politischen Aschermittwoch in Deggendorf.)

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Die Forderung nach einer Öffnungsperspektive bis Ostern und heftige Kritik an den Grünen, das waren die wesentlichen Themen von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, Freie Wähler, beim Politischen Aschermittwoch.

Roth: Kruzifixe aufhängen und Schöpfung betonieren, reicht nicht

"Wieso hat Großbritannien 15 Millionen Menschen geimpft und wir hühnern hier rum? Ich glaube, rumhühnern ist inzwischen der korrekte Fachbegriff dafür."

(Grünen-Chef Robert Habeck beim Versuch, einen neuen "Fachbegriff" zur deutschen Impfpolitik zu prägen.)

"Dafür reicht es eben nicht aus, Bäume zu umarmen und gleichzeitig die Windkraft zu bekämpfen. Dafür reicht es nicht aus, das Kruzifix aufzuhängen und gleichzeitig die Schöpfung zu betonieren."

(Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Claudia Roth zur Klimapolitik der bayerischen Staatsregierung.)

"Markus Söder ist vor allem laut und omnipräsent. Er redet während der ganzen Fahrt, er bestimmt das Radioprogramm. Er dreht die Heizung mal rauf, dann dreht er die Heizung mal runter. Ja, er sagt sogar dem Navi, wo es langgeht."

(Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im bayerischen Landtag, Katharina Schulze, über die Corona-Politik Söders.)

"Unser Bayern ist nicht nur Heimat für Markus und Horst, für Hubert und a bisserl Ilse. Unser Bayern ist bunt, ist offen. Unser Bayern ist vielfältig. Ist Heimat von und ist Heimat für Gülseren und Cemal, Benjamin und Tessa."

(Die bayerische Grünen-Bundestagsabgeordnete Claudia Roth zu ihrem Heimatbegriff.)

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Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im bayerischen Landtag, Katharina Schulze, hat Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) für seine Corona-Politik scharf angegriffen.

Kohnen: Brauchen keinen Wirtschaftsminister, der 90.000 Wischmopps bestellt

"Es ist richtig, dass wir was tun für die Friseure - auch wenn das unterschiedlich intensiv genutzt werden muss. Selbst in meinem Fall, muss man sagen, kann das mein Friseur besser als ich mit meinem Gerät."

(Finanzminister Olaf Scholz zur Öffnung der Friseursalons und in Anspielung auf sein schütteres und kurz geschnittenes Haupthaar.)

"Ich weiß ja, in Bayern ist vieles größer, aber dass die Steinschleudern ein solches Ausmaß haben, das hätte sicherlich niemand gedacht."

(SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz über Markus Söder, der einem Bericht zufolge das von Scholz "Bazooka" genannte Konjunkturprogramm als "Steinschleuder ohne Stein" kritisiert hatte.)"Und was wir eben auch nicht brauchen in Bayern, ist ehrlicherweise ein Raumfahrtprogramm "Bavaria One", mit dem wir das Weltall erkunden, solange wir hier unten auf der Erde nicht mal die Schülerin und den Schüler digital mit ihren Schulen verbinden können."

(Die Landesvorsitzende der Bayern-SPD, Natascha Kohnen, über das Raumfahrprogramm "Bavaria One".)

"Das, was wir nicht brauchen in Bayern, ist ein Wirtschaftsminister, der 90.000 Wischmopps bestellt, statt endlich den Unternehmerlohn einzuführen, den er schon längst letzten Sommer hätte einführen müssen."

(Die Landesvorsitzende der Bayern-SPD, Natascha Kohnen, über Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, der im vergangenen Jahr 90.000 Wischmopps angeschafft hatte.)

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Seitenhiebe gegen CSU und Freie Wähler und den Koalitionspartner CDU - ansonsten zielten die Reden von BayernSPD-Vorsitzenden Kohnen und SPD-Kanzlerkandidat Scholz auf eines ab: Die Sozialdemokraten wollen Deutschland aus der Krise führen.

FDP vermisst körperliche Nähe

"Genau dieser Ministerpräsident erklärt also anderen die Tradition des Politischen Aschermittwochs und trinkt aber gleichzeitig Cola Light aus dem Bierkrug. Das kommt dabei raus, wenn ein evangelischer Franke Bayern erklären will und deshalb aus München: Prost, lieber Markus."

(FDP-Chef Christian Lindner über Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder.)

"Ich muss an der Stelle unbedingt klarstellen, dass das Maximilianeum kein Königssitz ist, Herr Söder, genauso wenig wie der Reichstag primär Touri-Hotspot ist. Da sitzen eigentlich gewählte Abgeordnete und die treffen Entscheidungen. Diesen Absolutismus der Sonnenkönige, den haben wir eigentlich bei der Französischen Revolution schon längst überwunden."

(Die niederbayerische FDP-Bezirksvorsitzende Nicole Bauer zum Regierungsstil von Ministerpräsident Markus Söder während der Coronapandemie.)

"Ich vermisse Eure körperliche Nähe."

(Bayerns FDP-Chef Daniel Föst zur Verlegung des Politischen Aschermittwochs ins Internet wegen der Corona-Pandemie.)

Ramelow will mit Söder durch die Hölle gehen

"Lass uns doch mal gemeinsam den Weg durch die Hölle gehen (...) bis nach Jena, an den Bahnhof "Paradies". Und dort können wir umsteigen in die Straßenbahn - und die Straßenbahn fährt uns dann ins Himmelreich. Mehr kann ich als Linker der CSU nicht anbieten."

(Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) lädt Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) zu einem Ausflug durchs Höllental an der Ländergrenze zu Bayern ein.)

"In der Pandemie sitzen wir alle in einem Boot, wird gern gesagt. Ja, das stimmt. Aber die einen rudern wie verrückt, andere klammern sich an die Reling und versuchen, nicht über Bord zu gehen, während es sich andere unter Deck ziemlich gut gehen lassen."

(Die stellvertretende Linke-Chefin Janine Wissler zur Corona-Politik der Bundesregierung.)

PAM 2021: AfD arbeitet sich am Verfassungsschutz ab

"Wer den Verfassungsschutz so beauftragt, das wäre wie als würde man den Hund damit beauftragen, den Wurstvorrat zu schützen."

(AfD-Bundestagsmitglied Hansjörg Müller kritisierte den Verfassungsschutz, der Teile der AfD beobachtet.)

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