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Oktoberfest-Bilanz: 6,3 Millionen Besucher auf der 186. Wiesn | BR24

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Nach 16 Tagen endet heute das Münchner Oktoberfest. Die Festleitung spricht von einer "Durchschnitts-Wiesn". Es wurden keine neuen Rekorde aufgestellt. Aber Wirte und Schausteller sind trotzdem zufrieden.

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Oktoberfest-Bilanz: 6,3 Millionen Besucher auf der 186. Wiesn

Keine Rekorde, dafür friedlich - so ist das Oktoberfest zu Ende gegangen. Geschätzt 6,3 Millionen Besucher kamen zum größten Volksfest der Welt - so viele wie im Vorjahr. Mit 7,3 Millionen Maß Bier hatten sie aber etwas weniger Durst.

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"Wir haben eine friedliche Wiesn gehabt mit einem entspannten und gut gelaunten Volksfestpublikum", sagt Festleiter Clemens Baumgärtner (CSU) mit einem Strahlen im Gesicht. Und er hat Grund zur Freude. Die Zahlen können sich sehen lassen. Das 186. Oktoberfest lockte wieder 6,3 Millionen Gäste aus aller Welt auf die Münchner Theresienwiese.

Saure Radler und 7,3 Millionen Maß Bier

Damit kamen laut Schätzung der Festleitung genauso viele Besucher wie im vergangenen Jahr. 7,3 Millionen Maß Bier wurden ausgeschenkt (2018: 7,5 Mio.). Verspeist wurden unter anderem 124 Ochsen und 29 Kälber. In-Getränk 2019 war das "Saure Radler" - ein Radler mit Mineralwasser statt Zitronenlimonade. Beliebt war auch heuer wieder die "Oide Wiesn" mit 500.000 Besuchern.

Schausteller: "Hervorragende Wiesn"

Auch die Schausteller sind zufrieden. "Eine hervorragende Wiesn mit viel Familienpublikum", hieß es in der Pressekonferenz. Lange Warteschlangen gab es aber nicht nur bei den Wiesn-Neuheiten, sondern auch bei den Klassikern wie dem Teufelsrad, Riesenrad oder Ketten-Karussell.

Oktoberfest zieht Menschen aus aller Welt an

Menschen aus 45 weiteren Nationen kamen in den vergangenen 16 Tagen zur Wiesn. Anhand der Geldautomaten auf dem Festgelände weiß man auch, welche Landsleute besonders große Oktoberfest-Fans sind. Unter den Top 10 waren Gäste vor allem aus den USA, Großbritannien, Frankreich, Österreich, Niederlande, Schweiz, Italien, Australien, Schweden und Dänemark.

Viele von ihnen haben Souvenirs von der Wiesn mit nach Hause genommen. Der Maßkrug als Andenken war wie jedes Jahr hoch im Kurs. Das Mitnehmen ist und bleibt aber verboten. Die Ordner nahmen 96.912 Bierkrüge in den Zelten oder an den Ausgängen des Festgeländes ab (2018: 101.000 Krüge).

Mehr Gewalt und Sexualdelikte

Für die Münchner Polizei gehen zwei harte Wochen zu Ende. Die Wiesnwache hatte es mit 914 Straftaten zu tun, ein leichter Rückgang um ein Prozent. Darunter waren 32 Maßkrugschlägereien (2018: 27) und 78 gefährliche Körperverletzungen (2018: 70), sowie 45 Sexualdelikte - drei mehr als im Vorjahr.

Allerdings mussten die Beamten deutlich öfter ausrücken (1.915 Mal, 2018: 1.786). Das zeige, dass die Besucher in möglichen Konfliktsituationen frühzeitig die Polizei alarmierten, sagte der Münchner Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins. Er wünscht sich die Gemütlichkeit von der "Oiden Wiesn" für das gesamte Gelände.

"Wäre die ganze Wiesn so wie die 'Oide Wiesn', bräuchte es die Münchner Polizei nicht". Marcus da Gloria Martins, Pressesprecher der Polizei München

Zu viele Promille auf E-Roller: 254 Führerscheine weg

Ein völlig neues Problem hatte die Polizei auch. Sie stoppte 414 alkoholisierte E-Roller-Fahrer. 254 von ihnen wurde der Führerschein entzogen. Insgesamt erwischten die Beamten 774 Verkehrsteilnehmer, die zu tief in die Maß geschaut hatten.

Bundespolizei lobt Retterinnen vom Isartor

Auch bei der An- und Abreise zum Oktoberfest blieb es verhältnismäßig ruhig. "Angesichts von rund 3,5 Millionen per Zug reisenden Wiesngästen spiegelt das Straftatenaufkommen das Bild einer insgesamt friedlichen Wiesn wider", resümierte ein Polizeiführer.

Trotzdem habe es schlimme Vorfälle gegeben wie zum Beispiel das Schubsen ins Gleis an der Donnersbergerbrücke oder einen lebensgefährlichen Messerangriff am Bahnhof Buchenau. Noch einmal lobten die Bundespolizisten die beiden Frauen, die am Isartor eine S-Bahn aufhielten und so einem ins Gleis gestürzten Schweizer das Leben retteten.

Für Münchner Feuerwehr geht "ruhige Wiesn" zu Ende

Die Integrierte Leitstelle München disponierte insgesamt 2.852 (Vorjahr: 2.622) medizinische Notfälle auf dem Festgelände. Dazu musste allein der Feuerwehr-Notarzt zu 175 (2018: 191) Einsätzen ausrücken.

"Das Oktoberfest 2019 wird seinem Ruf als größtes und schönstes Fest der Welt gerecht. Vor allem wenn man betrachtet, dass die Theresienwiese während dieser Zeit eine Stadt in der Großstadt ist." Feuerwehr München

Aicher Ambulanz versorgt mehr als 6.500 Patienten

Auf der Wiesn-Sanitätswache hatten die rund 50 Ärzte und 600 Sanitäter zwar mit 6.592 Patienten insgesamt mehr Fälle - aber weniger Bierleichen: Die Aicher Ambulanz Union registrierte rund 600 "alkoholbedingte Intoxikationen", fast 120 weniger als im Vorjahr. Sieben Mal wurden Sanitäter durch alkoholisierte Passanten und Patienten vorsätzlich verletzt.

© BR / Tanja Gronde

Oktoberfest-Bilanz: Das war die Wiesn 2019