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Bildrechte: Tanja Gronde/BR

Vereinsmitglieder von "Radeln und Helfen".

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    Mit dem Rad auf den Mount Everest

    Einen Radweg gibt es nicht auf den Mount Everest, wozu auch. Aber eine Benefizaktion, die mit Radeln und dem höchsten Berg der Welt zu tun hat: "Everesting" ist eine Herausforderung für Profis, aber auch Freizeitradler können mitmachen.

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    Von
    • Tanja Gronde

    Wer schafft 8.848 Höhenmeter an einem Tag? Das ist das Ziel von "Everesting", einem Wettbewerb, den der Verein "Radeln und Helfen" aus Garching an der Alz angestoßen hat. Ziel ist es, so viele Höhenmeter zu schaffen, wie der höchste Berg der Welt misst. Dabei werden Spenden für Kinder aus Nepal gesammelt.

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    Thomas Metzger bei seiner letzten Trainungseinheit vor dem "Everesting".

    Devise: Kraft einteilen

    Thomas Metzger will es wissen. Der 57-jährige Bestatter ist eigentlich eher ein Langstreckenradler. Berge seien nichts für ihn, schmunzelt er, dafür sei er eigentlich zu schwer. Aber er will sie trotzdem schaffen: Die 8.848 Höhenmeter innerhalb von 24 Stunden. Und zwar an seinem "Haushügel", einer kleinen Dorfstraße im Landkreis Mühldorf am Inn in der Nähe von Gars am Inn. Die aber an diesem heißen Donnerstagabend befahren ist von Landmaschinen und Pendlern. Und auch anderen Fahrradfahrern. Denn seit Corona boomt dieser Freizeitsport.

    Zwölfmal die Kampenwand rauf und runter

    8.848 Höhenmeter, das sind laut dem Verein "Radeln und Helfen" zwölfmal den Mountainbike-Trail an der Kampenwand rauf und auch wieder runter. Mit bis zu 30 Prozent Steigung ist er laut Gerhard Dashuber die größte Herausforderung. Der Vorstand des Vereins "Radeln und Helfen" hilft seinem Freund Thomas Metzger beim Training.

    15 Stunden auf dem Rad

    Wenn Metzger nächste Woche das "Everesting" mitmacht, muss er 110 Mal den Hausberg schaffen innerhalb von 24 Stunden: Der hat nämlich "nur" rund acht Prozent Steigung. Dann hat er die erforderlichen 8.848 Höhenmeter zusammen. Das bedeutet, er muss Ausdauer für rund 15 Stunden Radfahren haben. Damit er das durchhält, wird trainiert. Fit genug sei er an diesem heißen Junitag, schmunzelt er. Mehrmals pro Woche pendelt er mit dem Rad zur Arbeit. Sein heutiges Ziel: Mindestens sieben Mal die Dorfstraße einen Kilometer hoch fahren und wieder runter, und das innerhalb einer Stunde.

    Rückenwind und Windschatten

    Zur Unterstützung sind sieben Radlkumpels für das Training mitgekommen. Die geben Windschatten - und Dashuber motiviert und gibt Tipps. Denn das Geheimnis lautet: Langsam fahren, gleichmäßig treten und nicht zu ehrgeizig sein. Dashuber kennt Sportler, die nach 6.500 Höhenmeter aufgegeben haben, weil sie es zu schnell angegangen sind. Denn am Ende muss man noch Reserven haben. Und auch das Wetter spielt eine Rolle, bei Rückenwind fährt es sich eben leichter hinauf.

    Jeder Höhenmeter hilft Kindern in Nepal

    Aufgezeichnet wird das alles per GPS. Wer es in 24 Stunden schafft, bekommt vom Verein ein Siegertrikot. Es geht aber nicht nur um die sportliche Herausforderung. Vielmehr will der Verein damit Spenden sammeln: Mindestens 8.848 Euro.

    Spenden kann jeder über die Homepage des Vereins und damit auch einen Mountainbikefahrer oder eine Rennradfahrerin und deren Strecke unterstützen. Das Geld geht an das Schulprojekt "Kristi" in Nepal. Die Schule wurde vom Bernauer Markus Wössner gebaut. Er verlor 2002 seine Schwester, eine Lehrerin, an dieser Stelle bei einem Flugzeugabsturz. Die Schule soll bedürftigen Kindern in Nepal eine Schulausbildung ermöglichen. Mit den Spendengeldern der Aktion "Everesting" sollen Lehrer bezahlt werden. Letztes Jahr ist Dashuber und sein Verein "Radeln und Helfen" auch schon für Sternstunden geradelt.

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