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Kloster Bernried und Starnberger See.

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    Hochzeit mit 100 Gästen in Bernried - Wie kam es dazu?

    Am Wochenende hat eine von der Polizei aufgelöste Hochzeitsfeier in Bernried für Aufregung gesorgt. Das Kloster Bernried, die Gemeinde und Pfarrei sowie die Polizei Penzberg erklären auf BR-Anfrage die Hintergründe.

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    Von
    • Sandra Demmelhuber

    Wie gestern berichtet, hat die Polizei am Samstag in Bernried im Landkreis Weilheim-Schongau eine Hochzeitsfeier mit rund 100 geladenen Gästen aufgelöst. Wie kam es überhaupt zu der Feier mit so vielen Teilnehmern? Das Kloster, die Gemeinde, die örtliche Polizei und der zuständige Mesner erklären auf BR-Anfrage die Hintergründe.

    Kloster Bernried hat damit nichts zu tun

    Die kirchliche Trauung fand am Samstagvormittag in der Bernrieder Pfarrkirche Sankt Martin statt und der anschließende Stehempfang, den die Brautleute selbstständig organisiert hatten, direkt vor der Kirche am "Klosterhof".

    Doch weder die Pfarrkirche noch der Platz davor gehören zum Kloster Bernried, deshalb könne das Kloster, so Oberin Schwester Mechthild Hommel, zu dieser Hochzeit auch keine Stellung nehmen. Laut Hommel hatte das Kloster von der geplanten Trauung und der Anzahl der Teilnehmer nichts gewusst.

    Mesner: "Corona-Regeln für Gottesdienste wurden eingehalten"

    Der für die Bernrieder Pfarrkirche Sankt Martin zuständige Mesner, Helmut Schindler, bestätigte dem BR, dass zwischen 80 und 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der kirchlichen Trauung dabei waren. Die Hochzeit sei regulär angemeldet und auch von der Pfarrei bestätigt worden.

    In der Pfarrkirche seien am Samstag alle geltenden Infektionsschutzmaßnahmen für Gottesdienste eingehalten worden - wie die erforderlichen Mindestabstände und die durchgehende Maskenpflicht. "Natürlich ist auch nicht gesungen worden", erklärte der Mesner. "Meine Frau und ich sind da sehr streng".

    Alle Teilnehmer der Feier seien außerdem vor der Kirche negativ getestet worden, die Tests habe das Brautpaar mitgebracht. Laut Schindler waren es deshalb so viele Teilnehmer, weil viele Familien mit Kindern unter den Gästen waren. Einzelgäste seien separat in der Kirche platziert worden.

    Der Mesner bestätigte, dass es im Anschluss an die kirchliche Trauung vor der Kirche einen vom Brautpaar organisierten Stehempfang gab, allerdings habe es sich hierbei nicht um ein richtiges "Buffet" gehandelt, wie die Polizei am Wochenende mitteilte - sondern um einen Sektempfang mit einigen "Brotzeit-Brettln". Die Tische mit den Gläsern seien über die ganze Wiese verteilt gewesen. Der Mesner habe dies nach dem Aufräumen der Kirche beim Vorbeigehen gesehen, sei aber selbst nicht involviert gewesen.

    Bürgermeister: "Gemeinde wurde nicht über Vorhaben informiert'"

    Der Bürgermeister der Gemeinde Bernried, Dr. Georg Malterer, teilte dem BR auf Anfrage mit, dass die Feier, auf die sich die Polizeimeldung vom Wochenende bezieht, weder vom Kloster Bernried noch von der Gemeinde durchgeführt oder unterstützt worden sei. Auch er wies darauf hin, dass die Hochzeitsfeier nicht im Kloster stattgefunden habe: "Vielmehr hatte sich eine Hochzeitsgesellschaft nach der Trauung, welche laut Polizei unter korrekt eingehaltenen Hygienemaßnahmen durchgeführt wurde, im öffentlichen Raum, der für jedermann zugänglich ist, nach dem Hochzeitsgottesdienst zu einem selbst organisierten Sektempfang versammelt."

    Weder Kloster noch Gemeinde wurden laut Malterer im Vorfeld über dieses Vorhaben informiert. "Zu dem Zeitpunkt, als die Polizei mich informiert hat, hatte sich die Gesellschaft bereits wieder weitgehend aufgelöst." Die Gemeinde und das Kloster hielten sich penibel an alle Corona-Auflagen, aber "dass Privatpersonen dies in für jedermann zugänglichen Bereichen nicht immer tun, können wir natürlich leider nicht immer verhindern", so der Bürgermeister.

    Polizei: Brautpaar muss mit Anzeige rechnen, Fotos und Gästeliste werden weitergeleitet

    Jan-Pfeil, der Penzberger Polizei-Chef, hat dem BR mitgeteilt, dass den Beamten Fotos von der Feier draußen nach der kirchlichen Trauung und auch die Gästeliste vorliegen. Sowohl die Fotos als auch die Liste mit den Teilnehmern sei der Polizei von einem oder mehreren Zeugen ausgehändigt worden. Laut Pfeil ist auf den Fotos zu erkennen, dass die geltenden Infektionsschutzregeln teilweise nicht eingehalten worden sind.

    Das Brautpaar werde deshalb angezeigt, so der Penzberger Polizei-Chef. Die Fotos und die Gästeliste würden dem Landratsamt weitergeleitet, welches dann entscheiden müsse, wie es weitergeht.

    Inzidenz im Landkreis Weilheim-Schongau aktuell bei 151

    Im oberbayerischen Landkreis Weilheim-Schongau wurden bisher insgesamt 4.243 Corona-Fälle registriert (Stand: 19. April 2021). In den vergangenen sieben Tagen wurden 151 neue Corona-Fälle pro 100.000 Einwohnern gemeldet. Die Zahl der Todesfälle liegt bei 66 seit Beginn der Pandemie.

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