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Grenze dicht: Sporthändler in Reit im Winkl fehlen Mitarbeiter | BR24

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Ein Reit im Winkler Unternehmer ist stocksauer: Seine Sportfilialen werden vom Landratsamt Traunstein als nicht systemrelevant eingestuft.

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    Grenze dicht: Sporthändler in Reit im Winkl fehlen Mitarbeiter

    Ein Unternehmer aus Reit im Winkler ist sauer: Seine Schuh-, Bekleidungs- und Sportfilialen werden vom Landratsamt Traunstein als nicht systemrelevant eingestuft. Deshalb dürfen wichtige Mitarbeiter aus Tirol nicht über die Grenze zu ihm zur Arbeit.

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    Von
    • Christine Haberlander
    • BR24 Redaktion

    Wer ist systemrelevant und wer nicht? Seit heute braucht es eine amtliche Grenzgänger-Bescheinigung, um über die Grenze von Tirol oder Tschechien nach Bayern einreisen zu dürfen. Für viele ein Ärgernis - wie für einen Schuh- und Sporthändler aus Reit im Winkl.

    Mitarbeiter dürfen nicht aus Tirol einreisen

    Etwa 80 Mitarbeiter beschäftigt der Reit im Winkler Unternehmer Gerhard Trattler in seinen Schuh-, Bekleidungs- und Sportfilialen. Jetzt ist er stocksauer, denn weil seine Geschäfte vom Landratsamt Traunstein als nicht systemrelevant eingestuft wurden, dürfen seine Tiroler Mitarbeiter nicht zur Arbeit - vorläufig bis 7. März.

    "Alle werden doch dauernd getestet"

    Der Inzidenzwert in der nahegelegenen Tiroler Gemeinde Kössen liege bei Null, so Trattler. Die Ansteckungsgefahr sei minimal, weil sich seine Tiroler Mitarbeiter ohnehin alle zwei Tage auf eine Corona-Infektion testen lassen. Er brauche die Mitarbeiter aus Tirol in diesen Tagen dringend für den Einkauf der Herbst- und Winterkollektionen.

    Nicht systemrelevant

    Das Landratsamt Traunstein hatte dem Firmenchef vor zwei Tagen in einem Fax ohne Angabe von Gründen die Systemrelevanz abgesprochen. Gerhard Trattler wörtlich zum BR: "Ich habe kein Verständnis mehr für die Politiker und die Menschen, die entscheiden, wer systemrelevant ist und wer nicht. Das ist nicht mehr nachvollziehbar. Meines Erachtens geht es um die Zerstörung der Wirtschaft und das gefährdet unser Unternehmen, es macht mir Angst."

    Einstufung nach EU-Richtlinien

    Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises ist nicht Entscheider, aber die Überbringerin der schlechten Nachricht. Birgit Seeholzer verweist auf die Richtlinien-Liste der EU, die systemrelevante Berufe benennt, dazu gehören Ingenieure, Mitarbeiter im medizinischen und im Lebensmittelbereich oder auch LKW-Fahrer. Hier gäbe es klare Vorgaben, im Einzelhandel sei die Auslegung sehr schwierig. Den Unmut Einzelner können sie jedoch verstehen. Im Landkreis Traunstein haben rund 100 Betriebe eine Zertifikat ausgestellt bekommen, dass sie betriebsrelevant sind.

    Hoffnung auf Kommunalgipfel

    Das Unternehmen von Gerhard Trattler gehört zu etwa 10 Betrieben im Landkreis, die keine Grenzgänger-Bescheinigung erhalten haben. Große Hoffnung setzt er zwar auf das Gespräch der Landräte mit Ministerpräsident Söder und Kanzlerin Merkel. Ob sich aber an der Situation für seine Firma bald etwas ändert?

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