BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Für Irmengard-Schulen endet die Zeit im Container | BR24

© BR/Lui Knoll
Bildrechte: BR/Lui Knoll

Raus aus dem Container! In Garmisch-Partenkirchen ziehen die Sankt-Irmengard-Schulen zurück in ihr renoviertes Schulhaus. In 41 Lastwagen-Ladungen werden 3.000 Umzugskisten und 3.700 Kubikmeter Einrichtung transportiert. Es ist eine Herkules-Aufgabe.

1
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Für Irmengard-Schulen endet die Zeit im Container

Raus aus dem Container! In Garmisch-Partenkirchen ziehen die Sankt-Irmengard-Schulen zurück in ihr renoviertes Schulhaus. In 41 Lastwagen-Ladungen werden 3.000 Umzugskisten und 3.700 Kubikmeter Einrichtung transportiert. Es ist eine Herkules-Aufgabe.

1
Per Mail sharen
Von
  • Lui Knoll

Knapp drei Jahre lang waren rund 1.000 Schülerinnen der Sankt-Irmengard-Schulen – Realschule, Gymnasium und Fachoberschule – in Garmisch-Partenkirchen in ein Containergebäude ausquartiert. Ihr Schulgebäude wurde grundlegend renoviert. Jetzt, in den Weihnachtsferien, zieht die Schule zurück in ihr altes, aber innen völlig neues Zuhause. Es ist eine logistische Meisterleistung.

"Da geht einem das Herz auf!"

Mit einem Aufzug werden Umzugskisten aus dem ersten Stock zu einem von drei Möbelwagen geholt, die vor dem Containergebäude stehen. Der Leiter des Gymnasiums, Otmar Würl, steht das letzte Mal in seinem Übergangsbüro. "Da wird einem schon etwas wehmütig", sagt er. Fast drei Jahre war auch er ausquartiert. Auch wenn die Container zweckmäßig waren, freut sich Würl auf die neue Schule und sein neues Büro. "Da geht einem das Herz auf", sagt der Mathe- und Physiklehrer.

Seit Februar 2018 im Container

Das alte Kruzifix, ein Ölgemälde mit Berglandschaft, der PC, Stifte, Papier und meterweise Aktenordner gehen auf die Heimreise. Die Packer der Möbelspedition hüllen die Berge und das Kruzifix sorgfältig in Noppenfolie. Der Umzug wird von einem professionellen Planungsbüro begleitet. Die Firma aus der Nähe von Würzburg war schon beim Auszug im Februar 2018 mit den Details betraut. Der Chef, Michael Mörer, rechnet vor, dass dabei 5.900 Kubikmeter Umzugsgut aus den ehrwürdigen Schulgebäuden an der Mittenwalder Straße in Partenkirchen geholt wurden.

Zurück kommen nur 3.700 Kubikmeter. Die alten Schulbänke bleiben im Container. Der bleibt seiner Aufgabe treu und bietet als Nächstes der staatlichen Realschule für deren Renovierung Unterschlupf.

3.000 Umzugskisten müssen in die richtige Klasse

Jedes Teil aus jeder der 40 Klassen von Realschule, Gymnasium und Fachoberschule muss nach dem Umzug im richtigen Klassenzimmer, Funktionsraum oder Büro stehen. Jede der 3.000 Umzugskisten muss ans exakte Ziel. Monatelang hat der Planer dafür Räume im Computer erfasst und gekennzeichnet. Vom Bleistift bis zum Flügel aus dem provisorischen Musiksaal hat alles seine Koordinaten. Jede Kiste hat ihren individuellen Aufkleber – und findet zielgenau den Bestimmungsort.

60 Millionen Euro investiert die Erzdiözese München-Freising in die Renovierung und den Neubau (ein neuer Flügel mit zwei Geschossen und eine neue Turnhalle) der Mädchenschulen in Garmisch-Partenkirchen. Vor 90 Jahren haben die Schulschwestern, wie der Orden "Unserer lieben Frau" auch genannt wird, mit dem Unterricht von Mädchen begonnen – für mehr Bildungsgerechtigkeit zwischen Buben und Mädchen.

© BR/Lui Knoll
Bildrechte: BR/Lui Knoll

Otmar Würl leitet das Gymnasium.

Im ersten Stock des Altbaus hat Otmar Würl als einer von drei Schulleitern sein neues Büro. Noch sieht es nicht so aus, dass hier nach den Weihnachtsferien regulär gearbeitet werden kann. Aber ein Dutzend Packer karren im Stundentakt Hunderte weiterer Kisten an und entladen die Umzugstransporter.

Klassenzimmer sind corona-conform

Die neuen Klassenzimmer sind bereits auf den Unterricht im Corona-Modus eingerichtet. Tafel mit Kreide war gestern. Hier werden Lehrerinnen und Lehrer mit Whiteboard und großem Flachbildschirm unterrichten. Die Lehrer projizieren ihr Unterrichtsmaterial mit dem Tablet. In Zukunft werden auch die Schüler ihre Arbeiten direkt an die Tafel der Zukunft werfen.

Luft wird zweimal pro Stunde umgewälzt

Besonderes Lob erteilt der Schulleiter den Architekten und Planern für die moderne Lüftungsanlage. Die Luft in jedem Klassenraum wird zweimal in der Stunde umgewälzt und gefiltert. Corona-conform nennt der Direktor die Technik und hofft, dass der Unterricht bald wieder normal ablaufen kann. Derweil biegt der nächste Umzugslaster in die Einfahrt vor dem Haupteingang ...

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!