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Testergebnis nach Schnelltest (Symbolbild).

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    Abrechnungsbetrug? Betreiber schließt Teststellen in Oberbayern

    Bundesweit führen mutmaßliche Betrugsfälle in Corona-Teststellen zu verstärkten Kontrollen - auch in Bayern. Nach einer Teststelle in Miesbach gibt es Anzeichen, dass es möglicherweise in weiteren oberbayerischen Städten falsche Abrechnungen gab.

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    Von
    • David Donocik

    Ein bundesweit agierender Teststellen-Betreiber aus Bochum namens MediCan soll in Nord-Rhein-Westfalen der Kassenärztlichen Vereinigung deutlich überhöhte Testzahlen geschickt haben. Die Bochumer Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Firma.

    Firma nicht erreichbar

    Ob MediCans Teststationen in Dachau, Poing, Ebersberg, Brunnthal und Unterschleißheim ebenfalls betroffen sind, ist noch unklar.

    Was den Verdacht auf Betrug nährt: Das zuständige Gesundheitsamt Ebersberg kann auf BR-Nachfrage keinen Mitarbeiter der Firma erreichen.

    Sämtliche Teststellen vom Betreiber selbst geschlossen

    Zudem sind sämtliche Standorte, auch die oben genannten, geschlossen. Dabei handelt es sich laut dem Bochumer Staatsanwalt Timo Dörffer jedoch nicht um behördlich angeordnete Schließungen. Der Betreiber habe seine Stationen wohl selbst geschlossen.

    Dafür spricht auch, dass die Homepage von MediCan zwar weiterhin Termin-Buchungen anbietet. Jedoch führt ein Klick auf eine Buchung zu einer weißen Seite ohne Inhalt. Die Zentralstelle zur Bekämpfung von Betrug und Korruption im Gesundheitswesen bei der Generalstaatsanwaltschaft Nürnberg ermittelt ebenfalls gegen das Unternehmen.

    Weiterer Testbetreiber im Landkreis Ebersberg wird überprüft

    Im Landkreis Ebersberg wird aktuell noch ein weiterer Teststations-Anbieter überprüft, Dieser habe jedoch nichts mit falschen Abrechnungen zu tun, so eine Sprecherin des Landratsamts. Ob es sich dabei um hygienische Mängel während des Betriebs handelt, ist noch unklar.

    Würzburg: Schließung wegen nicht ordnungsgemäßer Tests

    Nachdem bekannt wurde, dass es bei einzelnen Corona-Teststellen im Bundesgebiet falsche Abrechnungen gegeben hatte, führten die Erkenntnisse auch in Würzburg zu verstärkten Kontrollen. 62 Schnellteststellen liegen im Bereich des Würzburger Gesundheitsamts. Je zwei Fachkräfte führen dort Kontrollen durch – unangekündigt und verdeckt. Mehr als 30 Kontrollen dieser Art habe es laut Gesundheitsamt bereits in Stadt und Landkreis Würzburg gegeben. Dabei wird untersucht, ob die Corona-Teststellen ordnungsgemäß betrieben werden. In drei Fällen hat das Gesundheitsamt Konsequenzen gezogen.

    Drei Antigen-Schnellteststellen wurden laut Gesundheitsamt geschlossen. Diese Schließungen haben aber nichts mit falschen Abrechnungen zu tun - die eingesetzten Kontroll-Teams beanstandeten dort, dass weder eine ordnungsgemäße Durchführung der Testung noch die Einhaltung grundlegender Hygieneregeln beachtet wurden. Weiterhin habe eine Unwissenheit der testenden Personen darüber bestanden, wie bei einem positiven Ergebnis zu reagieren ist. Das Gesundheitsamt veranlasste daraufhin die Schließung der Antigen-Schnellteststellen.

    Gesundheitsministerium verlangt intensivere Kontrollen

    Das bayerische Gesundheitsministerium hat die Kreisverwaltungsbehörden bereits Anfang der Woche angewiesen, die Kontrollen der privaten Corona-Teststellen noch intensiver zu verfolgen. Dabei gehe es sowohl um ordnungsgemäße Tests als auch um die Einhaltung der Hygienevorschriften, heißt es in einer Mitteilung vom Donnerstag. Gesundheitsminister Klaus Holetschek bekräftigte demnach: „Wer sich nicht an die Regeln hält, muss mit harten Konsequenzen rechnen!" Klar sei aber auch, dass die meisten Corona-Teststellen "sehr gewissenhaft" arbeiteten.

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