Franken - Zeitgeschichte


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Streit um ersten Motorflug US-Gouverneur ehrt Flugpionier Weißkopf

Der US-Bundesstaat Connecticut hat Gustav Weißkopf aus Leutershausen (Lkr. Ansbach) nun offiziell den ersten Motorflug der Geschichte zugeschrieben. Gouverneur Dannel P. Malloy hat ein entsprechendes Gesetz unterzeichnet.

Stand: 27.06.2013

Mann in Kleidung des 19. Jahrhunderts steht vor dem ersten Motorflugzeug 1901 | Bild: picture-alliance/dpa

Connecticut erkennt damit Weißkopf als ersten Motorflieger der Geschichte an. Nach seiner Auswanderung lebte der gebürtige Mittelfranke Weißkopf unter dem Namen Gustave Whitehead in Connecticut. Bereits Anfang Juni hatte der Senat von Connecticut in der Hauptstadt Hartford beschlossen, einen Gedenktag für Weißkopf einzuführen, um seine Verdienste als Flugpionier zu ehren.

"So wird eine Ungerechtigkeit korrigiert, die schon seit fast einem Jahrhundert besteht."

Lawrence Miller, Senator von Shelton, Stratford und Trumbull, auf einer regionalen Nachrichtenwebsite für Connecticut

In dem Gesetz ist weiter zu lesen, dass der Gedenktag ausdrücklich nicht die Gebrüder Wright als erste Motorflieger ehren soll. Anhänger Weißkopfs argumentieren, dass die Amerikaner erst zweieinhalb Jahre später erfolgreich geflogen sind. Der 1874 in Leutershausen (Lkr. Ansbach) geborene Weißkopf war um die Jahrhundertwende in die USA übergesiedelt und wurde in Connecticut sesshaft. Dort soll er am 14. August 1901 den ersten Motorflug der Luftfahrtgeschichte durchgeführt haben. Er ist in Bridgeport, Connecticut begraben.

Lückenhafte Quellenlage

Seit Jahrzehnten wird darum gestritten, ob Weißkopf oder den Gebrüdern Wright der Verdienst des ersten kontrollierten Motorflugs zugesprochen werden soll. Der Erstflug der Amerikaner in Kitty Hawk, North Carolina ist erst zweieinhalb Jahre später, am 17. Dezember 1903, dokumentiert. Allerdings ist die Quellenlage zu Weißkopfs Flug lückenhaft und umstritten. Im März hatte der US-amerikanische Luftfahrthistoriker John Brown neue Beweise pro Weißkopf präsentiert und den Streit damit wieder angefacht.

Gustav Weißkopfs Spuren in Connecticut

"First in Flight"

Mit der Einführung des Weißkopf-Gedenktages soll gleichzeitig die Stellung Connecticuts als Standort für die Luftfahrtindustrie gestärkt werden, ist in den Senatsprotokollen zu lesen. Der Bundesstaat im äußersten Nordosten der USA liegt seit Jahren mit North Carolina um den Titel des "First Flight States" im Clinch. Der Satz "First in Flight" ("Erster in der Luftfahrt") ist eines der Mottos North Carolinas, der Wright-Flugapparat wird als Erkennungszeichen auf die Autonummernschilder des Staates gedruckt.


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Lutz Mahle, Donnerstag, 06.Juni, 13:59 Uhr

2. Connecticut erkennt Weißkopf als Flugpionier an

Dou is obber Zeid worn, dass däi Ameriganer dou, dess amoul zougebm, dass dess anner voo uns woar, der wou dä erschde gwes'n iis, dä midd an Modor durch'd Lufd g'flog'n is.
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Gerhart Wiesend, Donnerstag, 06.Juni, 11:22 Uhr

1. gehart.wiesend@bayern-mail.de

Da gibt es noch den Hannoveraner Karl Jatho, der in der englischen Wikipedia als erster Motorflieger erwähnt wird. http://en.wikipedia.org/wiki/Karl_Jatho
Auf der deutschen Wikipediaseite zu Karl Jatho werden verschiedene Flugzeuge aufgezählt. http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Jatho
Es werden noch einige andere erwähnt, die um diese Zeit den Motorflug erporbten, LAg wohl in der Zeit.