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Rezepte aus Kräutern und Gemüse Thymian, Zwiebel und Rettich gegen Erkältung

Bei Erkältungen schwören viele Menschen auf die heilenden Kräfte der Natur. Aus Gemüse und Kräutern lassen sich schnell Säfte, Öle und Elixiere herstellen. Wie geht das? Und was bringt's?

Von: Annette Hammerschmidt

Stand: 13.01.2020

Kräuterexpertin Christine Nimmerfall weiß, wie man mit all dem, was im Garten wächst, Beschwerden lindern und sogar neuen Erkältungen vorbeugen kann. Hinter Quendel etwa steckt der heimische Thymian. Dieser wird gern bei festsitzendem Husten angewendet, da er schleimlösend, krampflindernd und antibakteriell wirkt. Aber Vorsicht: Nicht jede Thymiansorte hat heilende Wirkung. Medizinisch wirksamen Thymian gibt es in Apotheken zu kaufen.

Rezept Erkältungstee

Für einen Erkältungstee braucht es Thymian, Anis und Holunderblüten.

1 gehäufter Esslöffel Holunderblüten
1 Esslöffel Thymian-Kraut
1 Esslöffel Anis-Samen, leicht angemörsert oder gequetscht

Die Kräuter in eine Teekanne geben, mit kochendem Wasser überbrühen, zehn Minuten ziehen lassen, absieben. Am besten bereitet man sich am Morgen gleich einen Liter Tee zu, füllt ihn in eine Thermoskanne ab und trinkt ihn dann tagsüber immer wieder ein Tässchen. Ein wenig Honig unterstützt die Wirkung.

"Es sind alles sehr starke, große Heilkräuter, da sollte man auch nicht zu viel nehmen oder es  ständig trinken – der Körper gewöhnt sich daran. Bei manchen Kräutern schlägt es dann um, wenn man zu viel davon verwendet oder sie dauernd verwendet."

Kräuterexpertin Christine Nimmerfall

Was tun bei starkem Husten?

Ein wahrer Alleskönner als Heilmittel ist die Zwiebel. Sie wirkt stark antibakteriell und hilft so bei regelmäßigem Verzehr von vorneherein dabei, erst gar nicht krank zu werden.

"Die Zwiebel wird seit über 5000 Jahren als Heil-, Gewürz- und Gemüsepflanze kultiviert. Äußerlich angewandt können Insektenstiche, Wunden und Blutergüsse wirksam behandelt werden."

Kräuterexpertin Christine Nimmerfall

Wenn einen doch mal eine Erkältung erwischt hat, hilft ein Hustensaft aus Zwiebeln. Dreimal täglich sollte eine Menge von einem Teelöffel bis zu einem Esslöffel eingenommen werden. Der Saft ist zwei bis drei Tage haltbar.

Rezept Zwiebel-Hustensaft

Der Saft aus Zwiebeln und Honig hilft gegen Husten.

Eine kleine Zwiebel möglichst fein schneiden. Die gleiche Menge guten, regionalen Blütenhonig zufügen, gut verrühren. In ein Glas geben, mindestens drei Stunden ziehen lassen.

Danach kann man die Masse durch ein Sieb drücken und den Saft in einem Glas auffangen. Wen es nicht stört, der kann die Zwiebeln mitessen.

Rezept Rettich-Hustensaft

Alternativ kann ein Rettich-Saft gegen Husten helfen. Von einem schwarzen Rettich den Deckel abschneiden und das Fruchtfleisch mit einem Löffel aushöhlen. Mit einen Holzspieß mehrere Löcher durch den Boden stechen. Ein kleines Schraubglas darunter stellen. Die Aushöhlung wird mit sehr klein geschnittenem Fruchtfleisch und Rohrzucker oder Honig aufgefüllt. Anschließend wird die Kappe wieder auf den Rettich gesetzt. Nach mehreren Stunden ist der Saft durchgelaufen. Wenn der Rettich groß genug ist, kann man den Vorgang nochmals wiederholen, eine weitere Schicht abtragen und nochmals mit Honig auffüllen.
Man nimmt dreimal täglich einen Teelöffel bis zu einem Esslöffel. Der Saft ist nur zwei Tage haltbar. Die enthaltenen Senföle wirken schleimlösend und antibakteriell.

Tipps gegen Schnupfen

Aber was, wenn zum Husten ein fürchterlicher Schnupfen kommt? Christine Nimmerfall empfiehlt ein gutes Öl aus der Küche, zum Beispiel ein Olivenöl, weil es an sich schon ein gutes Hautpflegeöl ist. Dazu kommen ein paar ätherische Tropfen, etwa Thymian und Cajeput. Das Olivenöl wird mit je zwei Tropfen ätherischem Öl gemischt und gut geschüttelt – und schon ist das Schnupfen-Öl fertig. Je nach Bedarf unter der Nase, auf der Stirn und an den Nebenhöhlen auftragen.

Rezept Schnupfen-Öl

10 ml Olivenöl (oder Sonnenblumen oder Sesamöl)
2 Tropfen ätherisches Thymian-Öl
2 Tropfen Cajeput-Öl

Wichtiger Hinweis: Ätherische Öle sind ein Konzentrat und müssen sehr sorgsam dosiert werden. Kinder dürfen erst ab dem Schulalter in sehr geringer Dosierung mit ätherischen Ölen behandelt werden. Auch Allergiker sollten vorsichtig sein.

Gegen bakterielle Krankheitserreger wirkt zudem dieses Meisterelixier. Darin stecken unter anderem Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer, Chili, Kurkuma und Meerrettich. Diese scharfen Lebensmittel besitzen allesamt sehr stark antibakterielle Wirkstoffe.

Rezept Meister-Elixier gegen bakterielle Krankheitserreger

Zutaten:
500 ml Bio-Apfel-Weinessig
5 Knoblauchzehen
1 kleine Zwiebel
1 frische sehr scharfe Chilischote (Vorsicht beim Schneiden, Handschuhe tragen!)
1 Daumen großes Stück Ingwer
1 gehäufter Esslöffel Meerrettich (geschält und fein gerieben)
1 Kleinfinger großes Stück Kurkuma Wurzel (auch hier sind Handschuhe von Vorteil)

Das Meister-Elixier bei der Zubereitung ...

Zubereitung:
Alle Zutaten sorgfältig zerkleinern, in ein großes Glas (ca. 700 ml) geben. Die Menge der Zutaten sollte im Glas etwa zwei Drittel betragen. Mit Apfelessig aufgießen, das Glas verschließen und kräftig schütteln. Das Glas an einem kühlen Platz stellen, zwei bis drei Wochen lang täglich mehrmals schütteln. Dann wird der Ansatz abgeseiht und die festen Zutaten durch das Sieb gepresst.

Das Elixier sollte kühl gelagert werden, allerdings nicht im Kühlschrank. So ist es etwa ein Jahr haltbar. Eine weitere Verwendung wäre mit etwas Olivenöl auch als Salat-Dressing möglich.

... und drei Wochen später.

Dosierung:
Vorsichtig mit der Einnahme beginnen, der Geschmack ist sehr intensiv und scharf! Mit einem Teelöffel Elixier beginnen, gurgeln und hinunterschlucken. Vorbeugend zur Stärkung des Immunsystems kann kurweise drei Wochen lang ein Teelöffel morgens und abends eingenommen werden, dann drei Wochen Pause machen. Diese Kur kann mehrmals wiederholt werden. Das Elixier möglichst nicht mit Wasser verdünnen, die Wirkung wird dadurch verringert. Bei Erkrankungen kann bis zu fünfmal ein Esslöffel täglich eingenommen werden.


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