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Zucchini bitter Achtung: Selbstgezogene Zucchini können giftig sein

Sie wollen Zucchini im Garten anbauen? Auch wenn Saatgut selbst gewinnen sehr einfach ist, sollten Sie bei Zucchini auf gekaufte Samen zurückgreifen. Warum, lesen Sie hier.

Stand: 20.07.2022

Frau hält Holzkiste mit geernteten Zucchini | Bild: mauritius-images

Die Zucchinipflanze gehört zu den Kürbisgewächsen. Diese enthalten, wie auch Kürbisse, Gurken oder Melonen im natürlichen Zustand den Giftstoff Cucurbitacin. Die Zucchini aus dem Supermarkt und auch gekauftes Saatgut ist vollkommen unbedenklich. Beides wurde so gezüchtet, dass der Giftstoff kaum noch enthalten ist.

Bei selbst gewonnen Samen ist das jedoch anders. Hier kann es sein, dass sich das Gift in den Früchten wieder bildet. Deshalb sollten Hobbygärtner, die Zucchini selbst ziehen wollen, sicherheitshalber auf gekaufte Samen zurückgreifen.

Warum entsteht der Giftstoff in selbstgezogenen Pflanzen?

Zwei Umstände begünstigen die Bildung von Cucurbitacin:

Die Nachbarschaft zu Zierkürbissen. Im Gegensatz zu den gezüchteten Zucchini besitzen Zierkürbisse einen sehr hohen Anteil Cucurbitacin, deshalb sind diese auch ungenießbar. Beide Gewächse sind Kürbisgewächse und damit fremdbefruchtend, werden also durch Wind und Insekten befruchtet. Es kann also sein, dass sich verschiedene Kürbisgewächse untereinander kreuzen. Das wird dann gefährlich, wenn Zucchini neben Zierkürbissen wachsen und sich kreuzen. Sowohl die geernteten Zucchini als auch das Saatgut daraus können den Bitterstoff in sich tragen. Deshalb ist es für Laien nicht zu empfehlen, Zucchinisamen selbst zu erzeugen. Und deshalb sollten Sie Zierkürbise nie neben Zucchini pflanzen.

Ein weiteres Problem sind hohe Temperaturen. Das Gemüse gerät bei Hitze unter Stress und produziert dann den Giftstoff Cucurbitacin. Der Bitterstoffgehalt nimmt also zu, je reifer die Frucht wird. Deshalb sollten Sie Zucchini möglichst jung ernten und vor Hitze schützen.

Welche Auswirkungen hat der Giftstoff Cucurbitacin?

Wer zu viel Cucurbitacin zu sich nimmt, hat mit den Symptomen Übelkeit, Erbrechen und Durchfall zu kämpfen. In seltenen Fällen kann die Vergiftung auch einen tödlichen Verlauf nehmen.

Woran erkenne ich eine giftige Zucchini?

Äußerlich unterscheidet sich eine giftige Zucchini nicht von einer ungiftigen. Der Unterschied wird erst durch den Geschmack deutlich. Cucurbitacin ist sehr bitter. Bevor Sie also ein ganzes Gericht mit einer Zucchini aus dem Garten zubereiten, sollten Sie ein winziges Stück probieren, im Zweifelsfall ausspucken und mitsamt der Pflanze sofort entsorgen. Sie können die Pflanzen auf dem Kompost werfen, hier wird das Gift zuverlässig zersetzt und kann sich nicht auf andere Pflanzen übertragen. Es bringt übrigens auch nichts, die Zucchini zu erhitzen - der Giftstoff wird beim Kochen nicht zerstört.

Wie kann ich vorbeugen?

Wenn Sie Zucchini im eigenen Garten pflanzen wollen, dann sollten Sie unbedingt auf Samen aus dem Handel zurückgreifen. Dann können Sie sorglos das Gemüse aus dem eigenen Garten genießen. Achten Sie zudem darauf, die Zucchini nicht neben Zierkürbissen zu pflanzen und die Pflanze vor Hitze zu schützen.

Wann hat eigentlich welches Gemüse Saison? Das lesen Sie hier in unserem Saisonkalender.


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