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Wie Erdbeeren pflegen Frühjahrskur für eine satte Erdbeer-Ernte

Braune Blätter, dazwischen kahle, brüchige Stengel - die meisten Erdbeerbeete schauen im Frühjahr ziemlich desolat aus. Kaum vorstellbar, dass diese kümmerlichen grünen Pflänzchen dazwischen wieder Früchten tragen sollen. Doch das tun sie, wenn Sie ihnen rechtzeitig eine Frühjahrskur verpassen und einen Fehler vermeiden.

Stand: 13.03.2020

Erdbeerpflanze | Bild: mauritius-images

Erdbeeren im Frühling

Damit das neue Grün Platz zum Wachsen bekommt, müssen zuerst Laub und verdorrte Blätter entfernt werden. Was mit den Ausläufern geschehen sollte, hängt davon ab, welche Erdbeersorte(n) Sie im Garten haben. Hier sollte man keinen Fehler machen: Bei den einmaltragenden Sorten werden alle Ausläufer entfernt, da sie die Pflanze Kraft kosten und so den Ernteertrag schmälern.

Immertragende Erbeeren blühen und fruchten über einen längeren Zeitraum - hier die Ranken nicht entfernen.

Anders bei immertragenden Sorten, die den ganzen Sommer bis in den Herbst hinein blühen und Früchte tragen - im Handel als Monatserdbeeren oder Walderdbeeren: Hier sollten Sie die Ranken wachsen lassen, um Nachwuchs für die kommenden Jahre zu erhalten, und die Pflanzen vor der Blüte mit etwas Beerendünger bedenken. Diese Sorten liefern zwar meist etwas kleinere Früchte, leisten dafür aber als Bodendecker wunderbare Dienste gegen wucherndes Unkraut.

Nach dem "Auslichten" sollte der Boden mit etwas Abstand zu den Pflanzen durchgehackt werden. Vorsicht dabei, Erdbeeren sind Flachwurzler und verlieren schnell den Halt. Dann gründlich gießen - immer nur rund um die Pflanze, nie ins Herz.

Wie Erdbeeren düngen?

Erdbeeren lieben humushaltigen Boden; zur Düngung empfiehlt sich ein organischer Dünger speziell für Beerenobst. Als Faustregel gilt: Düngen im Sommer nach der Ernte, dann bildet die Pflanze bis in den Herbst noch kräftig Wurzeln und Blütenansätze. Wie schon erwähnt, bekommen immertragende Sorten auch im Frühjahr eine kleine Düngergabe. In jedem Fall sollten Sie darauf achten, dass der Boden feucht genug ist, damit der Dünger aufgenommen werden kann.

Erdbeeren Pflege

Erdbeeren nie ins "Herz" gießen - nur ringförmig um die Pflanze.

Erdbeeren gehören zum eher durstigen Gartenvolk: Bei anhaltender Trockenheit sollten Sie die Pflanzen bis zu zweimal täglich gründlich gießen (am besten morgens und abends) - das ist vor allem in der Zeit zwischen Blüte und Ernte entscheidend.

Dabei mit dem Wasserstrahl aber möglichst nicht in das Herz der Pflanze zielen, sondern eher ringförmig um sie herum wässern.

Erdbeeren lieben lockeren Boden - aber unbedingt darauf achten, dass beim Hacken nicht die flachen Wurzeln der Pflanzen verletzt werden.

Wann Erdbeeren pflanzen?

Die klassischen Erdbeerpflanzen bekommt man im Kunststoffbeutel oder - etwas teurer - als Topfpflanze mit einem ordentlich entwickelten Wurzelballen. Sie werden im Sommer gepflanzt, also zirka ab Juli, August bis in den September hinein. Noch etwas teurer, aber dafür auch schon im Frühjahr anpflanzbar sind die sogenannten Frigopflanzen, die eigentlich für den professionellen Anbau "entwickelt" wurden: Sie werden durch Kühlung in Winterruhe gehalten und können bei entsprechender Witterung und Pflege auch schon ab April ins Beet gesetzt werden. Wer also den Sommertermin verpasst hat, kann das im Frühjahr noch nachholen - allerdings wird die Ernte im Vergleich zu den im Sommer gesetzten Pflanzen kleiner und geringer ausfallen. Bei der Pflanzung im Frühjahr sollten Sie zudem an eine Vließabdeckung denken, wenn Spätfröste drohen.

Bis nach den sogenannten Eisheiligen kann es immer wieder noch zu Kälteeinbrüchen kommen, denken Sie deshalb daran, frisch gesetzte Pflanzen im Garten und auf dem Balkon zu schützen: Wann sind die Eisheiligen 2020?

Wie Erdbeeren pflanzen?

Vor dem Pflanzen den Wurzelballen in ein Wasserbad setzen, damit er gut durchfeuchtet ist. Der Boden sollte locker, unkrautfrei und mit einer Schicht Humus versehen sein. Als Fausregel für den Reihenabstand zirka 60 Zentimeter einplanen, für den Pflanzabstand 30 Zentimeter - genaue Angaben für die individuellen Sorten bekommen Sie beim Pflanzenkauf in der Regel mitgeliefert.

Das "Herz" der Erdbeere darf beim Pflanzen nicht mit Erde bedeckt werden.

Das Pflanzloch sollte tief genug sein, damit der Wurzelballen hineinpasst, ohne gequetscht zu werden. Setzen Sie die Pflanze so, dass das Herz in etwa in Höhe der Erdoberfläche zu liegen kommt. Es darf allerdings nicht mit Erde bedeckt sein. Dann die Pflanze andrücken und ordentlich angießen, damit die Wurzeln guten Bodenkontakt bekommen. In den folgenden ein, zwei Wochen sollte der Boden um die Erdbeere nicht austrocknen. Sobald sich die ersten neuen Blätter zeigen, darf erstmals gedüngt werden.

Sie haben keinen Platz im Beet mehr frei? Dann bauen Sie Erdbeeren doch einfach als Naschobst auf Ihrem Balkon an: So fühlen sich Ihre Erdbeeren im Blumenkasten wohl

Warum Erdbeeren mit Stroh abdecken?

Guter Schutz gegen Fäulnis: Stroh als Unterlage

Wenn sich die Früchte bilden, sollten Sie den Boden darunter mit Stroh oder Holzwolle abdecken: So kommen die Früchte nicht in Kontakt mit dem Erdboden, trocknen nach einem Regenguss schneller wieder ab und bleiben damit insgesamt eher von der sogenannten Fruchtfäule verschont.


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