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Zimmerpflanzen vermehren Aloe Vera, Bogenhanf & Co.: So klappt's mit Ablegern

Im Frühjahr beginnt die Wachstumsphase der Pflanzen. Draußen wie drinnen. Und deshalb ist jetzt der ideale Zeitpunkt, wenn Sie Ihre Zimmerpflanzen vermehren wollen. Welche verschiedenen Wege es dabei gibt und was Sie dabei beachten müssen, erklärt BAYERN 1 Gartenexpertin Karin Greiner am Beispiel einiger beliebter Zimmerpflanzen.

Stand: 06.02.2020

Zimmerpflanzen vermehren | Bild: mauritius-images

Ableger Grünlilie - für Einsteiger

Unkompliziert in der Pflege, einfach zu vermehren - die Grünlilie.

Einfach und sicher klappt die Vermehrung bei der Grünlilie. Sie bildet nach der Blüte an den langen Stilen ganz am Ende neue Pflänzchen, die sogenannten Kindel. Vorsichtig einen Ableger abtrennen und entweder in ein Töpfchen mit Erde stecken (Erde leicht feucht halten) oder im Wasser Wurzeln ziehen lassen:  

Ein Trinkglas zu etwa zwei Dritteln mit Wasser füllen, Ableger reinsetzen und sobald die ersten Würzelchen erscheinen - in der Regel nach zirka 2 bis 3 Wochen - eintopfen.  

Porzellanblume vermehren - über Stecklinge 

Von der Wachsblume lassen sich einfach Stecklinge schneiden.

Bei der Porzellan- oder Wachsblume bietet sich die Vermehrung an, wenn zu lange Seitentriebe ohnehin eingekürzt werden müssen:

Schneiden Sie ein zirka zehn Zentimeter langes Stück mit drei bis vier Blättern ab, gegebenenfalls vorhandene Blütenknospen abknipsen.

Den Kopfsteckling zuerst in ein Wasserglas setzen, bis er gewurzelt hat - meist nach zwei bis drei Wochen - und dann sofort in einen Topf mit Erde setzen (immer leicht feucht halten).  

Stecklinge im Wasserglas bewurzeln

Das Wasser in dem zu zwei Drittel gefüllten Glas nicht wechseln, aber unbedingt die Verdunstungsverluste ausgleichen und nachfüllen. Das Glas mit dem Steckling sollte an einem hellen Ort stehen, aber keinesfalls in der prallen Sonne - das stresst das Pflänzchen und lässt es unter Umständen eingehen. Westfenster sind meist ein "sicherer" Standort für die Steckling-Kinderstuben.

Drachenbaum vermehren

Der Drachenbaum lässt sich über Stecklinge vermehren.

Auch der Drachenbaum wird über Stecklinge vermehrt:

Entweder seitlich abnehmen - also einen der grünen Büschel direkt am Stammansatz abschneiden - oder Sie sägen sich ein zirka zehn Zentimeter langes Stück direkt oben vom Hauptstamm ab.

Die Pflanzenteile wie bei der Wachsblume beschrieben zuerst im Wasser anwurzeln lassen und mit den ersten Würzelchen eintopfen. Bis dahin brauchen Sie allerdings schon etwas mehr Geduld: Fünf bis 10 Wochen kann das schon dauern.  

Zyperngras vermehren - per Kopfüber-Methode 

Halm abschneiden und kopfüber in Wasser stecken - so einfach vermehrt man Zyperngras.

Das Zyperngras steht von Haus aus gerne mit dem Fuß im Wasser, und vermehrt sich in der Natur über abgeknickte Halme im Wasser.

Das lässt sich auf der Fensterbank einfach simulieren: Einen Halm mit Schirmchen abschneiden und kopfüber in ein Glas Wasser stecken.

Nach zirka zwei Wochen, wenn sich zwischen den Schirmchen-Blättern erste Wurzeln zeigen, eintopfen.  

Zamioculcas vermehren - mit einem Blatt

Ein Blatt genügt bei der Zamie.

Bei der Zamie oder Glücksfeder (Zamioculcas zamiifol) genügt ein Fiederblatt: Vom Blattstil abpflücken (nicht schneiden) und zirka zwei Zentimeter tief in ein Töpfchen mit Erde stecken. Nach zirka drei Wochen sollte es Wurzeln geschlagen haben. Ob es geklappt hat, können Sie feststellen, wenn Sie ganz (!) vorsichtig an dem Blatt ziehen und dabei leichten Widerstand spüren.

Aloe Vera vermehren - und Bogenhanf  

Aloe Vera ist robust und lässt sich leicht vermehren.

Sowohl Bogenhanf wie Aloe Vera sind ziemlich robuste Zimmerpflanzen, denen es bei passabler Pflege schnell zu eng in ihrem Topf wird. Um Ableger zu gewinnen, holen Sie die Zimmerpflanze aus ihrem Gefäß und ziehen Sie vorsichtig den Wurzelballen auseinander: "Jedes Teilstück, das Ihnen dabei in die Hände fällt und nach Pflanze aussieht, kann wieder eingetopft werden", erklärt BAYERN 1 Pflanzenexpertin Karin Greiner.

Bogenhanf nicht zu feucht halten, das mag er nicht.

Wichtig dabei: Verwenden Sie nicht normale Blumenerde, sondern Kakteensubstrat - Aloe wie Bogenhanf mögen es lieber trocken als zu feucht.

Aloe Vera und Bogenhanf sind übrigens nicht nur schick anzusehen - sie sorgen zudem für gute Luft im Zimmer. Lesen Sie mehr: Diese Pflanzen verbessern das Raumklima

Mehr Garten-Tipps von Karin Greiner

Viele gute Ideen für Balkon & Garten, dazu Tipps für Zimmerpflanzen, und den Haus- und Ziergarten rund ums Jahr gibt unsere Garten-Expertin Karin Greiner jeden Samstag um 13.15 Uhr im Samstagmittag bei BAYERN 1. Viele Antworten zu häufigen Garten- und Pflanzenfragen finden Sie hier.

Mehr Tipps und Tricks über die Haltung und Pflege der 200 beliebtesten Zimmerpflanzen verrät Ihnen die Diplombiologin in ihrem Buch "Zimmerpflanzen".


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