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Kaffeesatz als Dünger So düngen Sie Ihre Pflanzen mit Hausmitteln

Kaffeesatz, Bananenschalen und Brennnesselsud: Pflanzen natürlich zu düngen ist einfach. Wir haben Tipps, welche Dünger am besten wirken.

Stand: 05.07.2018

Frau pflegt Rosen in ihrem Garten | Bild: mauritius-images

Der beste Dünger für Garten- und Balkonpflanzen ist selbst gemachter Kompost, doch einen Komposthaufen hat nicht jeder. Einige Hausmittel können helfen, unsere Pflanzen ganz ohne Chemie mit zusätzlichen Nährstoffen zu versorgen.

Rosen düngen

Besonders Rosen lieben Bananenschalen. Die Schalen enthalten unter anderem Kalium, Magnesium und Phosphor. Zum Düngen sollten wir aber nur Schalen von Bio-Bananen verwenden. Bananen aus konventionellem Anbau werden nicht nur beim Anbau, sondern auch vor dem langen Transport per Schiff zusätzlich mit Pestiziden behandelt. Und diese Chemie würde dann die Bodenorganismen im eigenen Beet vernichten.

Zum Düngen müssen die Schalen sehr gut zerkleinert werden. Am besten funktioniert das in einem Mixer, das Kleinschneiden ist sehr mühsam. Auch getrocknet sind Bananenschalen gut zu verwenden.

Kaffeesatz nicht wegwerfen

Kaffeesatz gut trocknen, bevor er in die Erde kommt.

Alle, die viel Kaffee oder Espresso zu Hause trinken, haben ihn zu Hause - und dürfen Kaffeesatz als Bodenverbesserer für Balkon- oder Gartenpflanzen verwenden. Allerdings sollte er vorher auf einem Teller, einem Backblech oder Tablett getrocknet werden, damit er nicht schimmelt. Danach gut in die Erde einarbeiten. Ähnlich zu verwenden sind die aufgebrühten Blätter von schwarzem Tee.

"Kaffeesatz und auch schwarze Teeblätter säuern den Boden leicht an. Das ist günstig für die meisten Pflanzen. Besonders profitieren im Garten die Rhododendren und auf dem Balkon Azaleen", sagt BAYERN 1 Gartenexpertin Karin Greiner.

Kaffee gegen Schnecken

Und noch einen schönen Nebeneffekt hat der Kaffeesatz: Er wehrt Schnecken ab. Allerdings sollten wir neuen Kaffeesatz in die Erde geben, wenn es geregnet hat. Gerade junge und zarte Salatpflänzchen können mit Kaffeepulver gut gegen gefräßige Schnecken geschützt werden.

Brennnesselsud ohne Gestank

Verschiedene Kräuterjauchen - mit Brennnesseln und Ackerschachtelhalm.

Viele Gärtner schwören auf Brennnesseljauche als Dünger. Dazu werden reichlich Brennnesseln für zwei bis drei Wochen in Wasser eingelegt. Und täglich umgerührt. Man wartet so lange, bis das Ganze gärt. Das stinkt natürlich, denn es bildet sich Ammoniak. Gibt man Gesteinsmehl in die Jauche, bindet das den Geruch ein wenig. Die Jauche ist fertig, wenn sie sich dunkel gefärbt hat. Brennnesseljauche wird im Verhältnis 1: 10 mit dem Gießwasser vermischt. Besonders stark zehrende Pflanzen, die so heißen, weil sie einen hohen Stickstoffbedarf haben, wie Tomaten, Gurken, Kohlarten wie Blumenkohl und Brokkoli, Erdbeeren und Rhabarber profitieren von dieser Jauche.

Doch es geht auch ohne Gestank. Unsere Gartenexpertin Karin Greiner hat ein ganz einfaches Rezept für einen Brennnesselsud, der die gleiche Wirkung hat wie die Jauche.

"Sie füllen einen normalen Haushaltseimer locker zu einem Drittel bis zur Hälfte mit Brennnesseln und gießen das Ganze mit Wasser auf. Lassen Sie den Eimer über Nacht stehen, damit die Nährstoffe der Brennnessel ins Wasser übergehen. Am nächsten Tag können Sie mit dem Sud ihre Balkon- oder Gartenpflanzen gießen. Wichtig: Mulchen Sie Ihre Pflanzen zusätzlich mit den eingeweichten Brennnesselpflanzen, damit Sie den gleichen Effekt wie mit Jauche erzielen."

BAYERN 1 Gartenexpertin Karin Greiner

Auch jeder andere Kräuterrückschnitt eignet sich für dieses Vorgehen - zum Beispiel Giersch.

Kartoffelwasser als Dünger

Das Kochwasser von Kartoffeln ist nicht direkt ein Dünger, aber ein hervorragendes Gießwasser. Nach dem Kochen der Kartoffeln das wenig bis nicht gesalzene Wasser auffangen und abkühlen lassen. "Kartoffelwasser ist das perfekte, weil weiche, Gießwasser für Zimmerpflanzen", so Karin Greiner.

Düngen mit Holzasche?

Wer nur unbehandeltes Holz verbrennt, kann die reine Holzasche (ohne Kohlereste) für seine Garten- und Balkonpflanzen nutzen. Allerdings muss man dann ohne herkömmliche Anzünder feuern, auch Zeitungspapier scheidet dann aus, weil auch darin durch das Recycling von Papier Mineralölrückstände von Farbpapier sein können.

Karin Greiner streut die Holzasche auch nicht direkt auf die Pflanzen, sondern gibt sie zusätzlich in kleinen Mengen auf den Komposthaufen.

Bokashi - für wen eignet sich das

Noch eine Möglichkeit, natürlichen Dünger zu gewinnen, ist ein Bokashi-Eimer. Diese Methode kommt aus Japan, in einem luftdichten Behälter werden ungekochte Küchenabfälle fermentiert - mit Hilfe sogenannter Effektiver Mikroorganismen, die es in Pulverform oder flüssig gibt.

Die Eimer haben einen kleinen Zapfhahn, aus dem alle zwei Tage die sich sammelnde Flüssigkeit abgelassen werden sollte. Diese ist ein sehr guter Dünger, wenn wir sie sparsam im Gießwasser verwenden. Ein Teil Bokashi auf 20 bis 100 Teile Wasser. Normale Zimmerpflanzen dürfen dieses spezielle Gießwasser alle drei bis vier Wochen bekommen, rät Karin Greiner.

"Bokashi eignet sich für alle, die in einer Stadtwohnung leben, viele Balkonpflanzen haben und ihren Dünger selbst machen wollen. Allerdings muss man sich schon intensiv damit beschäftigen."

Karin Greiner

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