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Sind Wespen nützlich? Warum gibt es Wespen? Fünf Gründe

Wespen sind zwar lästig, aber sie sind auch sehr nützlich. Fünf Gründe, warum Wespen gar nicht so schlimm sind.

Stand: 08.07.2020

Ein Stück Erdbeerkuchen mit einer Wespe | Bild: mauritius-images

1. Wespen sind fleißige Bienchen

Wespen bauen ihr Nest aus Holz, Pflanzenresten und dem eigenen Speichel.

Laut Bund Naturschutz gibt es einige hundert Wespenarten in Deutschland. Die meisten leben solitär. Das bedeutet, dass ein Weibchen ihre Brut ganz alleine versorgt, ohne die Hilfe anderer. Es gibt jedoch Wespenarten, die während des Sommers in Staaten zusammenleben. Nach ihrem Winterschlaf, Ende März, beginnt die Königin mit dem Bau der ersten Wabe und gründet so ein neues Wespenvolk. Wespen bauen ihr Nest im Gegensatz zu Bienen nicht aus Wachs, sondern aus gesammeltem Holz und Pflanzenfasern, vermischt mit Speichel. Die Königin legt in jede Zelle ein Ei und gemeinsam werden die Larven gefüttert und großgezogen. In mehreren Schichten und mit nur etwa 3 Stunden Schlafzeit pro Wespe werden die Larven gefüttert. Etwa zweimal pro Stunde kommt jede Wespe mit Larvenfutter oder Baumaterial zurück zum Nest. Wespen sind also sozial und sehr fleißig.

2. Wespen fressen Schädlinge

Solange Wespen sich um ihre Brut kümmern, sind sie für uns Menschen quasi unsichtbar. In dieser Zeit sammeln sie nur eiweißreiches Futter für ihre Nachkommen, also Fliegen, Mücken, Spinnen, Raupen, Blattläuse und allerlei andere Schädlinge. Auch die Larven all dieser Insekten sind für Wespen eine gute Nahrungsquelle. Wespen sind damit effektive Schädlingsbekämpfer. Besonders fleißig sind die Wespen im Juli, denn zu dieser Zeit legt die Königin bis zu 300 Eier am Tag. In dieser Zeit knabbern Wespern auch gerne mal an Grillfleisch oder Wurst.

3. Wespen bestäuben Pflanzen

Im August schlüpfen die jungen Wespen. Diese brauchen jetzt zum Überleben Zucker, also Baumsäfte, Blütennektar, Fallobst oder menschliche Nahrungsmittel mit Zucker. Zu dieser Zeit werden Wespen oft lästig und aggressiv. Besonders zwei Wespenarten fallen dabei in Deutschland negativ auf: Die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe. Wenn eine Wespe in der Nähe ist, dann bleiben Sie ganz ruhig und schlagen keinesfalls zu. Für die Wespen geht es ums Überleben, deshalb stechen sie manchmal auch. Die Suche nach Zucker hat jedoch eine positive Auswirkung: Immer, wenn eine Wespe eine Blüte anfliegt, dann trägt sie Pollen von Blüte zu Blüte und bestäubt so die Pflanzen, genau wie Bienen.

4. Ohne Wespen keine Feigen

Nur die Feigenwespe kann eine Feigenblüte bestäuben.

Wespen spielen vor allem für Feigenbäume eine wichtige Rolle, denn die Feigenwespen sind die einzigen Bestäuber der Pflanze. Die Echten Feigen haben ausschließlich weibliche Blüten, können sich also nicht selbst vermehren. Dazu braucht die Pflanze die Pollen der Bocksfeige, die männliche und weibliche Blüten besitzt. In den männlichen Blüten wohnt die sogenannte Feigenwespe. Sie baut ihr Nest in der Blüte der Bocksfeige und legt dort auch ihre Eier. Wenn die Weibchen der Feigenwespe ausfliegen, dann tragen sie die Pollen zur Echten Feige und befruchten sie.

5. Wespenstich schmerzt weniger als ein Bienenstich

Fühlen sich Wespen bedroht, dann stechen sie zu. Das ist schmerzhaft, aber nicht so schmerzhaft wie der Stich einer Biene oder einer Hummel. Denn im Gegensatz zu Bienen und Hummeln, verlieren Wespen beim Stechen ihren Stachel nicht. Der Stachel ist glatt und hat keine Widerhaken. Er löst sich also sofort wieder aus der menschlichen Haut. Das ist gut, denn damit gelangt nur sehr wenig Gift in den Körper. Der abgetrennte Stachel einer Biene pumpt weiter Gift unter die Haut – mehr als zehnmal so viel wie bei einem Wespenstich. Deshalb sind Wespenstiche weniger schmerzhaft.

Wenn die Insekten doch zu lästig werden und sie Angst haben gestochen zu werden, dann gibt es viele einfache Tricks, die Wespen los zu werden - Das hilft wirklich gegen Wespen.


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